Die aktuelle Ausgabe der Global Talent Trends Study basiert auf den Angaben von mehr als 11.800 Teilnehmenden aus unterschiedlichsten Rollen und Regionen – darunter rund 9.250 Beschäftigte, 1.650 HRFührungskräfte, 825 CSuiteEntscheider sowie etwa 100 Investoren.
Die Quintessenz der Analyse: Wir stecken mitten in einer Phase, in der Technologie allein nicht mehr das Wachstum liefert, das sich Unternehmen erhoffen. Vielmehr geht es jetzt darum, Arbeit so zu gestalten, dass Menschen und KI komplementär zusammenarbeiten.
Aus Mercer-Sicht zeigen sich vier zentrale Handlungsfelder für die Agenda von HR-Verantwortlichen:
Re-Invent for a human advantage: Der Moment der Neugier
KI wird von der netten Spielerei am Arbeitsplatz zum ständigen Sparringspartner. Dieser Wandel beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit der Entscheidung, Arbeit neu zu denken: welche Aufgaben sind zu erfüllen, welche Maschinen unterstützen – und wie ergeben sich daraus sinnvolle Job-Profile. Laut Studie hält sich heute nur ein Drittel der Organisationen für fähig, einen optimalen MenschMaschineMix zu gestalten. Handlungsauftrag: work first, nicht tech first.
Leap forward with insight: Daten wecken die Szenarien
Um Arbeit neu zu gestalten, braucht es Transparenz: Welche Skills fehlen morgen? Welche Rollen werden transformiert? Hier werden TalentIntelligence und Assessments zum Kompass. Mercer zeigt, dass vorhandene Daten oft ungenutzt bleiben. HR kann zur strategischen Informationsquelle werden, indem es WorkforceInsights interpretiert und in Führungshandeln übersetzt.
Re-Calibrate the value exchange: Vertrauen schafft Freiraum für Leistung
Mitarbeitende brauchen Perspektiven, psychologische Sicherheit und gerechte Anerkennung. Die Studie dokumentiert einen historischen Tiefstand in der Frage, wie zufrieden und erfolgreich sich Mitarbeitende fühlen. Und sie ist ein Weckruf. Die Antwort ist kein generisches Belohnungspaket, sondern personalisierte, skillsbasierte Vergütung und kontinuierliches, AIgestütztes Listening, das Vertrauen aufbaut und Performance fördert.
Unleash a new HR era: Das Betriebssystem, das alles verbindet
Alle vorherigen Schritte bleiben Stückwerk ohne ein HROperatingModel, das integriert, digital und ergebnisorientiert ist. Mercer zeigt: HRFunktionen, die eng mit der IT-Funktion verbunden sind, sind agiler und resilienter. Die Transformation verlangt eine einzige WorkforceDatenbasis, vereinfachte Prozesse und klare Verknüpfung von HRMetriken mit Geschäftsergebnissen.
Was das für HR bedeutet
Kurzfristig heißt das: mit Pilotprojekten bei kritischen Rollen starten, DatenBackbone priorisieren, kontinuierliches Employee Listening einführen und das Re-Design von Arbeit strategisch verankern.
Langfristig wird HR jene Funktionen übernehmen, die Unternehmen befähigen, Mensch und Maschine gewinnbringend zu verbinden, indem Arbeit neu gedacht und Wertschöpfung für Mitarbeitende rekalibrieren wird, Daten nutzbar gemacht werden, und HR selbst neu gestalten. Wer diese Balance beherzigt, verwandelt TechnologieHype in nachhaltige Performance und macht HR zum Dirigenten einer neuen Arbeitswelt.
Eine ausführliche Sicht auf die Mercer Global Talent Trends, ergänzt um Research Daten von Indeed, geben wie in jedem Jahr auf dem Personalmanagementkongress in Berlin am 25. Juni von 15:20 – 16:05 Uhr im Raum A03 Tim Verhoeven von Indeed und Michael Eger von Mercer.
