Treiber für neue Kommunikationswege

Mit dem Out-of-the-bottle-Office ging Eckes-Granini Deutschland neue Wege im Talentmanagement. Ein Gespräch mit HR Business Partner Annika Stechling über Herausforderungen und Erfolge des Projekts sowie die Frage, warum auch andere HR-Abteilungen Vergleichbares ausprobieren sollten.  

Frau Stechling, Sie haben auf dem Personalmanagementkongress die „Erfolgstory des Out-of-the-bottle-Office präsentiert. Können Sie uns das Projekt noch einmal in wenigen Sätzen zusammenfassen?
Das „Out of the bottle office“ hat seinen Weg frei nach dem Motto „Geht nicht, gibt`s nicht“ beschritten. Hier sitzen acht kreative Köpfe aus allen Bereichen von Eckes-Granini Deutschland zusammen, die über den Tellerrand hinaus denken und dabei nie das Ziel aus den Augen verlieren. Das Einzigartige ist hier die cross-funktionale Zusammensetzung des Teams sowie die besonderen Arbeitsbedingungen

Welche Rolle hat Ihre Abteilung in der Erfolgsstory übernommen?
Wir von der HR-Abteilung sehen uns bei dem Pilotprojekt als Ideengeben und Initiator. Das „Out-of-the-bottle-Office“ eröffnet eine teamübergreifende, intensive Vernetzung in einer neuen Dimension. Das war auch unser Anspruch bei diesem Projekt: Treiber für neue Wege der Kommunikation zu sein.

Was waren die größten Herausforderungen?
Aufgrund der Schnelllebigkeit des Geschäftes, galt es, sich auf neue Marktgegebenheiten zeitnah einzustellen. So hatten wir nicht viel Zeit bei der Umsetzung des Projektes. Darüber hinaus betraten wir hier Neuland und es gab keine Erfahrungswerte, auf die wir zurückgreifen konnten. Das war sehr spannend aber zugleich auch herausfordernd. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir hier eine Vorbildfunktion hatten bei der Realisation neuer Arbeitswege und damit zugleich auch innere Widerstände überwunden haben. Es war ein Spagat zwischen zwei Positionen. Wir haben lange Kommunikationswege aufgebrochen und Entscheidungswege deutlich verkürzt.

Was sind aus HR-Perspektive die größten Erfolge des Projekts?
Mit dem „Out-of-the-bottle-Office“ haben wir unsere Ziele erreicht. Man konnte über den Tellerrand blicken. Es sind im Team neue Kompetenzen hinzugekommen. Gleichwohl hat sich das Verständnis füreinander sowie die Vernetzung untereinander zugenommen. Diese junge, dynamische Kommunikation ist eine schöne Inspirationsquelle für die Organisation und dient als Entscheidungsgrundlage für weitere cross-funktionale Teams.

Warum sollten auch andere HR-Abteilungen vergleichbarere Aktionen in ihren Unternehmen ausprobieren?
Wenn im Unternehmen der Wunsch besteht, innovativ zu agieren, bestehende Prozesse zu hinterfragen und Sachen einfach mal anders zu machen, bietet es sich an, Aktionen dieser Art auszuprobieren. Wichtig ist dabei, dass die Mitarbeiter selbst die Treiber des Projektes sind und Kollegen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen zusammenkommen. Hier ergeben sich interessante Perspektivwechsel. Man betrachtet das Projekt aus verschiedenen „Brillen“ und erzielt bessere Arbeitsergebnisse. Als weiterer Vorteil hat sich erwiesen, dass eine 360°-Bearbeitung von Themen möglich ist und so eine höhere Geschwindigkeit erzielt werden kann. Diese interdisziplinären Aktionen bauen Silo-Denken ab und fördern die Akzeptanz untereinander durch gemeinsame Projekte im Unternehmen. Ein weiterer schöner Effekt: Die Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit den Ergebnissen, wie zum Beispiel den entwickelten Produkten.

Welche langfristigen Auswirkungen hat das Projekt auf das Talentmanagement bei Eckes-Granini?
Wir planen, die cross-funktionalen Teams fortzusetzen. Damit können wir unseren Mitarbeitern immer wieder neue spannende Herausforderungen bieten. Jeder Mitarbeiter hat hier auch die Möglichkeit, sein persönliches Netzwerk im Unternehmen auszubauen. Das „Out-of-the-bottle-Office“ eröffnet hier andere Formen der Zusammenarbeit, weg auch von den Einzelbüros. So kann man sich gegenseitig inspirieren und über sich hinauswachsen.