Soft Skills entscheiden die digitale Zukunft

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Foto: Getty Images / Moll/Schoepgens Fotodesign GbR
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Der Vormarsch neuer Technologien und die zunehmende Vernetzung wirken sich massiv auf den Arbeitsmarkt aus. Branchen befinden sich in konstantem Wandel und verlangen neue Kompetenzen der Arbeitnehmer. Eine LinkedIn-Studie enthüllt, worauf es in den kommenden Jahren ankommen wird und wie Unternehmen den neuen Ansprüchen gerecht werden können.

Ein Blick auf die heute am meisten gesuchten Jobprofile verdeutlicht den digitalen Umbruch. So hätte zum Beispiel vor zehn Jahren noch niemand erwartet, dass Berufe wie IT-Security Manager, Big Data-Analysten oder Software-Ingenieure heutzutage in großer Anzahl entstehen. Der großen Nachfrage steht jedoch nicht immer eine ebenso große Anzahl an qualifizierten Arbeitskräften gegenüber. Unternehmen stehen daher nicht nur vor der Herausforderung, die benötigten Stellen zu besetzen. Sie müssen den Wandel auch weiterhin im Auge behalten und ihre Mitarbeiter auf zukünftige Anforderungen vorbereiten.

Berufliche Fähigkeiten im Lauf der Zeit

Die karriererelevanten Fähigkeiten unterteilen sich bekanntermaßen in Hard und Soft Skills. Zu den Hard Skills gehören Social Media-Kenntnisse oder das Beherrschen einer Programmiersprache. Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit oder auch Kreativität werden Soft Skills genannt. In Zusammenarbeit mit Bitkom hat LinkedIn im Vorstände und Personalverantwortliche in Deutschland befragt, wie sich die Nachfrage nach speziellen Fähigkeiten beider Bereiche entwickeln wird*.

Das Ergebnis ist eindeutig: Der Großteil der Befragten ist sich sicher, dass Sozialkompetenzen an Bedeutung deutlich zulegen werden, während die Entwicklung der Fachkompetenzen stagniert. Heutzutage sind (Daten-)Analyse und Interpretationsfähigkeiten, Wissensmanagement und Projektmanagement am gefragtesten und sollen es auch in zehn Jahren noch sein.

Die Soft Skills von heute und in zehn Jahren variieren hingegen sehr deutlich. Kritikfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit sowie Gesprächs- und Verhandlungsführung stehen heute in der Gunst der Führungskräfte ganz oben. In zehn Jahren sind nur noch die letzteren unter den Top-Fähigkeiten. Funktionsübergreifende Kompetenzen werden dann am stärksten gefragt sein, dazu kommt die Fähigkeit der Mitarbeiterführung. Das stärkste Wachstum in den kommenden Jahren erfahren zudem interkulturelle Fähigkeiten.

Grafik: LinkedIn
Grafik: LinkedIn

 

Die Gründe für diese Entwicklung sind schnell gefunden. Während sich bereits heute der Trend abzeichnet, dass sich Fachkenntnisse immer weiter zuspitzen und das Ausbildungssystem künftig immer mehr Spezialisten hervorbringt, machen die Parallelentwicklungen der Digitalisierung es unumgänglich, auch über den eigenen Tellerrand hinausblicken zu können. Kollaborative Arbeitsmethoden wie Scrum oder DevOps haben sich bereits heute etabliert, um Produkte schneller und effizienter ausrollen zu können. Des Weiteren unterhalten die meisten Unternehmen weltweite Niederlassungen oder Partnerschaften in anderen Ländern. Kulturelles Einfühlungsvermögen über sprachliche Barrieren hinweg wird daher eine noch wichtigere Stellung einnehmen.

Die Weichen für die Zukunft stellen

Arbeitnehmer werden in zehn Jahren also vor gänzlich neuen Herausforderungen stehen. Hier sind natürlich auch die Arbeitnehmer gefragt, ihre Belegschaft immer auf dem aktuellen Wissensstand zu halten. Dies ist allein deshalb schon notwendig, um in Zeiten ständig neuer Technologien nicht auf der Stelle zu treten und im Wettbewerb zurückzufallen. Mitarbeiter am Puls der Entwicklung helfen sogar dabei, neue Wertschöpfungsmodelle zu entwerfen und Innovationen voranzutreiben. Nicht zuletzt zahlt es auch auf die Arbeitgebermarke ein, Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich ständig weiterzubilden.

Viele haben die Zeichen der Zeit erkannt. 41 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits digitale Lernangebote implementiert oder planen den baldigen Einsatz. Besonders die großen Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern stehen hier mit 68 Prozent an der Spitze. On-Demand-Lernplattformen erfreuen sich der größten Beliebtheit. Hier erhalten Kunden individuell abgestimmte Lerninhalte, die sich flexibel und im Einklang mit dem Arbeitsalltag abrufen lassen können. Dementsprechend sind diese Angebote am beliebtesten und bereits bei 54 Prozent der Unternehmen im Einsatz, gefolgt von Lernprogrammen auf dem PC (38 Prozent) und integrierten Lernprogrammen (30).

Grafik: LinkedIn
Grafik: LinkedIn

Fazit: Im Wandel bestehen

LinkedIn-Gründer Reid Hoffman sagte, jedes Unternehmen wird bis zu einem Technologie-Unternehmen werden. Diese Entwicklung ist unausweichlich und bereits heute in vielen Bereichen wahr. Unternehmen, die von der digitalen Welle weggespült wurden, sind der Beleg dafür, dass Unternehmen sich den Veränderungen stellen müssen. Hier sind insbesondere die HR-Abteilungen gefragt, die nicht nur ihre Rekrutierungsprozesse ändern, sondern auch die eigene Belegschaft stärker in die Pflicht nehmen müssen. Die Rekrutierung ausschließlich nach Fachkompetenzen wird künftig nicht mehr ausreichen, um das beste Personal zu finden.

Die Studie wurde im Januar 2017 von LinkedIn in Kooperation mit der Bitkom Research GmbH durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 305 Personalentscheider und Vorstände in Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern in Deutschland. Der gesamte Report steht hier zum Download zur Verfügung.

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