Laut einer neuen Studie der Allbright Stiftung sitzen in den Vorständen deutscher Börsenunternehmen noch immer kaum Frauen – dafür viele Thomasse.
In den Vorständen der 160 deutschen Börsenunternehmen sitzen nur 8,8 Prozent Frauen. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Allbright Stiftung. Zwar hat sich die Zahl der Frauen in deutschen Aufsichtsräten seit der Einführung des FüPoG* im Jahr 2015 auf 30,2 Prozent erhöht. Und das, obwohl viele Unternehmen vor Einführung der Quote beklagten, es seien schlicht und ergreifend keine qualifizierten Frauen zu finden. Allerdings spiegelt sich diese Entwicklung bislang nicht in der Besetzung der Vorstände wider. Für diese ist die Quote nicht verpflichtend.
Thomas befördert Thomas
Ein Grund hierfür ist der Studie zufolge, dass in den Nominierungsausschüssen deutscher Aufsichtsratsgremien nach wie vor hauptsächlich Männer sitzen. Diese neigen dazu, bewusst oder unbewusst, jüngere Kopien von sich selbst in die Führungsriege zu bestellen: Aufsichtsratsvorsitzende heißen am häufigsten Michael, Vorstandsvorsitzende Thomas. Und die häufigsten Namen in deutschen Börsenvorständen sind: Thomas und Michael.
Besorgniserregend ist daher, dass 53 von 160 deutschen Aufsichtsräten für ihre Vorstände eine Zielgröße von null Prozent beschlossen haben – darunter Fielmann, die Deutsche Wohnen und Hochtief. Immerhin: Diese Zielgröße soll zumindest bei der TLG Immobilien AG bis zum 30. Juni 2022 nicht unterschritten werden. Vorbildlich.
Mehr Informationen zur Studie und zum Thema Frauenquote auf Edition F.
* Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst.