Wie ein soziales Intranet die interne Kommunikation sichert

Corona-Auflagen stellen die interne Kommunikation auf eine harte Probe. Ist ein soziales Intranet die Lösung? Ein Fallbeispiel vom Gasnetz Hamburg.
© gettyimages / oatawa

Corona-Auflagen stellen die interne Kommunikation auf eine harte Probe. Ist ein soziales Intranet die Lösung? Ein Fallbeispiel vom Gasnetz Hamburg.

Soziale Bindungen halten Unternehmen als Gemeinschaften zusammen. Doch Corona-Auflagen, Vereinsamung im Homeoffice und Kontaktbeschränkungen in den Teams können das Gemeinschaftsgefühl auf eine harte Probe stellen. In der Mitarbeiterkommunikation sind umso mehr Lösungen gefragt, die trotz digitalem Austausch Nähe und Verbundenheit stiften und aufrechterhalten. Gasnetz Hamburg hat mit einer sozialen Intranet-Lösung schon Anfang 2018 eine Plattform für die interne Kommunikation eingeführt, das sich jetzt besonders bezahlt macht.

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Die rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählende Belegschaft des städtischen Energienetzbetreibers Gasnetz Hamburg arbeitet gleichsam in zwei Welten. Während kaufmännische Fachkräfte als Corona-Schutzmaßnahme den überwiegenden Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen, müssen die Technik-Teams weiter raus. Es gilt, eine für Hamburg kritische Infrastruktur am Laufen zu halten. Denn Schäden an den Gasleitungen der Stadt und kontinuierliche Instandsetzungsarbeiten an der Energie-Infrastruktur kennen keine Corona-Auszeit. Beide Berufsgruppen haben in dem Unternehmen gleichermaßen Priorität. Während auf der einen Seite ein stadtweites Erdgasnetz die Versorgung von Industrie und Haushalten sicherstellen muss, entwickelt das Unternehmen auf der anderen Seite klimafreundliche und digitale Neuerungen für die Zukunft.

„Wir sind irgendwie beides: Ein Innovationstreiber, der auch Arbeitsweisen und Strukturen von Start-up-Unternehmen aufgreift, aber andererseits auch ein ganz konventioneller Infrastrukturbetreiber mit klassischen Aufgaben der Daseinsfürsorge“, skizziert Personalleiterin Svenja Bonnichsen den Charakter des Unternehmens. „Kommunikation muss bei uns auch die Brücke zwischen diesen Welten schlagen und alle einbinden.“ Konkret bedeutet das, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Büro-Arbeitsplätzen ebenso anzusprechen, wie Technik-Teams, die draußen auf Baustellen im Einsatz sind.

Als zentrale Kommunikationsplattform setzt das Unternehmen daher auf eine Social-Intranet-Lösung, die zugleich anwenderfreundlich, vielschichtig und mobil nutzbar ist. Das „Gasnetz-Intranet: schnell, einfach, laufend aktuell“, kurz „GISELA“, ist weit mehr als eine interaktive interne Nachrichtenplattform. Es gliedert sich in Fachgruppen, bietet Chat- und Kommentarfunktionen und einen News-Bereich, der als Startseite für die gesamte Belegschaft eingerichtet ist. Zentral platziert hier auch der Unternehmens-Krisenstab alle seit Beginn der Corona-Krise wichtigen Neuerungen. Alle Gisela-Informationen lassen sich auch per App auf mobilen Geräten abrufen. So bleibt die Belegschaft stets auf dem neuesten Stand – unabhängig von Ort und Arbeitssituation. Und sie bleibt im Dialog. Denn Likes und Kommentare sind stets nur einen Mausklick oder Display-Wisch vom Arbeitsalltag entfernt.

