Jeder zweite Arbeitgeber setzt auf Active Sourcing

Personalmanager müssen immer kreativer und vor allem auch aktiver werden, um weiterhin sicherzustellen, die richtigen Mitarbeiter zu finden. Active Sourcing, Candidate Experience, Robot Recruiting, E-Recruiting Software, Social Media Netzwerke – das sind die Recruiting Trends 2017

Früher war alles besser! Im Recruiting gilt dieses Sprichwort tatsächlich. Zumindest für Arbeitgeber: Man schaltete eine Anzeige (ganz früher in der lokalen Zeitung, heute meistens in einer Online-Jobbörse) und wartete auf Bewerber, aus denen man sich die passenden raussuchen und einstellen konnte.

Leider funktioniert diese reaktive Form der Personalbeschaffung heutzutage nicht mehr so gut. Fachkräfte werden in Deutschland immer rarer, die meisten stehen in festen Arbeitsverhältnissen. Der Markt hat sich gedreht – zugunsten der Bewerber.

Post & Pray Recruiting funktioniert immer weniger

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel müssen die Arbeitgeber heute kreativer und proaktiver in ihren Personalbeschaffungsmaßnahmen werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das althergebrachte „Post & Pray“ – Recruiting, also Anzeigen zu schalten und auf Bewerber zu hoffen, reicht heutzutage nicht mehr aus. 96 Prozent der Arbeitgeber gaben 2016 an, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen mit geeigneten Bewerbern zu haben.  Bei einigen bedroht der Fachkräftemangel bereits das Geschäft.

Klingt der Ruf nach mehr Proaktivität zu viel verlangt? Muß es nicht, wenn Personalabteilungen ihr bisheriges reaktives Recruiting durch eine proaktive Komponente ergänzen. Mit proaktivem Recruiting, insbesondere in der Ausprägungsform des online durchgeführten Active Sourcing, wobei sie, quasi in Selbsthilfe, die heißbegehrten Fachkräfte meist in (sozialen ) Online- Netzwerken suchen, finden und erfolgreich ansprechen, verringern Personalabteilungen nachweislich die Ausgaben für  die Personalbeschaffung signifikant, erhöhen die Anzahl der Bewerber für die schwierig zu besetzenden Stellen und steigern die Qualität.

Bedeutung von Active Sourcing

Einige Unternehmen haben mit dem Active Sourcing schon vor einigen Jahren begonnen. Spätestens 2017 verlässt sich jetzt auch erstmals die Mehrzahl der Arbeitgeber nicht mehr auf nur Stellenanzeigen und Personalberater sondern greift zur proaktiven Selbsthilfe: Für fast 80 Prozent der Unternehmen gehörte 2016 Active Sourcing, die selbständige Suche und Ansprachen von potenziellen Kandidaten meist in Social Networks wie Xing oder Linkedin, zu den Top Themen im Recruiting.

Mehr als jedes zweite Unternehmen (51 Prozent im Jahr 2016, ein Anstieg um mehr als ein Viertel im Vergleich zu 2015)  sagt schon: „Wir suchen zusätzlich zur Anzeigenschaltung (online oder Print) proaktiv (zum Beispiel in Xing, LinkedIn, Facebook oder mit Hilfe von Google) nach potentiellen Kandidaten“

Auch für 2017 soll es weiter in diese Richtung gehen: 54 Prozent der Arbeitgeber wollen mehr Geld aus Ihrem Personalbeschaffungsbudget für ihr Engagement in Xing und Linkedin ausgeben, fast jedes dritte (29 Prozent) Unternehmen für die geplanten Aktivitäten in Facebook & Co.

Welche Plattformen werden fürs Active Sourcing in Social Media genutzt und welche Veränderungen tun sich dort auf?

Bei den für Active Sourcing genutzten Plattformen führt XING (58 Prozent) mit weitem Abstand und steigender Nutzungstendenz (plus 16 Prozent).  Linkedin hat als zweitplatzierte Plattform (35 Prozent) in den letzten Jahren massiv aufholen können (plus 40 Prozent) und der Trend für 2017 zeigt weiter steil nach oben.

Arbeitgeberbewertungsplattformen liegen in der Nutzung (26 Prozent) knapp hinter Linkedin und zeigen ebenfalls eine deutlich steigende Tendenz für 2017. Facebook konnte sich nach einem Zwischentief in den letzten beiden Jahren wieder deutlich erholen (plus 50 Prozent) und ist auf dem Weg zu Nutzungszahlen aus dem Jahr 2013 (22 Prozent 2016 zu 25 Prozent in 2013).

Twitter hat trotz der massiven Nutzung durch Donald Trump seine Werte in der Nutzung für Recruiting (12 Prozent) zwar auch nach einem Tief erhöhen aber nicht über die Werte von 2012 (13 Prozent) steigern können. Instagram, Pinterest, Snapchat und WhatsApp führen noch ein Schattendasein mit Werten unter 2 Prozent in der Nutzung.

Dies sind nur einige der Ergebnisse aus den ICR Recruiting Trends 2017. Jedes Jahr wurden dafür  mehr als 10.000 Unternehmen aller Größenklassen und Branchen befragt, wo die Reise im Recruiting hingeht. Die Beteiligung der Arbeitgeber liegt in den Jahren 2012-2016 zwischen circa 500-900, so dass die Untersuchungen auf einer breiten Basis stehen. Basierend auf mehr als fünf Jahren Recruiting Studien kann das ICR exklusive Informationen und Trends zum Thema Recruiting aufzeigen:

  • Welche Top-Themen können sich halten, welche kommen neu dazu?
  • Wie sieht es bei der Nutzung von Recruiting Technologie aus?
  • Was sind die größten Herausforderungen für jeden einzelnen Recruiter?
  • Wer rekrutiert eigentlich in den Unternehmen und wie ändert sich dies?
  • Welche Kanäle werden für die Kommunikation der Stellenangebote genutzt und welche fallen raus?
  • Wie viele Arbeitgeber nutzen schon Active Sourcing und welche Plattformen werden fürs Recruiting in Social Media genutzt und welche Veränderungen tun sich dort auf?
  • Was tut sich bei den Einstellungsquellen?
  • Und schließlich, wofür wollen Arbeitgeber in Zukunft mehr Geld ausgeben? 

Die ICR Recruiting Trends 2017 stehen hier kostenfrei zum Download.