Wie Sie Beschäftigte in Krisenzeiten motivieren

Spätestens seit der Corona-Krise wird vielen Unternehmen klar: Ohne motivierte Mitarbeitende läuft gar nichts. Doch wie hält man die Motivation aufrecht?
© gettyimages /BartekSzewczyk

Spätestens seit der Corona-Krise wird vielen Unternehmen klar: Ohne motivierte Mitarbeitende läuft gar nichts. Doch wie hält man die Motivation aufrecht?

Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wichtiger Baustein, um ein Unternehmen am Laufen zu halten. Doch viel zu selten erfahren die Angestellten die Wertschätzung, die ihnen auch tatsächlich gebührt. Untersuchungen zeigen, dass sich die Messung der Mitarbeiterzufriedenheit, das Verständnis der wichtigsten Optimierungspotentiale und deren Umsetzung positiv auf das Engagement der Beschäftigten auswirken. Daraus ergeben sich einige Stellschrauben, an denen die meisten Unternehmen nachbessern können – und das insbesondere in turbulenten Zeiten wie den jetzigen. Denn gerade in schweren Zeiten lassen sich so positive Signale und Wertschätzung an die Belegschaft senden. Mit diesen Mitteln lässt sich die Mitarbeitermotivation besonders in Krisenzeiten hochhalten:

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1. Flexibleres Arbeiten ermöglichen

Eine erste Stellschraube ist die Frage nach einem flexibleren Arbeiten. Gerade Millennials und Vertreter der Generation Z legen besonderen Wert auf Flexibilität. Die Realität zeigt gleichzeitig, dass auch ältere Angestellte gerne flexibler arbeiten, es aber aus früheren Jahrzehnten nicht zwingend gewohnt sind und es deshalb auch nicht aktiv einfordern. Das sollte allerdings kein Grund sein, hier als Unternehmen nicht nachzubessern. Denn die erhöhte Lebensqualität und die dadurch motivierten Angestellten zahlt direkt auf die Arbeitsleistung ein und dies kommt der Firma so wieder zugute.

2. Gesundheit und Lebensgefühl stärken

Aber nicht nur das Verhältnis zwischen der Relevanz von Arbeit und Freizeit im Vergleich zu älteren Angestellten hat sich verändert. Auch die Identifikation mit dem Arbeitsplatz und der Tätigkeit spielt eine immer größere Rolle. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass es besonders den jüngeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wichtiger ist, sich mit den betrauten Aufgaben auch wohlzufühlen als die Karriereleiter stumpf hinaufzuklettern. Führungskräfte sollten das mitdenken, da sie dadurch nicht nur eine Autonomie, sondern auch die Eigenverantwortlichkeit ihres Teams fördern.

3. Sinn stiften und eine positive Arbeitskultur schaffen

Apropos Wohlgefühl: Viele Angestellte klagen nach wie vor besonders in Stresssituationen über eine schlechte Arbeitsatmosphäre. Hier gilt es für Unternehmen, sinnstiftend zu agieren und eine positive Arbeitskultur zu schaffen, in der sich die Beschäftigten nicht nur gut aufgehoben, sondern auch sicher fühlen. Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass Führungskräfte eine Vorbildfunktion einnehmen. Gleichzeitig sollte das Unternehmen aber auch seine Visionen und Werte gezielt an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommunizieren. Doch auch ein offenes Ohr für die Probleme der Belegschaft gehört zu einer positiven Arbeitskultur. Oft lässt sich eine Überbelastung zwar nicht wegreden oder mit einfachen Mitteln auslöschen, aber das Wissen darum, dass Vorgesetzte das Problem wahrnehmen und ernsthaft behandeln, nimmt Angestellten bereits eine Last ab.

4. Belohnen und aufmerksam sein

Bleiben wir noch etwas beim Thema zuhören. Viele Führungskräfte belassen es vor allem in Krisenzeiten dabei und vergessen den nächsten Schritt: Belohnen. Eine sensible Aufmerksamkeit der Vorgesetzten gegenüber den Tätigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollte vorausgesetzt sein, kommt aber häufig in schweren Zeiten dennoch zu kurz. Das daraus resultierend nur wenig gelobt wird, ist eine traurige Tatsache: Im Durchschnitt wird Angestellten nur dreimal pro Jahr für ihre gute Arbeit gedankt. Dabei kann ein Lob – sofern richtig ausgesprochen – besonders in Krisenzeiten eine Möglichkeit sein, fehlende finanzielle Anreize wie Gehaltserhöhungen, temporär auszugleichen. Besonders wenn Angestellte kurzfristig Schichten für ausfallende Kolleginnen und Kollegen übernehmen, ist ein Lob angebracht. Aber auch wenn sich Kundinnen und Kunden für gute Arbeit bedanken, sollte das immer auch alle involvierten Beschäftigten erreichen.

5. Eine funktionierende Kommunikation schaffen

Alle der obig genannten Stellschrauben haben einen gemeinsamen Nenner: Die Kommunikation über alle Unternehmensebenen hinweg. Ein Thema, dass zwar immer wieder thematisiert wird, aber dennoch in den meisten Unternehmen weiterhin zu den Baustellen zählt. Eine funktionierende Kommunikation ist in Krisenzeiten ganz besonders wichtig, allein um die Ängste und Sorgen der Angestellten zu mildern, in positive Energie umwandeln zu können oder gar ganz zu nehmen. Doch auch darüber hinaus gehört eine transparente, effiziente und wertschätzende Kommunikation zu einem positiven Arbeitsklima und vermittelt außerdem ein Gefühl von Zugehörigkeit und Commitment. Eine funktionierende Kommunikation kann viele Probleme bereits im Keim ersticken, da sie durch Dialoge frühzeitig erkannt werden. Auf diese Weise können Unternehmen möglichst zeitig potenzielle Krisenherde ausmachen und entsprechend darauf eingehen.

Fazit

Viele der angesprochenen Möglichkeiten, die Zufriedenheit und Motivation von Angestellten auch – aber nicht nur – in Krisenzeiten hoch zu halten, setzen voraus, dass sich die Führungskräfte auch Zeit dafür nehmen. Verschiedene Software-Tools können dabei helfen, den zeitlichen Aufwand zu minimieren und trotzdem das gewünschte Ergebnis zu erzielen – und die Werte gleichzeitig messbarer zu machen.