KI verändert die Arbeit. Aber Menschen entscheiden über den Erfolg.

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Künstliche Intelligenz hat die Arbeitswelt längst erreicht. Die Frage für Unternehmen lautet heute nicht mehr, ob sie KI einsetzen, sondern wie sie deren Potenzial erfolgreich nutzen. Genau an diesem Punkt zeigt die Human Capital Trends Studie 2026 von Aon einen entscheidenden Zusammenhang: Technologie schafft Möglichkeiten – den Unterschied machen aber weiterhin die Menschen.

Kreisdiagramm zeigt den Stand der KI-Einführung in Deutschland: 50% eingeführt, 43% in Vorbereitung, 6% in Pilotphase.

Deutschland gehört zu den Vorreitern bei der Einführung neuer Technologien. Insgesamt 93 % der befragten Unternehmen haben KI entweder bereits eingeführt (50 %) oder testen aktuell entsprechende Anwendungen (43 %). Weltweit sind es 73 %. Gleichzeitig hält die Entwicklung der notwendigen Kompetenzen vielerorts nicht Schritt. Nur ein kleiner Teil der Unternehmen hat in den vergangenen zwölf Monaten einen Großteil der Belegschaft gezielt für den Umgang mit KI qualifiziert. Damit entsteht eine Lücke zwischen technologischem Fortschritt und organisatorischer Umsetzung.

Kreisdiagramm zeigt den Anteil der Mitarbeitenden an KI-Reskilling/Upskilling-Programmen in den letzten 12 Monaten.

Der eigentliche Wettbewerbsvorteil liegt nicht in der Technologie
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass Unternehmen ihre Zukunftsfähigkeit nicht allein über neue Technologien sichern können. Gefragt nach den wichtigsten Kompetenzen für die kommenden drei Jahre nennen Führungskräfte weltweit zunächst Anpassungsfähigkeit und den Umgang mit Veränderung. Auf Platz zwei folgen Führung sowie die Fähigkeit, Menschen erfolgreich mitzunehmen. Erst danach werden digitale Kompetenzen und Technologieaffinität genannt.

Für Unternehmen bedeutet das: Technologische Transformation gelingt nur dann, wenn Mitarbeitende aktiv durch Veränderungsprozesse begleitet und befähigt werden. KI kann Prozesse beschleunigen und Routinetätigkeiten automatisieren. Sie ersetzt jedoch nicht die Fähigkeiten, die notwendig sind, um Veränderungen erfolgreich zu gestalten.

Für HR bedeutet das: Die Einführung neuer Technologien muss konsequent mit Qualifizierung, Führungskräfteentwicklung und aktivem Changemanagement verbunden werden. Unternehmen, die Menschen und Technologie gemeinsam weiterentwickeln, werden die Potenziale von KI deutlich besser ausschöpfen als Organisationen, die ausschließlich auf technische Implementierung setzen.

Warum viele Investitionen ihre Wirkung nicht entfalten
Die Studie zeigt jedoch noch eine weitere Herausforderung. Viele Unternehmen investieren heute in Wellbeing, Benefits, Employee Experience und Personalentwicklung. Dennoch erleben Mitarbeitende diese Angebote häufig nicht in dem Maße, wie Unternehmen es beabsichtigen.

Besonders sichtbar wird dies beim Thema Wellbeing. Während 83 % der Unternehmen in Deutschland überzeugt sind, die Bedürfnisse ihrer Belegschaft ausreichend zu erfüllen, nehmen lediglich 13 % der Mitarbeitenden ein starkes und sichtbares Engagement der Unternehmensführung wahr.

Dieses Muster findet sich auch in anderen Bereichen wieder. Leistungen werden eingeführt, Budgets bereitgestellt und Programme entwickelt. Doch wenn Mitarbeitende deren Nutzen nicht erkennen, verstehen oder im Arbeitsalltag erleben, bleibt die gewünschte Wirkung auf Motivation, Bindung und Produktivität aus. Die Herausforderung besteht daher oftmals darin, die Wahrnehmung der Benefits zu steigern, so dass die entsprechenden Investitionen der Arbeitgeber ihre Wirkung entfalten.

