Wie sich Unternehmen für die Generation Why wandeln müssen

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Unternehmen müssen sich für die Generation Why wandeln.
(c) gettyimages / dusanpetkovic

„Warum sollte ich in Ihrem Unternehmen meine wertvolle Lebenszeit verbringen?“ Generation Y und Z fragen vermehrt nach dem Sinn und fordern Unternehmen.

Viele Kinder sind mit einem Bild von Arbeit aufgewachsen, dass sie nachhaltig geprägt hat: Die Eltern kommen abends erschöpft nach Hause und wollen nur noch ihre Ruhe. Der Fernseher als letzte Rettung. Zu „geburnoutet“ sind sie nach acht bis zwölf Stunden im Job. Oft wird über die Arbeit schlecht gesprochen. Dass sie halt notwendig ist. Dass man sie sich nicht aussuchen kann. Es wird auf die Rente oder Pension hingearbeitet. Und jeden Sonntagnachmittag kommen den Eltern krächzende Laute über die Lippen, wenn sie an den kommenden Montag denken.

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Wenn Kinder solche Eltern als Vorbild haben, welche Denkhaltung werden sie als Jugendliche dann von der Arbeit haben? Wie immer gibt es zwei Möglichkeiten: Man gibt sich dem hin und akzeptiert diese Haltung, oder es startet eine Gegenbewegung. Und diese scheint jetzt in der Wirtschaft langsam angekommen zu sein. Viele der jüngeren Generation möchten nicht mehr einer Arbeit nachgehen, die ihnen keinen Sinn vermittelt. Darum wird auch eine Beförderung nicht mehr spontan zugesagt, sondern zuhause mit dem Lebenspartner besprochen. Es wird abgewägt, ob das mehr an Geld das mehr an Aufwand und Beeinträchtigung der Freizeit wettmacht.

Die Generation Y ist anspruchsvoll, fordernd und sie hinterfragen gerne. Schließlich wurde diese Generation immer in den Mittelpunkt gestellt: Von den Eltern, dem Markt und jetzt auch von den Arbeitgebern. Dies wurde von den jungen Menschen verinnerlicht – darum treten viele mit einem höheren Selbstbewusstsein auf. Keine leichte Aufgabe in der Führung.

Führung muss wirklich Sinn machen!

Führung hat doch immer Sinn gemacht – irgendwie. Analysiert man unser Businessleben kritisch, wird man allerdings einige Bereiche finden, die „man“ einfach noch so macht, die allerdings kaum wirklich sinnvoll sind (Sitzungskultur, Jahresgespräche, Leitbilder etc.). Viele Führungskräfte haben heute so viel zu tun mit wichtigen Projekten, dass die Führungsarbeit auf das notwendigste zurückgestuft wurde. Insgeheim kommt dies vielen Führungskräften gelegen. Denn Führungsproblemen und Konflikten mit Mitarbeitern setzt man sich nur ungern aus.

Führung muss massiv „echter“ werden!

Es ist kein Geheimnis mehr, dass der Fokus der Unternehmen vermehrt auf die wirklichen Bedürfnisse der Mitarbeiter gerichtet werden muss. Sind diese unzufrieden, verlassen sie nicht nur das Unternehmen. Nein, sie bewerten das Unternehmen auf Bewertungsportalen wie kununu.com. Und nur Mitarbeiter, die wirklich kreativ und mit viel Freiraum arbeiten dürfen, werden die Produktivität und den Wert des Unternehmens steigern können. Ein weiterer großer Knackpunkt ist der „War for Talents“. Gute Mitarbeiter finden und halten ist heute nicht mehr einfach. Nur wenn man ein gutes Klima, Sinn und natürlich alle „Hygienefaktoren“ wie Bezahlung, Goodies und Co. bieten kann, sind gute Mitarbeiter langfristig zu halten. Zudem stoßen übertriebene Hierarchien und Machtgehabe bei den jungen Mitarbeitenden auf Ablehnung.

Führung muss „wert-voll“ werden!

Karriere um jeden Preis ist für viele jüngere Menschen nicht mehr das Ziel. Erstrebenswert ist vielmehr ein ausgeglichenes, spannendes und sinnerfülltes Leben zu führen. Darum werden die Werte eines Unternehmens und damit der Führungskräfte plötzlich entscheidend. Allerdings gelten nicht die Werte, die im Leitbild festgeschrieben sind. Man misst das Unternehmen und die Menschen, die darin arbeiten, an den gelebten Werten. Schließlich investiert der Mitarbeiter seine kostbare Lebenszeit, da sollten die Werte harmonieren. Das Unternehmen steht plötzlich vor der Herausforderung, herauszufinden, welche Werte (wirklich!) gelten und wie man diese wirkungsvoll und authentisch kommuniziert.

Also alles neu und anders?

Nein, keine Angst. Nicht alles wird neu. Allerdings sollte man heute schon die eigene Führungsarbeit regelmäßig (positiv, aber kritisch) hinterfragen. Welches Verständnis von Führung haben Sie verinnerlicht? Was in der Führungsarbeit macht schon lange keinen Sinn mehr? Welche Denkhaltungen sind veraltet? Wo können Sie Mitarbeiter besser fördern und ihre Fähigkeiten noch besser für den Erfolg im Unternehmen einsetzen? Wie können Sie Sinn stiften? Denn wer Leistung fordert, muss Sinn bieten. Und wer Sinn bietet, muss keine Macht ausüben.