Trend „New Work“: Wo stehen Deutschlands Unternehmen?

16.04.2019  |  Elena Geiger
(c) gettyimage / Meinzahn
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Jeder möchte jetzt „New Work“ machen. Doch der Ansatz ist bei deutschen Unternehmen noch lange nicht Realität; einige Branchen hinken deutlich hinterher.

Wie viel New Work steckt in unseren Unternehmen? Um das zu beurteilen, muss man zunächst wissen, was unter dem vielgenutzten Anglizismus überhaupt gemeint ist. Auch wenn viele zunächst an Tischkicker, hippe Büroeinrichtung und Homeoffice denken: Der Sammelbegriff New Work beinhaltet viel mehr als das.

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Wie wird „neues Arbeiten“ definiert?

In den verschiedenen Ansätzen und Modellen tauchen folgende Faktoren immer wieder auf, die für die „neue Arbeitswelt“ von Bedeutung sind:

  • Flexibilität: Angebote wie Remote Work, flexible Arbeitsplätze und Kinderbetreuung ermöglichen effektives und situationsgebundenes Arbeiten.
  • Flache Hierarchien: Statt mehrstufigen Führungsebenen gibt es eine moderne, demokratische Führungskultur mit kurzen Entscheidungswegen und viel Eigenverantwortung für den Mitarbeiter.
  • Agilität: Strukturen und Prozesse sind so gestaltet, dass leicht und schnell auf unvorhergesehene Anforderungen reagiert werden kann.
  • Digitalisierung: Digitalisierte Prozesse ermöglichen effizientes, transparentes und teamübergreifendes Arbeiten.
  • Individualität: Mitarbeiter legen Leistungs- und Lernziele selbstständig fest und werden in die Strategieentwicklung eingebunden.
  • Neue Bürokonzepte: Moderne, flexible Arbeitsumgebungen fördern die Kreativität.

Setzen Unternehmen diese Werte um?

In der Theorie schaffen die New-Work-Konzepte eine Arbeitswelt, in der sich Menschen frei entfalten, ihre Fähigkeiten maximal einsetzen und selbstständig handeln können.

Betrachtet man die Umsetzung einiger der genannten Faktoren, wird schnell deutlich: Viele Unternehmen haben beim Thema New Work noch einen langen Weg vor sich. Besonders interessant dabei ist, Branchen miteinander zu vergleichen. Hier zeigen sich nämlich große Unterschiede.

Große Branchen-Unterschiede bei der Umsetzung von New Work

In punkto Digitalisierung sind Unternehmen in Deutschland aktuell am besten aufgestellt. Wie wichtig das Thema Digitalisierung für die Wettbewerbsfähigkeit ist, muss man kaum betonen. Trotzdem ist es in vielen Unternehmen noch nicht strategisch verankert: bei Banken und Versicherungen beispielsweise bei 27 Prozent, in der Automobilbranche bei 28 Prozent der Unternehmen.

Auch beim Thema Agilität bildet der Automobilsektor das Schlusslicht. Besonders „lernagil“ dagegen sind Führungskräfte in Pharma-, Technologie- und Handelsunternehmen.

Flache Hierarchien sind für viele Unternehmen Neuland. Am ehesten findet man sie in Unternehmen aus dem IT- und Internetbereich und in der Telekommunikation, besonders selten im Bankwesen.

Und wie sieht es mit der Flexibilität aus? Modelle zur flexiblen Arbeitsgestaltung sind für das New-Work-Prinzip elementar – doch nur wenige Unternehmen bieten sie an. Spitzenreiter ist mit lediglich 17,16 Prozent die Versicherungsbranche. Banken folgen mit 10,92 Prozent auf Platz zwei. Die Schlusslichter bilden die Branchen Automobil, Telekommunikation und Handel/Konsum.

Alle Rankings können Sie der folgenden Infografik von Otto entnehmen:

Quelle: New Work: der große Branchenvergleich – eine Infografik von Otto