Nachhaltige Dienstwagen als Incentive für den Mittelstand

Wenn schon ein Dienstwagen, dann ein umweltschonendes Elektroauto – das fordern gerade die jüngeren Generationen. Lohnt sich das auch für Mittelständler?
© gettyimages / Scharfsinn86

Wenn schon ein Dienstwagen, dann ein umweltschonendes Elektroauto – das fordern gerade die jüngeren Generationen. Lohnt sich das auch für Mittelständler?

Mobilität steht für viele mittelständische Unternehmen im Zentrum des Geschäftsalltags – und das nicht nur im Vertrieb und Handwerk. Als Incentive-Objekt lässt der Dienstwagen allerdings nach. Einen guten Firmeneindruck im Bewerbungsgespräch hinterlassen statt PS-starker Firmenfahrzeuge heute alternative Antriebe. Grund dafür ist ein gesteigertes Umweltbewusstsein.

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Mit Millennials, spätestens aber der Generation Z, drängen Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt, für die bei der Jobsuche nicht mehr unbedingt das Gehalt die größte Rolle spielt. Neben Work-Life-Balance mit flexiblen Arbeitszeiten, Betriebsklima oder Anspruch auf Sabbaticals beziehen Bewerbende immer häufiger auch das Image des Arbeitgebers ins Kalkül mit ein. Hier ist es vor allem der Dienstwagen, der im Fokus der Aufmerksamkeit steht. Er beeinflusst nach wie vor die Außenwahrnehmung eines Unternehmens.

Elektromobilität liegt im Trend

Umweltfreundlichen Fahrzeugen gehört jedenfalls die Zukunft. Das zeigt unter anderem eine repräsentative Erhebung von Statista im Auftrag der Infineon Technologies AG vom vergangenen Jahr. Demnach lag die Zustimmung für alternative Antriebe in der Altersklasse zwischen 18 und 39 Jahren bei nicht weniger als 80 Prozent. Kein Wunder also, dass Mittelständler mehr und mehr auch den E-Köder auswerfen sollten, um Beschäftigte an das Unternehmen zu binden und neue Arbeitskräfte im War for Talents an Land zu ziehen. Schließlich wirken sich Firmenfahrzeuge mit alternativen Antrieben positiv auf die Öko-Bilanz aus. So verbessert sich die Bilanz eines Elektroautos mit jedem gefahrenen Kilometer und ist, abhängig vom Modell, spätestens ab einem Kilometerstand von 50.000 bis 100.000 km CO2-neutral. Elektrofahrzeuge vermitteln Zukunftsorientiertheit und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen – die Sprache, die Young Professionals verstehen. Zudem wird das Unternehmensimage positiv gefördert und das zahlt letztlich auch auf die CSR-Strategie ein.

Ein Wechsel in die Elektromobilität kann auch finanziell von Vorteil sein, sofern die Bedingungen stimmen. So profitieren Unternehmen durch Investitionsanreize wie Corona-bedingte staatliche Innovationsprämien und E-Auto-Förderungen – bei reinen Elektromobilen sind es bis zu 9.000 Euro. Ein weiterer Vorteil: Unternehmen sind bei Elektrofahrzeugen, die bis 2025 zugelassen werden, für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit und senken dadurch ihre Betriebskosten. Ein Blick auf die Gesamtkosten der Fahrzeuge lohnt sich, da die verminderten Wartungsaufwendungen ebenfalls eine wichtige Rolle einnehmen können. Aber auch für Beschäftigte ergeben sich Vorteile. So muss die private Nutzung eines elektrischen Firmenwagens mit einem Bruttolistenpreis von bis zu 60.000 Euro bereits seit Anfang 2020 monatlich nur noch pauschal mit 0,25 Prozent dieses Preises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Damit sparen Mitarbeitende jährlich einen drei-, zuweilen sogar vierstelligen Betrag.

Viele Wege führen zum E-Dienstwagen

Andererseits sind Fahrzeuge mit elektrifiziertem Antrieb in der Anschaffung teurer als Verbrenner. Fest steht: Der Wechsel in den alternativen Antrieb benötigt Zeit und sorgfältige Planung. Das Arval Mobility Observatory Fuhrparkbarometer 2020 zeigt: Viele Wege führen zum E-Dienstwagen. So kaufen 32 Prozent der befragten Unternehmen ihre Fahrzeuge, während sich 47 Prozent für Leasing mit Kilometervertrag entscheiden. Eine pauschale Antwort auf die Frage, wann und wie eine Flotte elektrifiziert wird, gibt es nicht. Wichtig ist: Der E-Dienstwagen muss zum Fahrerprofil des Mitarbeiters passen. Nur so sehen Unternehmen sich mit einem geringeren finanziellen Risiko und organisatorischem Aufwand konfrontiert und schaffen im Gegenzug mehr freie Ressourcen für HR-Verantwortliche.