Führungswissen vom Maßschneider

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Foto: Thinkstock / Rawpixel Ltd.
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In Zeiten digitaler Umbrüche in den Unternehmen geht die Münchner TUM School of Management neue Wege mit agiler und passgenauer Managerweiterbildung.

Geht es um die Weiterbildung von Führungspersonal, wird bei uns an der Executive Education der Technischen Universität München (TUM) mit Maßband, Anprobe und Nadelkissen gearbeitet – bildlich gesprochen.

Denn das Besondere unserer Firmenkundenprogramme ist, dass sie jeweils individuell auf die teilnehmenden Manager und deren Unternehmenskontext zugeschnitten werden. In detaillierten Abstimmungsrunden werden die Programme auf Wunsch dabei so eng an die Unternehmen angepasst, dass sie sich nahtlos in deren eigene Entwicklungsfahrpläne einfügen können. Zudem haben die Führungskräfte es dann leicht, die Erkenntnisse in ihren individuellen Arbeitsalltag zu integrieren.

Seit 2008 bietet die TUM School of Management Customized Programs an – als individuellen Mix immer basierend auf neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen (evidenzbasierter Ansatz) und der praktischen Unternehmenswelt. Etwa 35 Unternehmen haben seither auf unsere Begleitung durch das Knowhow zugegriffen. Darunter viele internationale Unternehmen wie die Santander Consumer Bank, Sky Deutschland, Wacker Neuson oder auch der TÜV SÜD.

Das Verfahren zur Entwicklung eines Programms ist dabei individuell und iterativ: Zu Beginn wird dem Unternehmen ein TUM-Verantwortlicher zur Seite gestellt, der gemeinsam mit Vertretern der HR- und/oder Fachabteilungen die Bedürfnisse und Problemstellung analysiert. Dabei wird zunächst auch überprüft, ob eine Partnerschaft überhaupt sinnvoll ist – sowohl bezüglich der Inhalte, aber auch Arbeitsweise, Unternehmenskontext und Kulturfit werden abgeglichen.

Gemeinsam mit den akademischen Programmdirektoren sowie weiteren thematischen Experten wird bei erfolgreicher Prüfung ein erstes Angebot entwickelt, welches oft in mehrfachen Schleifen mit den Unternehmensvertretern weiter konkretisiert wird. Dieses beinhaltet beispielsweise die grundsätzlichen Themenschwerpunkte und die Struktur des Programms zum Beispiel anhand einer Aufteilung in eine Modulstruktur, mögliche Dozenten, den Mix aus akademischem und praktischen Input, die konkretere Analyse der Zielgruppe, die Zieldefinition (Lernziele sowie die weiteren Pläne im Unternehmen mit den „Absolventen“), etc.

Nach erfolgreicher Einigung wird schließlich das Programm zusammengestellt, die passenden Dozenten ausgewählt und die konkreten Lehrmethoden festgelegt. Hierbei wird auch einen gesunden Mix aus wissenschaftlichem, in der Praxis überprüfter Input von TUM-Professoren und universitären Partnern weltweit und praktischer Perspektive aus unserem weltweiten Netzwerk geachtet, oftmals ergänzt durch Einblicke in neueste technologische Entwicklungen, beispielsweise dem Virtual Reality oder dem Robotics Lab (je nach Thema). Als Teil der TUM sind bei uns einzigartige Einblicke in Innovationen garantiert. Oft werden auch die eigens entwickelten Leadership-Tools, wie das individuelle Führungsprofil, als begleitendes Element über die gesamte Programmlaufzeit eingebunden.

Anders als oft von Universitäten erwartet, spielt Interaktion stets eine große Rolle, Frontalunterricht gibt es wenig. Gerade bei Gruppen, in denen die Teilnehmer nicht regelmäßig zusammenarbeiten, wird auch das Netzwerken zum Beispiel im Rahmen von Abendveranstaltungen, mit ins Programm aufgenommen. Bei der Gestaltung des Programms werden neben den Inhalten beispielsweise auch die Location (Campus-Feeling, direkt im Unternehmen oder an einem neutralen Ort).

Idealerweise findet dann zunächst eine Pilotdurchführung statt, um bei einer erstmaligen Durchführung gemeinsam an Feinheiten zu arbeiten und das zukünftige Programmdesign weiter zu spezifizieren.

Jede Programmdurchführung wird wissenschaftlich-fundiert evaluiert. Hierzu greifen wir auf Methoden zurück, die an der TUM School of Management entwickelt und stetig überarbeitet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden dann genutzt um in Kooperation mit dem Unternehmenspartner das Programm zu verfeinern.

Wichtig ist uns besonders, die Unternehmen als Partner zu verstehen, mit denen eine langfristige Zusammenarbeit angestrebt wird, um eine nachhaltige Veränderung in den Unternehmen erreichen zu können. Oft sind Kulturveränderungen ein wesentliches Ziel der Programme, die erst durch eine kritische Anzahl an Multiplikatoren/Change-Agents im Unternehmen angestoßen und langfristig verankert werden können. Dazu wird auch das Thema Lerntransfer in das Programmdesign integriert: von „Hausaufgaben“ über die Reflexion der Module und den Unternehmenstransfer durch Kleingruppen, bis hin zu persönlichen Aktionsplänen und deren Umsetzungsunterstützung durch eine Lernapp – die Möglichkeiten sind vielseitig und werden je nach Teilnehmern und Unternehmenskontext ausgewählt. Auch dabei setzen wir auf wissenschaftlich fundierte Methoden und Tools.

Claudia Paul-Helten und Bernhard Kraus von der TUM School of Management referieren zu diesem Thema auf dem Personalmanagementkongress in ihrer Expert Session „Wissenschaft hautnah in der praktischen Personalentwicklung“. Die Session findet im Panel IV am ersten Kongresstag (Donnerstag, 29. Juni) von 15:15 bis 16:15 Uhr statt,