Wie man gesunde Ernährung im Arbeitsalltag fördert

Mit einfachen Maßnahmen können Arbeitgeber ihren Angestellten helfen, sich gesund zu ernähren.
© gettyimages / Angela Kotsell

Arbeitgeber können ihre Angestellten mit wenig Aufwand dabei unterstützen, sich gesund zu ernähren. Lucia Ramminger von Edenred Deutschland gibt Tipps.

Konzentriert, zufrieden und leistungsfähig – das sind nur ein paar der direkten positiven Effekte gesunder Ernährung. Hinzu kommen unter anderem ein erhöhtes Wohlbefinden, ein besserer Stoffwechsel und weniger chronische Krankheiten. All das ist vielen Menschen bekannt, denn das Thema nimmt seit einiger Zeit auch im Privaten einen immer höheren Stellenwert ein. Und dennoch – gerade im Arbeitsalltag kommt gesunde Ernährung oft zu kurz. Schuld daran sind meist Zeitmangel und andere Dinge die wichtiger zu sein scheinen sowie fehlende Möglichkeiten, sich gesunde Mahlzeiten zuzubereiten.

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Gesunde Ernährung zahlt sich aus

Man könnte meinen, (gesunde) Ernährung ist reine Privatangelegenheit jedes Mitarbeiters. Da muss nicht auch noch der Arbeitgeber Sorge für tragen. Aber doch, gerade der Arbeitgeber profitiert davon, sich gut um seine Mitarbeiter zu kümmern, denn er hat spürbare Vorteile davon: Zum einen ist eine ausgewogene Ernährung eine wesentliche Voraussetzung für produktives und konzentriertes Arbeiten. Bei leerem Magen leidet die Aufnahmefähigkeit und es mangelt an der nötigen Energie. Ein voller Magen durch schwer verdauliche Mahlzeiten wiederum macht müde, da der Körper vordergründig mit der Verdauung beschäftigt ist.

Langfristig hat das Ernährungsverhalten eines jeden Einzelnen natürlich auch Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit. Wenn ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter dabei unterstützt, sich ausgewogen zu ernähren, können so Fehlzeiten reduziert werden. Gesunde Mitarbeiter tragen also dazu bei, dass ein Unternehmen erfolgreich agiert und wettbewerbsfähig ist – einerseits durch weniger Ausfallszeiten, anderseits natürlich durch erhöhte Produktivität.

Zu guter Letzt wirkt sich die Förderung der Mitarbeitergesundheit auch positiv auf die Arbeitgeberattraktivität aus. Arbeitgeber, die die Gesundheit ihrer Mitarbeiter respektieren und sie bei einem gesunden Lebensstil unterstützen, steigern die Zufriedenheit und zeigen Wertschätzung.

Doch was können Unternehmen tun, damit sich Mitarbeiter im Job gesund ernähren?

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Diese Maßnahmen kosten nicht viel, sind leicht umzusetzen und können trotzdem viel bewirken:

1. Die richtigen Voraussetzungen

Hier gilt: Keep it simple – es muss nicht gleich eine eigene Kantine sein. Durch zum Beispiel den Zugang zu den wichtigsten Küchenutensilien wie Messer, Schneidebrett, Schüssel und sonstigem Geschirr können sich Mitarbeiter frische Zutaten leicht selbst zubereiten und müssen nicht auf Fertiggerichte zurückgreifen. Oder tauschen Sie süße Softgetränke gegen einen gut erreichbaren Wasserspender und bieten Sie natürlich, zuckerfreie Geschmacksaromen an. Ausreichend Trinken wird oft vergessen – und dabei ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ebenso wichtig wie Gemüse, Ballaststoffe und Co. Aber auch hier kann ganz einfach Abhilfe verschafft werden – zum Beispiel mit einer App, die an das regelmäßige Glas Wasser erinnert, oder mit einer stylishen (gebrandeten) Trinkflasche, die gerade sehr gefragt sind.

2. So viel Zeit muss sein

Die Einhaltung von (ausreichend langen) Pausen ist nicht nur arbeitsrechtlich geregelt, sondern wirkt sich auch positiv auf die Mitarbeitergesundheit und -produktivität aus. Wann der Erholungseffekt am größten ist, ist dabei für jeden Mitarbeiter unterschiedlich. Was allerdings dem Großteil der Menschen während der Pause gleich gut tut, ist ein Location-Wechsel, ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft und eine gesunde Mahlzeit – möglichst in Ruhe eingenommen. Das beugt Heißhungerattacken vor, für die oft ungesunde Lebensmittel herhalten müssen. Zudem sorgt eine derartige Pause für eine bessere Verdauung und kurbelt den Stoffwechsel an. So ist ein gutes Konzentrationslevel über den Tag hinweg sichergestellt.

3. Mahlzeiten bezuschussen

Auch finanziell können Unternehmen ihren Mitarbeitern in Sachen gesunder Ernährung Gutes tun – und das sogar steuer- und sozialabgabenfrei. Jeder Arbeitgeber kann sich mit bis zu 6,50 Euro täglich an der Mittagsverpflegung seines Mitarbeiters beteiligen – da nimmt man gerne mal ein Stück Obst extra oder bedient sich an der Salattheke, anstatt zum vermeintlich günstigen, aber ungesunden Snack zu greifen. Mit den sogenannten Essensgutscheinen, die wie Bargeld eingesetzt werden können, wird so Rücksicht genommen auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben jedes einzelnen.

4. Informieren leicht gemacht

78 Prozent der europäischen Beschäftigten legen laut der Edenred Food Umfrage 2019 Wert auf einen qualitativ hohen Nährwert  ihrer Lebensmittel. Doch nicht jeder hat die Zeit sich ausführlich zu informieren, welche Mahlzeiten diesem Zweck am besten dienen. Deswegen gilt: Aufklären, ohne dabei belehrend zu wirken. Das neueste Rezept für einen Energie-Smoothie, ein Team-Frühstück mit Obst und Joghurt oder das gemeinsame Kochen in der Mittagspause motivieren Mitarbeiter, sich gesund zu ernähren. So können Arbeitgeber dazu beitragen, bei den Mitarbeitern „ganz nebenbei“ ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schaffen.

5. Die Mischung macht’s

Um möglichst viele Mitarbeiter zu erreichen, empfiehlt sich eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen, die direkt am Arbeitsplatz erfolgen und bedarfsorientiert und flexibel sind. So freut sich der eine Mitarbeiter über einen Abrisszettel mit Tipps für gesunde Snacks, der nächste hingegen hat mehr Bedarf an einer App, die die Nährwerte seines Mittagessens berechnet. Zudem sorgen gemeinsame Team-Events dafür, dass alle Mitarbeiter „spielerisch“ eingebunden werden – auch diejenigen, die eine geringere Affinität für ausgewogene Ernährung haben.

Insgesamt hat jeder Vorgesetzte eine Vielzahl an Möglichkeiten, seine Mitarbeiter bei der gesunden Ernährung zu unterstützen. Das Wichtigste aber ist: Nutzen Sie Ihre Vorbildfunktion und gehen Sie mit gutem Beispiel voran. So kommen nicht nur Sie gesund und leistungsstark durch den Arbeitstag, sondern bieten Ihren Mitarbeitern auch eine gute Orientierung.