Kochen, Geschichten erzählen und Ratschläge verteilen

Das Münchener Unternehmen adnymics sucht einen Feelgood-Manager. Das Besondere: Die Ausschreibung richtet sich an Teilzeitomis und Teilzeitopis.

Das gibt es ja in letzter Zeit öfters, dass gezielt um Ältere geworben wird, dass zum Beispiel frühere Mitarbeiter aus dem Ruhestand zurückgeholt werden. Selten sucht ein Unternehmen aber ganz unverblümt nach Oma und Opa.

Anders bei einer Stellenausschreibung, die gerade schon die Runde macht. Der Münchener Softwareanbieter adnymics sucht darin nach einer Office-Oma beziehungsweise einem Office-Opa: „Du hast Lust in unserer Küche richtig Schwung zu bringen und uns beim Mittagessen zu unterhalten? Dann bist du richtig bei uns.“ Der- oder diejenige soll also ein bisschen kochen und backen, kleine Tätigkeiten erledigen und vor allem Münchner Geschichten erzählen und dem Team mit seiner Lebenserfahrung zur Seite stehen. Klingt nach dem Prototyp fürsorglicher Großeltern.

Welche Idee hinter der Ausschreibung steht, hat uns Cathrin Grolig noch verraten. Sie ist Head of Administration bei adnymics.

Frau Grolig, warum suchen Sie keinen klassischen Feelgood-Manager?
Im Bereich „Feelgood“ setzen wir bereits viel selbst um, um für unsere Mitarbeiter Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Dazu zählen unsere regelmäßigen Teamevents, eine interne Adnymics Academy oder das Adnymics Patentum, eine Art Buddy-Programm für neue Mitarbeiter. Des Weiteren bieten wir kostenloses Müsli und Kaffee und verschiedene Möglichkeiten zum Arbeiten und Entspannen, zum Beispiel einen Lounge-Bereich. Die Office-Oma beziehungsweise der Office-Opa soll vor allem zum „menschlichen Feelgood“ beitragen und unseren Horizont analog erweitern.

Sie schreiben, der Office-Opa beziehungsweise die Office-Oma soll Münchener Geschichten erzählen können. Warum ist das wichtig für Ihr Unternehmen?
Unser Büro ist direkt am Münchener Hauptbahnhof. „Münchner Gschichten“ sollen unseren Mitarbeitern, die hauptsächlich nicht aus München – und immer mehr nicht aus Deutschland – kommen, helfen sich besser einzuleben und wohl zu fühlen. München hat viele historische Plätze und geheime Ecken von denen wir gerne erfahren möchten. Bei Fragen zu München, der Liebe und dem Leben steht die Office-Oma oder der Office-Opa den Mitarbeitern mit gutem Rat zur Seite. Durch dessen Lebenserfahrung können wir als Team lernen und wachsen.

Wie streuen Sie die Ausschreibung? Nur über die Veröffentlichung auf Ihrer Website wird das Stellenangebot die relevante Zielgruppe ja unter Umständen gar nicht erreichen.
Wir haben die Anzeige hauptsächlich über die Agentur für Arbeit gestreut und Handzettel mit Abrissmöglichkeit in der Umgebung um unser Büro aufgehängt. Da die Erfahrung zeigte, dass die Teilzeitomis beziehungsweise -opis doch sehr internetaffin sind und E-Mail-Adressen haben, haben wir die Anzeige auch auf unserer Facebook-Seite gepostet. Des Weiteren können natürlich Enkel oder Kinder, die in Facebook auf die Anzeige aufmerksam werden ihren Eltern und Großeltern davon erzählen.

Was ist das Lieblings-Gericht der Kollegen, das die Omi oder der Opi in jedem Fall können muss?
Bisher essen meine Kolleginnen und Kollegen hauptsächlich das, was in Büronähe zu finden ist und schnell geht, wie Pizza, Döner oder asiatisches Essen. Unsere Küche bietet jedoch alle Gadgets, um ein 5-Sterne-Menü zu kochen. Wir würden uns daher freuen, wenn die Office-Oma oder der Office-Opa uns mit ausgewogenen, gesunden Gerichten und guter Hausmannskost beglückt oder auch mal mit einem Kuchen für unsere Kaffeepausen.