Digitales Arbeiten 4.0 in neuen und passgenauen Modellen und Strukturen

Tobias Neufeld
Tobias Neufeld

Die digitale und sich stetig verändernde Arbeitswelt erfordert von der HR Abteilung zwei wichtige Aufgaben: Eine ständige Fortbildung, Entwicklung und Qualifizierung der Mitarbeiter sowie neue Mitarbeiter mit den gesuchten Fähigkeiten für das Unternehmen zugewinnen. Für Tobias Neufeld bedeutet Arbeiten 4.0 also vor allem neue und passgenaue Arbeitsmodelle zu entwickeln.

David Nitschke

Wie verändert Digitalisierung die Rolle von HR in den Unternehmen?

Tobias Neufeld

HR wird eine Schlüsselrolle im Rahmen von Arbeiten 4.0 einnehmen und mithilfe von HR Big Data maßgeschneiderte Anforderungsprofile, digitale Weiterbildungsprogramme und flexiblere Arbeitsmodelle entwickeln und implementieren und damit maßgeblich die erfolgreiche Umsetzung der zunehmenden Digitalisierung in Unternehmen beeinflussen.

David Nitschke

Was ist dabei das zentrale Thema für HR?

Tobias Neufeld

Die veränderte Nachfragestruktur nach neuen Berufen und Qualifikationen dürfte das treibende Thema für HR sein. HR muss die für das jeweilige Unternehmen erforderlichen Qualifikationen und Anforderungsprofile der digitalen Arbeitswelt durch Nutzung von Big Data bestimmen und einerseits die vorhandene Belegschaft im Rahmen von Schulungen und Umqualifizierungen für die Herausforderungen von Arbeiten 4.0 weiterbilden und das lebenslange Lernen der Mitarbeiter und Reagieren auf neue Trends und Anforderungen aktiv und dauerhaft unterstützen. Andererseits müssen neue Mitarbeiter mit den entsprechenden Fähigkeiten für das Unternehmen gewonnen werden. Die Umsetzung neuer, passgenauer Arbeitsmodelle gehört ebenso in diesen Themenkomplex, um nicht nur eine „Work-Life-Balance“ zu gewährleisten, sondern eine in Zukunft vermehrt zu erwartende „Work-Life-Flexibility“.

David Nitschke

Wie müssen wir uns die Zukunft des Arbeitens vorstellen?

Tobias Neufeld

Die Zukunft des Arbeitens 4.0 wird sein, dass eine allgegenwärtige Echtzeitvernetzung von Mitarbeitern, Systemen und Maschinen im Sinne einer digitalisierten Wertschöpfungskette das Arbeitsleben vieler Beschäfigter bestimmen wird. Dabei wird es insbesondere zu einer stärkeren Flexibilisierung sowie Entgrenzung der Arbeit in puncto Arbeitszeit und –ort kommen, so dass zukünftig nicht mehr die „klassische“ Tätigkeit an lediglich einem Arbeitsplatz zu fixen Arbeitszeiten -Stichwort: „nine to five“- vorherrschend sein wird, sondern eine an die jeweilige Auftragslage
angepasste, größtenteils ortsunabhängige Leistungserbringung. Die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen, eine hohe IT-Kompetenz sowie eine hohes Maß an Selbstorganisation sind dabei die bestimmenden Qualifikationsanforderungen. Zugleich wird das Wirtschaftsrisiko der Beschäftigung wieder stärker auf die Mitarbeiter verlagert werden. Das sehen wir dann auch in der betrieblichen Altersversorgung.

David Nitschke

Haben die Unternehmen überhaupt eine Option, sich den Anforderungen der Digitalisierung nicht zu stellen?

Tobias Neufeld

Wenn Unternehmen die Herausforderungen und Chancen von Arbeiten 4.0 nicht angehen und Konzepte für die Zukunft entwickeln, entstehen ihnen in erhebliche Wettbewerbsnachteile, die sogar existenzgefährdend sein können.

David Nitschke

Was geben Sie Ihren Teilnehmern im Seminar mit auf den Weg?

Tobias Neufeld

Das Seminar stellt neue Formen der Arbeit 4.0 wie zum Beispiel Crowdworking vor, analysiert diese rechtlich und gibt Handlungsempfehlungen für die Praxis. Im Seminar werden die Systeme vermittelt, um auf die arbeitsrechtlichen Herausforderungen der Digitalisierung bewältigen zu können.