Der ironisch-altbackene Frauenname des Portals und seine inhaltliche Gestaltung werden im Unternehmen als sehr gemeinschaftsstiftend wahrgenommen. Nicht als Hochglanz-Medium aus der Geschäftsführungs-Etage, sondern als Forum eines Austauschs auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern ist das inhaltliche Konzept angelegt. Ergebnisse von internen Umfragen und die enorme Zahl von monatlich rund 20.000 Seitenaufrufen und einer durchschnittlichen Verweildauer von über sieben Minuten belegen das Erreichen der Kommunikationsziele. Einen wesentlichen Grund für die hohe Akzeptanz ist die tagesaktuelle Pflege der Inhalte. Die technische Plattform hinter Gisela stammt vom Hamburger IT-Anbieter Coyo. Doch die Inhalte entstehen im Unternehmen. Ein Redaktionsteam aus der Kommunikationsabteilung trennt hier klar zwischen für alle relevanten News in der Einstiegsseite und themenspezifischen oder fachlichen Inhalten in den Gruppen- und Themenseiten. So gelingt der schwierige Spagat zwischen nachrichtlicher Aktualität und fachspezifisch vertiefendem Content.

Kommentarfunktion und Like-Buttons vermitteln dabei stets ein aktuelles Feedback aus der Belegschaft. So erreichte ein Video über die Technikereinsätze unter Corona-Schutz innerhalb von wenigen Tagen rund 100 Likes – und das bei einer Reichweite von 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Kommentare wie „die besten Darsteller sind immer die, die ihr Handwerk verstehen“ zeigen, dass der Inhalt auch Mitarbeiterstolz und Verbundenheit stärkt. Aber auch eine kritische Diskussion, wie sie etwa ein Beitrag über ein neues bautechnisches Verfahren auslöste, kann als Gradmesser für die hohe Involviertheit der Teilnehmer angesehen werden. „Wir brauchen diesen Austausch, weil er für den Zusammenhalt der Belegschaft wie Mörtel in den Fugen einer von Corona erschütterten Mauer wirkt“, sagt Personalleiterin Bonnichsen.

Zwar setzt Gasnetz Hamburg in seiner internen Kommunikation auch weiterhin auf Betriebsversammlungen als Präsenzveranstaltungen, auf direkte Dialoge mit Führungskräften und auf ein gedrucktes Mitarbeitermagazin. Doch im Büro- und Baustellenalltag stellt das soziale Intranet durch sein hohes Maß an Interaktivität den zentralen Anlaufpunkt für den Kontakt ins Unternehmen dar. Steigende durchschnittliche Aufenthaltsdauern im Vergleich zum Vorjahr und noch häufigere Kommentare lassen erkennen, dass in Zeiten der Kontaktbeschränkungen der digitale Austausch stärker als sonst persönliche Kontakte ersetzt. So bleiben die sozialen Bindungen erhalten – denn sie halten das Unternehmen als Gemeinschaft zusammen.

 


Interne Kommunikation in Krisenzeiten: Darauf kommt es an:

  • Corona vereinzelt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Die interne Kommunikation muss jetzt neben aktuellen Informationen auch eine starke soziale Bindung vermitteln.
  • Interaktion ersetzt Flurgespräche: Wer sich austauscht, fühlt sich eingebunden. Deshalb ist die Online-Interaktion über Likes, Kommentare und Posts eine besonders wichtige Komponente in Corona-Zeiten.
  • Geteiltes Leid ist halbes Leid – eine Binse mit Corona-Aktualität: Wer regelmäßig in Posts und redaktionellen Texten von Kolleginnen und Kollegen erfährt, die bei ihrer Arbeit vor ähnlichen Problemen stehen, schöpft daraus Zuversicht.
  • Dialog auf Augenhöhe: Ein soziales Intranet sollte sich für Beiträge der Belegschaft öffnen. Wer in kurzen Posts seinen persönlichen Erfolg des Tages äußern kann und dazu Reaktionen aus dem Kollegenkreis erhält, erlebt Wertschätzung auch im Homeoffice.
  • Aktualität schaffen: In einem sozialen Intranet sollten mehrmals wöchentlich, idealerweise täglich neue Inhalte zu finden sein. So bleibt die Plattform ein echter sozialer Treffpunkt der Belegschaft – und die Plattform erreicht die soziale Bindungskraft, die Unternehmen während der Corona-Krise besonders brauchen.