Employee Value Proposition als strategischer Hebel
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Employee Value Proposition (EVP). Sie beschreibt das Gesamtangebot eines Unternehmens an seine Mitarbeitenden und schafft Orientierung darüber, wofür ein Arbeitgeber steht.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen mit einer klar definierten und von den Mitarbeitenden verstandenen EVP bei zentralen Zukunftsthemen häufiger schnellere Fortschritte erzielen. Das Engagement der Unternehmensführung für Wellbeing wird stärker wahrgenommen und ein stärkerer Fokus auf Chancengerechtigkeit sowie eine konsequentere Personalisierung von Leistungen für Mitarbeitende sind die Regel. Bisher bleibt hier erhebliches Potenzial ungenutzt. Weltweit verfügen lediglich 19 % der Unternehmen über eine klar formulierte und von Mitarbeitenden verstandene EVP. In Deutschland liegt der Wert bei 33 %. Das ist ein Fortschritt, aber noch weit entfernt von einer flächendeckenden Verankerung.

Eine wirksame EVP schafft Orientierung für Mitarbeitende und hilft dabei, Investitionen in Wellbeing, Benefits und Personalentwicklung verständlich und erlebbar zu machen. Dadurch wird sie zum Bindeglied zwischen Unternehmensstrategie, Führung, Kommunikation und Employee Experience.

Daten als Grundlage wirksamer Personalstrategien
Gleichzeitig wird deutlich, dass Unternehmen die Erwartungen ihrer Mitarbeitenden nur dann gezielt adressieren können, wenn sie diese auch verstehen. Daten spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Wer Investitionen in die Personalstrategie erfolgreich steuern möchte, benötigt Transparenz über Bedürfnisse, Nutzung und Wirkung. Dennoch geben in Deutschland lediglich 29 % der Unternehmen an, über einen hohen Reifegrad bei HR-Daten zu verfügen.

Dabei sind datenbasierte Entscheidungen eine wesentliche Voraussetzung, um Prioritäten richtig zu setzen, Maßnahmen zu personalisieren und deren Erfolg messbar zu machen. Gerade in Zeiten steigender Personalkosten wird es für Unternehmen immer wichtiger, Investitionen gezielt dort einzusetzen, wo sie nachhaltig Wirkung entfalten. Daten liefern dafür die notwendigen Erkenntnisse.

Von der Einführung zur Wirkung
Die Human Capital Trends Studie 2026 zeigt, dass Unternehmen heute vielfach die richtigen Prioritäten gesetzt haben. Die eigentliche Herausforderung besteht nun darin, das Potenzial dieser Investitionen vollständig auszuschöpfen.

Entscheidend ist, wie Investitionen in KI, Personalentwicklung, Wellbeing und Employee Experience im Arbeitsalltag der Mitarbeitenden Wirkung entfalten.

Dafür sind zwei Faktoren besonders wichtig:

  1. Der systematische Aufbau von Kompetenzen parallel zur KI-Einführung.
  2. Eine datenbasierte Employee Value Proposition, die Investitionen konsequent an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden ausrichtet.

Die Ergebnisse der Human Capital Trends Studie 2026 zeigen: Technologie bleibt ein zentraler Treiber der Transformation. Doch nachhaltiger Erfolg entsteht dort, wo Unternehmen gleichermaßen in KI und in die Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden investieren. Organisationen, denen es gelingt, Technologie, Kompetenzen und die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden zusammenzubringen, werden ihre Resilienz stärken, ihre Produktivität steigern und sich langfristig Wettbewerbsvorteile sichern.

Ist ihr Unternehmen bereits gut vorbereitet für die HR-Herausforderungen im Jahr 2026? Oder benötigen Sie Unterstützung? Nehmen Sie gerne mit Aon Kontakt auf.

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Porträt eines lächelnden Mannes mit blonden Haaren, Anzug und Krawatte, vor einem unscharfen, hellen Hintergrund.

Philipp Thinius

Head of Commercial Talent Solutions
Aon
Philipp Thinius ist bei Aon Teil des Globalen Relationship Executive Teams und verantwortet den Vertrieb und das Marketing im Bereich Talent Solutions in der DACH-Region. Er verfügt über langjährige Expertise in der direkten Kundenbetreuung und der strategischen HR-Beratung, die er für den Aufbau von Kundenbeziehungen und die Betreuung von Aon Enterprise Clients im Bereich Human Capital einsetzt.