Kaum Evaluation bei Auslandsentsendungen

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Gerade für international agierende Unternehmen sind Auslandsentsendungen unverzichtbar. Und ihre Bedeutung steigt weiter – gemessen wird ihr Erfolg aber kaum.

2013 werden Auslandsentsendungen weiter an Bedeutung gewinnen. Dies legt zumindest eine Studie des Beratungsunternehmens Mercer nahe, für die weltweit Unternehmen zu ihren Entsendungsrichtlinien und -praktiken befragt wurden. So erwarten rund 70 Prozent der Unternehmen eine Zunahme der kurzfristigen und immerhin noch 55 Prozent einen Anstieg der langfristigen Entsendungen.

Fast wie ein Widerspruch mutet es dagegen an, dass die Evaluation der Programme anhand von Kennzahlen faktisch nur in sehr begrenztem Rahmen stattfindet, wie die Studie ebenfalls feststellt. So nutzen zwei von drei Unternehmen keine Tools, die über Excel und Word hinausgehen, zur Nachverfolgung ihrer Auslandsentsendungen und der damit verbundenen Kosten. Beispielsweise vertrauen lediglich 16 Prozent der europäischen Unternehmen auf spezielle Werkzeuge oder In-House-Applikationen zur Evaluation. US-amerikanische Unternehmen nutzen tendenziell eher externe Dienstleister (25 Prozent).

Die Ursache für die mangelnde Nachverfolgung sehen die Autoren der Studie vor allem darin, dass kaum Kennzahlen für internationale Entsendungen erhoben werden. Nur sechs Prozent der Unternehmen erfassen und nutzen entsprechende Daten, wie beispielsweise die Anzahl der Expatriates, die vorzeitig zurückgeholt werden. Insgesamt, so die Studie, messen nur zwei Prozent der befragten Unternehmen konkret den Return on Invest ihrer Entsendungsprogramme.

Die Gründe, aus denen Unternehmen Mitarbeiter ins Ausland schicken, sind vielfältig und alles andere als zu vernachlässigen. Am häufigsten haben die Entsendungen mit 47 Prozent zum Ziel, spezifische technische Fähigkeiten bereitzustellen, die am Zielort nicht verfügbar sind. Karriereplanung und Führungskräfteentwicklung sind für 43 Prozent ausschlaggebend und in 41 Prozent der Fälle der Wissenstransfer. Es folgen Projektanforderungen (39 Prozent) und die Bereitstellung spezieller Managementfähigkeiten vor Ort (38 Prozent).

Insgesamt wurden für die  Mercer-Studie „Worldwide International Assignments Policies and Practices (WIAPP)“ weltweit rund 752 Unternehmen befragt.