Wie Sie Stellenanzeigen auf Google sichtbar machen

Was googeln Jobsuchende in Corona-Zeiten und wie können Unternehmen ihre Stellenanzeigen auf Google gut sichtbar platzieren?
© unsplash / enjamin Dada

Was googeln Jobsuchende in Corona-Zeiten und wie können Unternehmen ihre Stellenanzeigen auf Google gut sichtbar platzieren? Aktuelle Praxistipps.

Die Welt verändert sich durch Corona, und auch der Stellenmarkt tickt gerade anders. Systemrelevante Branchen (Altenpflege, Krankenpflege, Supermärkte, Drogerien, Lieferdienste) brauchen jetzt schnell neue Mitarbeiter. Auf der anderen Seite gibt es momentan viele Personen, die durch Kurzarbeit oder Firmenschließungen neue oder zumindest ergänzende Jobs brauchen.

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Tristan Niewöhner, CEO der Persomatch GmbH und Experte im Bereich Suchmaschinenmarketing in der Personalakquise, beschäftigt sich täglich mit dem Stellenmarkt und der Entwicklung von Suchanfragen, die bei Google eingegeben werden. Der Fokus seiner Arbeit liegt auf Google, weil Google mit einem Marktanteil von über 95 Prozent in der mobilen Suche und 86 Prozent in der Desktop-Suche einfach ungeschlagener Marktführer ist (Statista, April 2020). 70 Millionen Suchanfragen pro Monat zum Thema „Jobs“ sowie die Tatsache, dass 75 Prozent aller Jobsuchenden ihre Stellen bei Google suchen, zeigen, dass Google auch im Bereich der Mitarbeitersuche die Plattform schlechthin ist.

2 Dinge fallen momentan bei der Betrachtung des Stellenmarktes auf

„Seit Corona haben wir festgestellt, dass einige Begriffe nun sehr häufig gegoogelt werden, einfach aus der aktuellen Situation heraus: Kurzarbeit, Kurzarbeitergeld oder Kurzarbeitergeld aufstocken sind Begriffe, nach denen im Moment häufig gesucht wird“, so Niewöhner. „Und: Im Moment muss die Stellenbesetzung schnell gehen, es ist nicht die Zeit für aufwändig geplante Employer-Branding-Kampagnen. Die Mitarbeiter werden hier und jetzt benötigt, damit die relevanten Branchen den Betrieb aufrecht halten und die geforderten Leistungen bringen können.“

Mit diesen Erkenntnissen rät Niewöhner den Unternehmen, die jetzt Mitarbeiter suchen: Machen Sie Ihre Stellenanzeigen auf Google auffindbar. Denn dort suchen die Menschen, die gerade wirtschaftliche Probleme haben und neue Beschäftigungen suchen, nach Lösungen. Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihre Stellenanzeige bei Google gut und sichtbar platzieren.

Google Anzeige

Was muss man tun, um seine Stellenanzeige als Google Anzeige effektiv und zielführend auszuspielen? Die Anzeige soll natürlich nur einem potenziellen Bewerber ausgespielt werden, und nicht jemandem, der gerade etwas ganz Anderes sucht. Außerdem sollte die Stellenanzeige auf der ersten Google Seite, und hier ganz oben erscheinen. Die zweite Google Seite ist für Nutzer so gut wie uninteressant.

Tristan Niewöhner erklärt: „Alles startet mit den richtigen Keywords. Für Google Anzeigen sind Keywords von großer Bedeutung, da die Kosten für Google Anzeigen nach einem hochautomatisierten Echtzeit-Biet-Verfahren ermittelt werden. Je mehr Anbieter es gibt, die für ein gewisses Keyword zu zahlen bereit sind, desto höher wird der letztendliche Klickpreis dieser Anzeige.

Wie sucht das Unternehmen – und wie sucht der potenzielle Bewerber?

Für die Keyword-Recherche sollte man also einige Zeit aufwenden. Es dreht sich um die Frage: Welche Keywords werden tatsächlich von den potenziellen Bewerbern genutzt? Häufig schleichen sich in Unternehmen ganz eigene Fachjargons ein. Als Resultat gibt es interne Stellenbezeichnungen, nach denen aber niemand sucht. Man muss sie also „übersetzen“. „Bevor wir mit unserem Unternehmen an den Start gegangen sind, haben wir 25.000 Jobs eingehend analysiert, was die Art und Weise betrifft, wie diese Jobs gesucht werden. Daraus haben wir einen selbst-lernenden Algorithmus erstellt. Wir setzen pro Stellenanzeige zwischen 500 und 900 Suchwortkombinationen ein, um die Bewerber bestmöglich zu erreichen.“, sagt Tristan Niewöhner.

