Meine digitale Welt: Nina Diercks

Wir fragen HR-Experten, welche Apps sie nutzen, welche Webseiten sie lesen. Dieses Mal ist es Nina Diercks. Sie fragt sich, wie man im digitalen Zeitalter ohne Twitter überleben kann.  

Psst. Ich verrate Ihnen jetzt ein Geheimnis. Meine digitale Welt sieht ganz schön alt aus. Jedenfalls im Vergleich zu der von Robindro Ullah. Wieso? Nun ja, lesen Sie doch wie mein „digitaler“ Tag aussieht:

Get up

Der Wecker meines Smartphones klingelt. Aber nicht nach dem Schlafrhythmus mit so neumodischem Krams wie „SleepTime“, sondern um Punkt 6.15 Uhr. Schließlich muss die große Tochter um Punkt 7.55 Uhr in der Schule sein.

Get started

Im Büro angekommen, ist der Ablauf zunächst immer der gleiche: Nach einem ersten schnellen Blick in meine E-Mails hole ich mir insbesondere bei Twitter meinen Nachrichten-Überblick. Ich folge mit meinem Account @SocialmediaR_HH knapp 500 Personen. Es handelt sich dabei um einen bunten Mix aus Vertretern der HR-Suppe, Anwälten und sonstigen Rechtswissenschaftlern, Tekkies, Online-Marketing- und Social-Media-Spezialisten, Politikern und politisch interessierten Menschen, Journalisten sowie ein paar „Just for fun“-Accounts.

Für mich funktioniert die persönliche „filter bubble“ – flankiert von Facebook und Google+ – derart gut, dass ich keine Blogs abonniert habe und auch nicht zwingend jeden Morgen eine Runde bei SPON oder FAZ.net vorbeischaue. Spannende, interessante, wichtige Artikel werden mir schon in die Timeline gespült. Oder ich hole sie mir bei Google+ in den entsprechend sortierten Kreisen (wie Recht, HR oder Marketing) ab.

Ready to rumble

Nach einer guten halben Stunde heißt es dann, ins Tagwerk zu kommen. Meine To-Do-Liste erledige ich mit einer mittlerweile recht unbekannten Applikation namens Moleskine-Notizbuch. Man nehme einen Stift, schreibe die „To Dos“ auf und streiche diese nach Erledigung durch. Funktioniert hervorragend.

Steht auf der To-Do-Liste ein Artikel für den „Social Media Recht Blog“, bleiben die sozialen Netzwerke meist offen und sorgen zwischendurch für die entsprechende Inspiration und den notwendigen Blick über den Tellerrand.

Wenn aber Verträge entworfen und Gutachten geschrieben oder Klagschriften vorbereitet werden wollen, brauche ich in der Regel meine volle Konzentration. Nur in dem Fall, in dem ich über die einschlägigen juristischen Datenbanken nicht weiterkomme, greife ich zum Twitter-Geheimtrick: Die Kollegen RA Thomas Gramespacher von der Online-Publikation Medien-Internet-und-Recht sowie RA Michael Seidlitz sind so etwas wie lebende Urteils-Datenbanken. Keine Ahnung wie die beiden das machen, aber an dieser Stelle mal ein dickes Dankeschön!

As the day goes by

Offensichtlich bin ich nicht der Typ, der für alles und jedes eine App nutzt. Geht es am Abend jedoch noch raus zu einem Läufchen um die Alster, dann lasse ich mich dabei gerne von Runtastic unterstützen.

Schreitet der Abend weiter fort, so unterhalte ich mich oft noch mit @recrutainment. Aber das dann doch wieder ganz analog auf der Couch bei einem Glas Wein. Denn schließlich handelt es sich bei diesem HR-Suppen-Mitglied nicht nur um den Geschäftsführer der CYQUEST GmbH, sondern auch um den wundervollen Vater meiner Töchter.

Wie Sie sehen, ich bin also kein App-Fetischist, aber ich frage mich, wie man im digitalen Informationssturm ohne Twitter überlebt.