Im Rahmen der Personalgewinnung können heute eine Vielzahl an Kanälen genutzt werden. Gleichzeitig gibt es eine Menge Akteure, die im Recruiting wichtig sind – nicht nur Personaler, sondern auch die Fachbereiche oder Headhunter. Zudem werden die IT und Big Data bedeutender. Personaler, Fachbereiche, Personalberater, Algorithmen – wer oder was ist am wichtigsten für das Recruiting?

Doch rekrutieren wir als Team? Evaluieren wir Bewerber in Bezug auf die Realität des Teams, indem sie zeigen, ob sie zu deren Erfolg beitragen können? Nutzen wir bestehende Referenznetzwerke effektiv? Die Antwort ist meist: nein.
Die Perspektive des unternehmerischen Teams schafft neue Ansätze im Recruiting und setzt als den kürzesten Weg zum Erfolg auf das direkte Matchmaking zwischen Fachbereich und Bewerbern. Die höchst anspruchsvolle Aufgabe von HR ist, Fachbereichen mit geringem Aufwand individuelle Lösungen zu bieten, damit sich Teams bestmöglich autark entwickeln. HR wird also zum Befähiger.“
Heiko Fischer setzt sich für mehr Selbstorganisation in den Unternehmen ein. Er ist Gründer und Geschäftsführer von Resourceful Humans.

Die Steuerung der externen Dienstleister, das Controlling und ein Blick auf die relevanten KPIs gehören ebenso zum Profil wie eine objektive und professionelle Begleitung des kompletten Einstellungsprozesses von A bis Z. Nicht selten gehört die Beratung, Betreuung und das Coaching der Fachbereiche zu den wichtigen Aufgaben des Recruiters. Er ist auch Berufsberater für die heutigen Absolventen und agiert völlig anders als ein prozessorientierter HR-Generalist.“
Marcus Reif ist Head of Recruiting & Employer Branding GSA bei der Beratung EY. Er bloggt außerdem unter reif.org.

Geht es um seltenere Profile, setzen wir wiederum auf Active Search und Headhunter. Durch die Möglichkeiten der Direktsuche nehmen Personaler gegenüber Personalberatern zukünftig mehr Bedeutung ein. Auch werden bei den zu erwartenden Veränderungen im Arbeitsmarkt in Deutschland die Facheinheiten wichtiger, insbesondere wenn es um die Suche und Identifikation von Berufserfahrenen geht. Eine enge Zusammenarbeit der Personaler mit den internen Experten und die Nutzung ihrer Netzwerke werden deutlich an Bedeutung gewinnen.“
Jörg Leuninger ist promovierter Chemiker und Leiter Rekrutierung bei dem Konzern BASF SE in Ludwigshafen.

Auch was den Cultural Fit betrifft, gibt es hier bereits Möglichkeiten, im Vorfeld zu bestimmen, ob der Bewerber in dem neuen Umfeld glücklich werden würde. Hier können Tools Personalern viel Papierarbeit abnehmen und Zeit freischaufeln, in der sie sich gründlich mit den interessantesten Kandidaten befassen können. Allerdings muss man aufpassen, dass dabei die nötigen Querdenker nicht durchs Netz fallen. Allein deshalb wird die ultimative Entscheidung noch sehr lange bei den Personalern und Fachbereichen liegen – und das ist auch gut so. Nur verfügen sie mittels neuer Daten-Tools in Zukunft über ein viel effizienteres Instrumentarium und können fundiertere Entscheidungen treffen.“
Patrick Bauer ist Vice President Software Group DACH bei IBM. Der Konzern bietet auch intelligente Datenanalysen für das Recruiting an.