Puppe Emma zeigt körperliche Folgen von Bürojobs

12.11.2019  |  Senta Gekeler
Buckel, gerötete Augen und fahle Haut: An der Puppe Emma zeigen Wissenschaftler, welche Folgen zu langes Sitzen und zu wenig Tageslicht haben.
© Fellowes Brand

Büroarbeiter sitzen zu viel und bekommen zu wenig Tageslicht. Britische Wissenschaftler zeigen an der Puppe „Emma“, welche gruseligen Folgen das hat.

Emma sieht alles andere als gesund aus: Ihr Buckel und ihre blutunterlaufenen Augen fallen sofort auf. Zum Glück ist sie bisher nichts weiter als eine 3D-Simulation britischer Wissenschaftler. Doch die Experten warnen: Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird in 20 Jahren ein Großteil der Büroarbeiter so aussehen.

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Der Verhaltensfuturist William Higham und sein Team haben im Auftrag des Büromaterialanbieters Fellowes Studien zu rund 3.000 Büroarbeitern in Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich ausgewertet. Daraus haben sie abgeleitet, welche körperlichen Beschwerden in den nächsten 20 Jahren immer mehr Menschen betreffen werden. Die Ergebnisse haben sie an der lebensgroßen Puppe „Emma“ verdeutlicht. Sie repräsentiert die durchschnittliche Büroarbeiterin der Zukunft.

Büros machen krank

Emmas Anblick ist verstörend: Sie hat einen Rundrücken, Krampfadern an den Beinen und geschwollene Handgelenke und Füße – alles Folgen von zu langem Sitzen und zu wenig Bewegung. Ihre Haut ist blass und fahl, weil sie kaum Tageslicht abbekommt. Ihre Augen sind trocken und gerötet von stundenlangem Arbeiten am grell leuchtenden Bildschirm. Außerdem hat übermäßiger Stress zu Ekzemen an ihren Armen geführt und zu viel Laptopwärme Rötungen an ihren Armen und Oberschenkeln hervorgerufen. Ihr Körper ist unförmig, ihre Muskulatur degeneriert. Wegen schlechter Büroluft hat sie sogar übermäßig viele Haare in der Nase und in den Ohren. Die Liste an unschönen und unangenehmen Folgen des Bürojobs ist lang.

Deshalb fordert Higham radikale Änderungen in der Arbeitswelt: Büroarbeiter müssen sich dringend mehr bewegen, auf ihre Haltung am Schreibtisch achten und regelmäßig Pausen machen, in denen sie ein paar Schritte gehen. Auch ergonomische Arbeitsplätze seien wichtig. „Sonst werden uns unsere Büros sehr krank machen“, so der Zukunftsforscher. Um zu verhindern, dass Emmas Anblick in 20 Jahren normal ist, müssen auch Unternehmen aktiv werden – zum Beispiel, indem sie ihren Mitarbeitern höhenverstellbare Schreibtische zur Verfügung stellen und sie dazu ermutigen, öfter mal aufzustehen.

Weitere Informationen und Fotos von der Puppe Emma finden Sie hier.