Meine digitale Welt: Henner Knabenreich

Wir fragen HR-Experten, welche Apps sie nutzen, welche Webseiten sie lesen. Dieses Mal ist es Henner Knabenreich. Seine digitale Welt ist für ihn vor allem ein Kommunikationskanal.

Meine digitale Welt: Ganz ehrlich, so wahnsinnig digital ist die nicht. Das mag daran liegen, dass ich das Internet nicht mit der Muttermilch aufgesogen, sondern erst spät meine Begeisterung dafür entdeckt habe. Oder aber an meiner gesunden Skepsis gegenüber Datenkraken. Schließlich verbirgt sich hier in Wiesbaden einer der wichtigsten Knotenpunkte der weltweiten NSA-Kommunikation. Muss ich da noch mehr sagen?

Spaß an der Analyse

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Entdeckt habe ich das Internet für mich 1999. Damals suchte man noch via Lycos, Hotbot oder Altavista. Google war ein Niemand. 2003 kam ich dann während des Studiums mit Online-Personalmarketing in Berührung. Was nur wenige (meine liebe Ehefrau eingeschlossen) nachvollziehen können: Die Begeisterung für dieses Thema hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Und so fließt viel Zeit, die ich im Web verbringe, in die Recherche und die Analyse von Karriereseiten.

Für die Website-Analyse selbst nutze ich neben meinem messerscharfen Verstand dann neben Google beispielsweise Tools wie den Web Developer oder Pingdom. Und mit dem Smartphone checke ich dann noch mit verschiedenen Browsern, ob die Seite auch mobil optimiert ist.

Analog und quotengeil

Viel Zeit verbringe ich auch mit dem Bloggen. Was vor vier Jahren als kleines Experiment gestartet ist, ist heute aus meinen Leben fast nicht mehr weg zu denken. Aber diese Mühe wurde ja letztes Jahr mit der Auszeichnung als bester HR-Blog des Jahres belohnt. Was mir natürlich ein großer Ansporn ist, weiterzumachen. Überhaupt das Bloggen. Ich bin ehrlich: Ich bin eitel. Vielleicht sogar quotengeil. Das begründet wahrscheinlich auch, warum die WordPress-App diejenige auf meinem Smartphone ist, die ich neben dem Wecker und Twitter am meisten nutze, um die Zugriffsstatistiken zu checken. Apropos:
Twitter ist für mich das Tool, um meinen Artikeln mehr Reichweite zu geben und auch anderes aus der Blogosphäre aufzusaugen.

Lesen und lernen

Die Facebook-App habe ich vor über einem Jahr gelöscht. Dieser suchtähnliche Zustand, ständig irgendwelche Updates zu checken, war mir irgendwann zu viel. Und tatsächlich: Es gibt einem etwas mehr Lebensqualität. Facebook nutze ich nur noch stationär. Vor allem, um den Dialog in der personalblogger-Gruppe zu führen und Artikel mehr oder weniger zu koordinieren.

Natürlich blogge ich nicht nur selbst, ich lese auch. Gern und viel. Meine absoluten Favoriten sind die Blogs von Jörg Buckmann und Henrik Zaborowski. Und natürlich der personalblogger. Nicht zu vergessen: feingemacht, der Blog meiner Frau, die aus dem Alltag einer Hundefriseurin berichtet und dabei so wie ich kein Blatt vor den Mund nimmt.

Wie schon gesagt, meine Welt ist eher analog. Power-Smartphone-Nutzer, die sich lieber mit ihren mobilen Endgeräten als mit ihrem Gegenüber beschäftigen, sind mir zuwider. Und Apps nutze ich (bis auf die genannten) nur wenige. Dazu gehört zum Beispiel Wunderlist. Aber eigentlich arbeite ich dann doch lieber mit Papier, Bleistift und Post-its. Auch Bücher sind mir lieber als ein Kindle. Auf eine App kann ich allerdings als Bahnfahrer dann doch nicht verzichten: Den DB-Navigator. Da kann ich immer wunderbar beobachten, welcher Zug gerade Verspätung hat.