Stellenanzeigen von SysAdmins für SysAdmins

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Mit dem HR Excellence Award 2015 sind zahlreiche herausragende HR-Projekte ausgezeichnet worden. Sie wollen wir hier vorstellen. Dieses Mal ist es die Stellanzeige von DocCheck. Unsere Fragen dazu beantwortet Elisabeth Wendt aus dem Personalmanagement des Unternehmens.

Die richtige Zielgruppenansprache ist für Stellenanzeigen erfolgskritisch. Gerade für sogenannte Engpassberufe gilt es, schnell als Unternehmen die Aufmerksamkeit des Wunschkandidaten zu bekommen und möglichst lange zu halten – bis er sich letztendlich bewirbt. Einen sehr kreativen Weg hat das Unternehmen DocCheck gefunden. Ihr Projekt ist in der Kategorie „KMU Stellenanzeige“ ausgezeichnet worden.

Können Sie kurz Ihr Projekt beschreiben?
Mit unserer Stellenanzeige wollten wir im ersten Schritt aus der Masse der langweiligen Standardanzeigen herausstechen, um bei der Zielgruppe mehr Aufmerksamkeit zu generieren. Darüber hinaus wollten wir unsere Vakanz mit einem Kandidaten besetzen, der nicht nur fachlich überzeugt, sondern zur Unternehmenskultur und vor allem zu unserem bestehenden Team passt.

Bei der Konzeption der Stellenanzeige war es unsere Idee, komplett in die Welt der Systemadministratoren einzutauchen und gemeinsam mit dem Fachbereich eine Stellenanzeige „von Systemadministratoren für Systemadministratoren“ zu konzipieren.

Inhaltlich haben wir entsprechend auf die klassischen „HR-Floskeln“ verzichtet und mehr Fachbegriffe und technische Anspielungen verwendet (z.B. Banana Pi, ping, Backplane-Slot, RAID etc.). Im konkreten Anforderungsprofil beziehen sich die Dateiendungen immer auf den jeweiligen Inhalt (z.B. „./GUT/AbgeschlossenesInfoStudium.crt“ hat die Endung crt = Zertifikat) und es wurden nicht einfach nur standardmäßig Job-Voraussetzungen aufgelistet. Besonders ist aber auch der spielerische Umgang mit Shell-Befehlen. So ist es beispielsweise möglich, sich durch die Ausführung des untersten Befehls die Namen unserer Systemadministratoren ausgeben zu lassen („Wir sind gespannt auf Dich! Daniel, Gunnar, Polla und Dominik“).

Bei der Gestaltung der Anzeige wurde ein auffälliges Bildkonzept verwendet, welches ebenfalls aus dem Arbeitsalltag der Systemadministratoren stammt (Pseudoterminal mit Kommandoaufrufen und deren Ausgaben). Hinter dem Header versteckt sich ein sogenannter „Brainfuck-Code“, der nicht nur optisch das Wort „SysAdmins“ darstellt, sondern hinter dem sich auch der Titel „Systemadministrator (m/w)“ versteckt.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere daran?
Das besondere an dieser Stellenanzeige ist, dass die Bewerber auf den ersten Blick erkennen können: Hier versucht nicht das HRM allein, eine Vakanz zu besetzen, sondern das SysAdmin-Team selbst sucht seinen zukünftigen Kollegen, da die Stellenanzeige sowohl inhaltlich als auch gestalterisch komplett aus der Welt der Systemadministratoren kommt. Durch diesen besonderen und persönlichen Ansatz wird der Bewerber abgeholt und erfährt Wertschätzung. Daneben werden wichtige Unternehmenswerte transportiert wie beispielsweise der hohe Stellenwert von Teamarbeit und Kreativität sowie die Offenheit über den Tellerrand zu schauen.

Worin hat sich vor allem der Erfolg des Projektes gezeigt?
Der Erfolg zeigte sich zunächst durch das proaktive, außerordentlich positive Feedback der Bewerber im Bezug auf die Stellenanzeige. Viele Bewerber sind schon in ihren Bewerbungsunterlagen auf unsere Anzeige eingegangen und haben beispielsweise ihr Anschreiben ähnlich aufgebaut. Und auch im weiteren Bewerbungsprozess haben wir immer wieder begeisterte Bewerberkommentare zu der Stellenanzeige erhalten. Zudem konnte mit dieser Stellenanzeige die Quantität und Qualität der Bewerbungen gesteigert werden. Und letztlich haben wir damit unser Ziel erreicht: Wir konnten einen neuen Kollegen für unser „SysAdmin-Team“ gewinnen, der sowohl fachlich als auch persönlich sehr gut zu uns passt.

Foto: Screenshot, DocCheck