Die Zukunft des Recruitings? Wartet darauf, gestaltet zu werden – auch und besonders in Zeiten von wirtschaftlichen Umbrüchen, Fachkräftemangel und KI. Mit dieser Erkenntnis endeten die Social Recruiting Days (SRD) 2025: Zwei Tage lang gab es auf dem Quadriga Campus in Berlin unter dem Motto „Smart Hiring. Perfect Fit“ Einblicke, Praxisbeispiele und Inspiration zur effizienten, digitalen Personalgewinnung. Mehr als 200 Teilnehmende, darunter vor allem Fachkräfte aus den Bereichen Personal, Kommunikation und Technologie, informierten sich in praxisnahen Vorträgen, Workshops und Expert Sessions über die neuesten Entwicklungen.
Dabei zog sich das Thema KI wie ein roter Faden durchs Programm: Wie lässt sie sich im Recruiting sinnvoll einsetzen? Wo sind ihre Grenzen? Und wo geht die Reise hin? Zahlreiche Speaker lieferten hierzu wertvolle Antworten und Denkanstöße. Zum Beispiel den, dass man sich im Recruiting in Zukunft womöglich stärker aufs berühmte Wesentliche konzentrieren dürfte: auf Empathie und Beziehungskompetenz vor allem. Und auf die eigene menschliche Urteilskraft, die kein KI-Tool ersetzen kann. Lebendig auf den Punkt brachten diese Botschaft in ihren jeweiligen Keynotes Jan Kirchner von der Digitalagentur Wollmilchsau und Autorin Magdalena Rogl. Letztere plädierte in ihrem Vortrag zum Auftakt der SRD dafür, Human Resources in Human Relations umzubenennen, um die Bedeutung des Faktors Empathie in der Arbeitswelt zu unterstreichen.
In seiner Keynote regte der Kriminalpsychologe und Autor Dr. Thomas Müller die Teilnehmenden dazu an, über die Balance in ihrem Leben nachzudenken: zwischen Selbstfürsorge, sozialen Beziehungen und Arbeit. Eine Balance aus diesen drei Bereichen sei laut Müller die beste Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl, die sich wiederum positiv auf die eigene Arbeit als Personalerin oder Personaler auswirke.
Über gesellschaftliche und marktpolitische Entwicklungen wurde ebenfalls lebhaft diskutiert. Vertreterinnen und Vertreter von Großkonzernen, KMU, NGOs und Behörden widmeten sich etwa der Frage, wie die Zuwanderung von Fachkräften gefördert werden und was den deutschen Arbeitsmarkt für sie attraktiver machen könnte – besonders in den Bereichen IT und Pflege.
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Außerdem auf dem Programm: effiziente Social-Media-Strategien, zum Beispiel für Bewerbungsverfahren via Whatsapp, fürs Employer Branding auf Linkedin oder durch den Einsatz von Corporate Influencern. Andere Themenblöcke setzten sich mit einer verbesserten Candidate Experience auseinander oder mit der Frage, was ein Speeddating im Unternehmen ganz praktisch bewirken kann. Überhaupt, die Praxisbeispiele. Davon gab es reichlich. Und mit ihnen die beruhigende Gewissheit: Andere machen ähnliche Fehler. Ehrliche Einblicke und Best Cases steuerten Start-ups ebenso bei wie gestandene Großkonzerne.
Wie die SRD anfingen, so endeten sie auch: mit einem Plädoyer für Vielfalt. Autor und Berater Martin Speer sprach im Schlussvortrag über Geschlechtergerechtigkeit und den Weg dorthin. Und darüber, dass es sich gerade in Krisenzeiten lohnt, Diversität weiterhin zu fördern.