Keywords aus der aktuellen Situation heraus nutzen

Besetzen Sie die Google Anzeige auch mit den aktuell häufig gegoogelten Keywords wie „Kurzarbeit, Kurzarbeitergeld aufstocken“ und so weiter. So wird Ihre Stellenanzeige ganz gezielt den Internet-Nutzern ausgespielt, die sich in kritischen Situationen befinden und daher diese Begriffe googeln. Wenn diese Nutzer dann Ihre Stellenanzeige sehen, sehen sie darin vielleicht eine Lösung ihres Problems und bewerben sich bei Ihnen.

Regionales Targeting

Mit Google Anzeigen hat man darüber hinaus die Möglichkeit, das Ausspielen einer Anzeige anhand der geografischen Position des Internetnutzers zu steuern. Bezogen auf Stellenanzeigen kann man auf diese Art steuern, welche potenziellen Bewerber man ansprechen möchte. Sucht zum Beispiel ein Krankenhaus in Bielefeld eine Pflegekraft, so kann in der bei Google platzierten Anzeige festgelegt werden, dass die Stellenanzeige nur Jobsuchenden ausgespielt wird, die sich bis zum Beispiel 50 Kilometer rund um Bielefeld aufhalten. Eine Person, die sich in Berlin aufhält und über ihr Smartphone einen Job als Pflegekraft sucht, wird diese Anzeige nicht zu Gesicht bekommen.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Die Erfahrung zeigt, dass sich Jobsuchende nicht unmittelbar bewerben, nachdem sie eine passende Stellenanzeige gesehen haben. Oft müssen die Bewerbungsunterlagen erst fertiggestellt werden und in der Regel dauert es vom ersten Wahrnehmen der Stellenanzeige bis zur tatsächlichen Bewerbung sieben Tage. „Eine Bewerbung ist kein Spontankauf“, so Niewöhner. In sieben Tagen kann natürlich eine Menge passieren, im schlechtesten Fall vergisst der Bewerber sein Vorhaben und das Unternehmen bekommt keine Bewerbung. Um das zu verhindern, kann der Jobsuchende beim ersten Aufrufen der Stellenanzeige mit einem sogenannten Cookie markiert werden. Ruft der Nutzer nun andere Webseiten auf, wird ihm diese Stellenanzeige immer wieder in Form von Display-Anzeigen angezeigt, sodass eine regelmäßige Erinnerung stattfindet.

Google for Jobs

Seit Ende Mai 2019 ist Google for Jobs in Deutschland gestartet. Sucht jemand bei Google nach einem Job (wie gesagt, 75 Prozent aller Jobsuchenden verfahren so), dann werden alle relevanten Jobangebote in einer blau hervorgehobenen Box übersichtlich dargestellt. Google nutzt dazu die Daten der Stellenausschreibungen, die bereits digital vorliegen, etwa auf Seiten von Internet-Jobbörsen oder auf unternehmenseigenen Karriereseiten. Diese Box wird auf der ersten Suchergebnisseite angezeigt, und zwar unter den Google-Anzeigen, aber über den organischen Ergebnissen.

Google for Jobs ist allerdings keine klassische Stellenbörse, man kann also keine Stellenanzeigen buchen und sich damit einen Platz garantieren. Damit die Stellenanzeigen in der Google-for-Jobs-Box erscheinen, müssen sie für Google optimiert werden. Anhand verschiedener Kriterien bewertet Google die Relevanz für die jeweils aktuelle Suche und entscheidet, welche Anzeige in die Box kommt. Dafür muss Google die Anzeige aber „lesen“ können.

Strukturierte Daten

„Der wichtigste Punkt heißt „Strukturierte Daten“. Schon vor vielen Jahren hat Google mit anderen Internetkonzernen die Seite www.schema.org/JobPosting ins Leben gerufen. Hier wird erklärt, wie Stellenanzeigen für Suchmaschinen aufbereitet werden müssen.“, so Niewöhner. Ob die eigene Webseite mit Stellenanzeigen diese Kriterien erfüllt, kann über einen Google-Service getestet werden: https://search.google.com/structured-data/testing-tool/u/0/?hl=de.

Je mehr Informationen, desto besser

Grundsätzlich gilt: Je mehr Informationen die Stellenanzeige enthält, desto eher wird sie in die Google-for-Jobs-Box kommen. Gemeint sind Informationen wie ein präziser Jobtitel, der Arbeitsplatzstandort, die wöchentliche Stundenzahl oder auch das Gehalt (ein Thema, was in Deutschland noch kontrovers diskutiert wird). Darüber hinaus sollten beispielsweise auch diese Parameter aus dem Bereich der Suchmaschinenoptimierung bedacht werden: Sprechende URLs, klare Gliederung der Anzeige und Nutzung der Indexing API, um Google über eine neue Seite zu informieren.

Fazit

Es ist also ratsam, sich gerade jetzt mit dem Thema Suchmaschinenmarketing in der Personalakquise auseinanderzusetzen. Denn was ist sinnvoller, als Mitarbeiter dort zu suchen, wo sie sich tummeln?