Ali Mahlodjis Arbeitswelt

Meine Arbeitswelt

Mein Start in den Tag

Mein Tag beginnt damit, dass meine dreijährige Tochter mich und meine Frau gegen sechs Uhr weckt. Dann spielen wir eine Runde Duplo. Erst danach kommen wir zu unserem ersten Kaffee. Bis 9:00 Uhr konsumiere ich keine Nachrichten und gehe nicht ins Internet. Es gibt dann nur meine Familie und mich. Meine Mails muss ich glücklicherweise seit knapp zwei Jahren nicht mehr selbst lesen, das übernimmt meine Assistentin. Jeden zweiten Tag bringe ich unsere Tochter in den Kindergarten und dann geht es für mich ins Büro, zum Bahnhof oder zum Flughafen.

Umarmung

Im Büro starten wir immer mit einer Morgenrunde, in der ich alle Anwesenden mit einer Umarmung begrüße – natürlich unter Einhaltung aller Coronaregelungen. Das klingt für viele Führungskräfte vielleicht komisch, aber ich mag mein Team wirklich. Es folgt ein kurzes Briefing und nach einem zweiten Kaffee geht es für alle in die Umsetzung. Montags stehe ich im Büro immer allen zur Verfügung und dann finden auch die Meetings statt, an denen ich anwesend sein muss. Die restliche Woche bin ich fast ausschließlich für Vorträge unterwegs oder stehe vor der Kamera für unsere digitalen Produktentwicklungen.

Meine Familie

Wenn ich merke, dass ich Abstand von der Arbeit brauche, erlaube ich mir auch einmal, die Termine des nächsten Tages zu stornieren. Würde ich das nicht machen, könnte ich keine Höchstleistungen liefern. Zweimal die Woche hole ich zudem meine Tochter nachmittags vom Kindergarten ab und dann gibt es nur Papa-Tochter-Zeit.

Ali Mahlodji ist Mentor, Berater und Key- note-Speaker und hat als Jugendlicher die Schule abgebrochen. Nach dem Tod seines Vaters fiel er in eine Sinnkrise. Nun hilft er Menschen, den Sinn in ihrem Leben zu finden.
© privat

Selbstorganisation

Meine Aufgaben strukturiert meine Assistentin für mich – sie ist mein zweites Gehirn. Ich übernehme dafür die tagesaktuelle Priorisierung und hinterfrage auch regelmäßig, was wir tun. Meine gesamte Organisation erfolgt über meinen Kalender, auf den das gesamte Team Zugriff hat. Wichtige Aufgaben schreibe ich mir zusätzlich auf ein Blatt Papier, das ich stets bei mir trage. Ich bin kein Herzchirurg, es gibt also selten Dinge, die wirklich dringend sind. Es hat mich zehn Jahre Lebenszeit gekostet, bis ich verstanden habe, dass wir uns alle nicht so wichtig nehmen sollten.

Lieblingstools

Für meine tägliche Arbeit nutze ich nur das Smartphone. Längere Texte und meine Keynotes schreibe ich hingegen am Laptop. Vor zehn Jahren war ich verrückt nach Apps und habe gefühlt alle ausprobiert, bis ich erkannt habe, dass weniger mehr ist. Ich persönlich arbeite mittlerweile nur noch mit Whatsapp, Kalender und Dropbox. Im Team nutzen wir Miro für Strategiethemen, Monday für Projektmanagement und Slack für die interne Kommunikation – und die gute alte SMS: ein unterschätztes Tool, das nämlich auch funktioniert, wenn das Internet ausfällt.

Ali Mahlodji ist Mentor, Berater und Key- note-Speaker und hat als Jugendlicher die Schule abgebrochen. Nach dem Tod seines Vaters fiel er in eine Sinnkrise. Nun hilft er Menschen, den Sinn in ihrem Leben zu finden.
© privat

Mein Lifehack

Ich habe aufgehört an leere Postfächer zu glauben. Aktuell habe ich über 12.000 ungelesene E-Mails und knapp 800 ungelesene Whatsapp-Nachrichten. Wenn meine Assistentin und ich versuchen würden, alle Nachrichten zu beantworten, würden wir jeden Tag bis 23 Uhr daran sitzen. Meiner Erfahrung nach erreicht mich jede Person, die wirklich etwas von mir möchte. Am ehesten gehe ich übrigens an mein Bürotelefon. Doch die meisten Menschen schreiben lieber sieben E-Mails als einmal durchzuklingeln.

Mein Ausgleich

Freizeit bedeutet für mich, einfach nichts zu tun, bis mir nach zwei bis drei Tagen so richtig langweilig wird. So entstehen Ideen. Ansonsten ist Bücherlesen für mich immer wie Urlaub.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe Humor. Das Heft können Sie hier bestellen.

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Ali Mahlodji ist Mentor, Berater und Key- note-Speaker und hat als Jugendlicher die Schule abgebrochen. Nach dem Tod seines Vaters fiel er in eine Sinnkrise. Nun hilft er Menschen, den Sinn in ihrem Leben zu finden.

Ali Mahlodji

Ali Mahlodji ist Mentor, Berater und Keynote-Speaker sowie ehemaliger Gründer der Berufsorientierungsplattform Whatchado. Er ist zudem als Trend- und Zukunftsforscher für das Zukunftsinstitut tätig.

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