Zufrieden im Job und doch absprungbereit

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In Deutschland ist jeder Zweite mit seinen Arbeitsbedingungen zufrieden. Das ist zwar eine Verbesserung zu 2013 aber längst kein Rekordwert. Auch die Wechselbereitschaft ist nach wie vor hoch.

Eigentlich ist es eine gute Nachricht. Jeder zweite Deutsche ist mit seinen Arbeitsbedingungen zufrieden, wie eine repräsentative Studie feststellt. Diese 55 Prozent sind ganze drei Zähler mehr als noch 2013. Ein leichter Zuwachs aber noch kein Rekordwert. 2012 noch waren 63 Prozent der Deutschen mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden. Ein Jahr später waren es 11 Prozent weniger.

Im Detail sprechen etwas mehr Arbeitnehmern ihren Chefs in allen abgefragten Kriterien ein Lob aus als noch vor einem Jahr – von den Arbeitszeiten über die Entlohnung bis hin zu Weiterbildungsmöglichkeiten. So gaben 46 Prozent an, dass die vereinbarten Arbeitszeiten eingehalten werden. Das sind 5 Prozent mehr als noch 2013. Beim Punkt „faire Bezahlung“ ist ein Anstieg von drei Prozentpunkten auf 45 Prozent zu verzeichnen. 39 Prozent (plus 4 Prozent) der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle anbietet. Von regelmäßigen Weiterbildungsmöglichkeiten sprechen rund 37 Prozent der Befragten. 2013 waren es nur 31 Prozent.

Baustelle Familienfreundlichkeit, Karriereförderung und Gesundheit

Deutlich schlechter sieht es noch bei dem Thema Familienfreundlichkeit aus. Nur knapp jeder vierte Arbeitnehmer (27 Prozent) ist der Meinung, dass sein Arbeitgeber hier gut aufgestellt ist. Auch die Gesundheitsförderung ist noch deutlich unterrepräsentiert. Nur 25 Prozent loben hier ihren Arbeitnehmer. In beiden Fällen ein leichter Anstieg, wie die Studie feststellt. In ihrer Karriere entsprechend gefördert sehen sich nur 18 Prozent der Befragten. Soziales Engagement ihres Arbeitgebers ist ebenfalls 18 Prozent der Beschäftigten aufgefallen. Dieses Kriterium wurde in der Studie erstmals abgefragt.

Weiterhin hohe Wechselbereitschaft bei den Beschäftigten

Auch wenn die Studie Arbeitgebern anhand der leichten Zuwächse bei den meisten abgefragten Kriterien ein Umdenken in Sachen Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung attestiert, ist die Bereitschaft, den Arbeitsplatz zu wechseln, fast unverändert hoch. So gaben 42 Prozent der Befragten an, dass sie innerhalb der nächsten zwölf Monate einen Jobwechsel anstreben. 2013 waren es 43 Prozent. Als Hauptgrund identifizieren die Studienverfasser wie in den Vorjahren auch den Wunsch nach einer besseren Bezahlung. Für 22 Prozent der Beschäftigten ist das der Grund, eine berufliche Veränderung anzustreben. 12 Prozent haben hingegen das Gefühl, dass ihre Leistung nicht anerkannt wird, während 10 Prozent einfach Abwechslung suchen. 9 Prozent macht ihre aktuelle Tätigkeit keinen Spaß. Über ein schlechtes Arbeitsklima beklagen sich 8 Prozent.

Für die Studie „Jobzufriedenheit 2014“ wurden im Auftrag der ManpowerGroup Deutschland vom Marktforschungsinstitut Toluna 1.000 Deutsche ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse wurden bevölkerungsrepräsentativ hochgerechnet.