Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?

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Heute diskutieren Experten in Berlin über die Zukunft der Arbeit. Der Kongress des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales “Arbeiten 4.0” ist die Auftaktveranstaltung für einen Dialog, der sich der Frage widmet: Wie sieht die Arbeitsgesellschaft der Zukunft aus?

Wie wirkt sie sich die Digitalisierung auf die Zukunft der Arbeit aus?, fragt Bundesministerin Andrea Nahles in ihrer Begrüßungsrede zum Kongress. Bisher sei die Debatte sehr technikgetrieben. Doch Technik allein führe schließlich nicht zu guter Arbeit für alle. Wie Arbeiten 4.0 aussehen wird, ist also noch ungewiss.

Das Grünbuch als Auftakt eines Dialoges

Die Bundesministerin stellt daher das Grünbuch Arbeiten 4.0 vor, das die wichtigsten Trends der künftigen Arbeitsgesellschaft skizziert und unter anderem der Frage nachgeht, ob die Technik die Arbeit verdrängen wird. „Die Technik hat auf längere Sicht immer neue Arbeit geschaffen. Die Debatte vom Ende der Arbeit wird ins Leere laufen“, sagt Andrea Nahles dazu. Wir müssten uns darum kümmern, zu sehen, wo die Hotspots der neuen Arbeit entstehen. Gerade Geringqualifizierte stehen vor den größten Veränderungen. „Qualifizierung wird zum Leitmotiv“, bilanziert Andrea Nahles und spricht von einer künftigen „Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung“, die das ganze Leben lang Ansprechpartner sein sollte und besonders bei den Übergängen hilft.

„Empört euch!“ zu rufen, reiche nicht aus, sagt die Ministerin mit Blick auf den Essay „Empört Euch“ des Résistancekämpfers Stéphane Hessels. „Die Botschaft müsse immer auch heißen: ‚Organisiert euch!‘“. Wir brauchen Regeln und einen europäischen Weg, dem produktiven Dilemma der Digitalisierung zu begegnen, fährt sie fort. Bisher seien die Konsumenten die Gewinner der Digitalisierung. Doch auf Dauer reiche es nicht, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Besser wäre es, wenn der ganze Mensch im Mittelpunkt stehe.

Mögliche Antworten auf diese Fragen werden 2016 in dem Weißbuch Arbeiten 4.0 zusammengefasst. Dort fließen zentrale Trends aus der nun angestoßenen fachlichen und öffentlichen Debatte zusammen.

Der Mensch und die Technik

In der ersten Podiumsdiskussion „Von der Industrie 4.0 zur Arbeit 4.0 – Bestimmt der Mensch die Technik, oder umgekehrt?“ diskutieren der Personalvorstand von Volkswagen, Horst Neumann, und Professor Hartmund Hirsch-Kreinsen (TU Dortmund) und Professor Gesche Joost (Udk Berlin).

Das sind weitere Themen der Auftaktveranstaltung:

  • Arbeit und Wirtschaftskultur: Fordert das Silicon Valley die soziale Marktwirtschaft heraus?
  • Arbeit und Leben: Freiheit und Sicherheit. Arbeit und Familie. Neue Werte – neue Arbeit?

Im Video-Livestream können Sie die Diskussionen verfolgen.