Wie viel verdienen deutsche Fach- und Führungskräfte?

14.02.2019  |  Deidre Rath
(c) gettyimages // Rostislav_Sedlacek
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Banker in Frankfurt bekommen am meisten, Frauen werden nach wie vor schlechter bezahlt. Wer wie viel verdient, zeigt der Stepstone Gehaltsreport 2019.

Fach- und Führungskräfte in Deutschland verdienen im Schnitt rund 58.100 Euro brutto; das zeigt der neue Gehaltsreport des Jobportals Stepstone. Wer Personalverantwortung übernimmt, kann sich über durchschnittlich 16.692 Euro mehr im Jahr freuen. Die Auswertung von rund 85.000 Gehaltsangaben offenbart deutliche Unterschiede je nach Branche, Ausbildung, Berufserfahrung und Bundesland.

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Frauen sind klar im Nachteil

Die Ergebnisse der Studie zeigen klar: Frauen werden nach wie vor deutlich schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Sie erhalten über die 9 Berufskategorien hinweg etwa 21% weniger Lohn. Besonders groß sind die Unterschiede im Vertriebswesen. Dort bekommen Frauen rund 20.000 Euro weniger im Jahr. Etwas besser sieht es für Frauen in der IT (-5.500 Euro), in technischen Berufen (-5.000 Euro) und im Ingenieurswesen (-8.000 Euro) aus.

Starke regionale Unterschiede

Auch im bundesweiten Vergleich zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Wirtschaftskraft der Standorte bildet sich auch in den Gehältern ab: In Hessen werden durchschnittlich rund 65.296 Euro gezahlt, dicht gefolgt von Baden-Württemberg mit 62.375 Euro und Bayern mit 62.172 Euro. Das Schlusslicht bildet mit 42.963 Euro Mecklenburg-Vorpommern. Im Städtevergleich gehen die Finanzmetropole Frankfurt a.M. mit einem Durchschnittsgehalt von 73.170 Euro, München mit 70.625 Euro und Stuttgart mit 68.016 Euro als klare Sieger hervor.

Studieren lohnt sich weiterhin

Die Entscheidung für ein Studium wirkt sich weiterhin positiv auf die spätere Gehaltshöhe aus. Gute Aussichten hat, wer Medizin oder Zahnmedizin (durchschnittlich 81.608 Euro) studiert. Auch ein Studium in Wirtschaftsingenieurswesen (74.260 Euro), Wirtschaftsinformatik (73.619 Euro), Ingenieurswissenschaften (72.058 Euro) oder Mathematik und Informatik (70.827 Euro) lohnt sich. Schon beim Berufseinstieg macht sich der Studienabschluss bezahlt: Akademiker erhalten hier mit 47.541 Euro immerhin 11.608 Euro mehr als ihre Kollegen ohne Studium. Mit zunehmender Berufserfahrung liegt diese Differenz nach 25 Jahren bereits bei 28.632 Euro.

Wer verdient am besten?

Zur bestverdienenden Berufsgruppe gehören nach wie vor die Ärzte mit einem durchschnittlichen Entgelt von 77.359 Euro. Die höchsten Durchschnittsgehälter werden mit 70.823 Euro pro Jahr im Bankenwesen gezahlt, gefolgt von der Pharmaindustrie mit 70.043 Euro, der Automobilbranche mit 67.942 Euro und der Chemie- und Erdölverarbeitenden Industrie mit 67.753 Euro.