Personalmanagement als Wettbewerbsvorteil

Sie ist seit Januar Personalleiterin von wirDesign und kennt die HR-Arbeit in Agenturen seit Jahren. Wir haben sie einmal gefragt, wie es eigentlich so um die Arbeitszeiten und die Arbeitgebermarke in der Branche steht.

Frau Schulz, Sie waren schon für einige Agenturen als Personalerin tätig. Wie umkämpft ist Ihr Arbeitskräftemarkt?
„Mein“ Arbeitskräftemarkt ist genauso umkämpft wie jeder andere auch. Denn einer Herausforderung müssen sich alle Branchen beziehungsweise Märkte gleichermaßen stellen: Die Bewerber haben heute mehr Auswahl bei der Jobwahl. Entsprechend sind ihre Ansprüche gestiegen – sie sind wählerischer geworden. Deshalb ist es wichtiger denn je, sich ins Bewusstsein zu rufen, dass man sich als Arbeitgeber beim Kandidaten bewirbt.

Aber – und das möchte ich auch betonen – gilt diese größere Auswahl auch für Unternehmen und Agenturen. Es gibt mehr Bewerber. Es ist nichts Neues wenn ich sage, dass die Medienberufe nach wie vor einen regen Zulauf erleben. Deshalb halte ich den Fachkräftemangel, der überall proklamiert wird, für eine Ausrede. Es gibt sehr viele Talente da draußen – sie müssen nur gefunden, gesehen und erhört werden. Und natürlich muss man auch bereit sein, die Young Professionals zu fördern, sich entwickeln zu lassen und auch mal gewähren zu lassen. Das kostet Geld, Zeit und Geduld. Und genau hier liegt der Hund begraben: Das Geld, welches oft für die Abwerbung von High Potentials inklusive professionellem Onboarding ausgegeben wird, wäre sinnvoller in der Personalentwicklung angelegt. WirDesign hat das erkannt und handelt entsprechend. Mein Hauptaugenmerk als  HR-Verantwortliche liegt in diesem Jahr deshalb vor allem in der Personalentwicklung.

Um aber noch einmal auf Ihre Frage zurück zu kommen: Ja, es gibt eine Veränderung im Agenturgeschäft. Mir fällt immer mehr auf, dass sich Designer, Texter und Konzeptioner heute viel früher selbständig machen als noch vor ein paar Jahren. Es ist schwerer geworden, gute Leute für ein Angestelltenverhältnis zu begeistern. Das mag zum einen an den niedrigeren Löhnen liegen, da beißt die Maus keinen Faden ab, und zum anderen lockt die Wirtschaft eben mit größeren Budgets. Dafür hat sie aber keinen Kickerkasten.

Von Agenturen hört man ja immer wieder, dass sich die Arbeitszeiten nach den Kunden richten. Schadet das der Arbeitgebermarke?
Wenn dem so ist: definitiv. Aber meiner Meinung nach gehört diese Denke größtenteils schon der Vergangenheit an. Zwar sehen sich Agenturen immer noch mit einem schlechten Ruf konfrontiert. Allerdings wird auch bereits einiges getan, um dem entgegenzutreten. Es ist kein Geheimnis, dass Agenturen sehr lange Zeit Schindluder mit den Arbeitszeiten und  der uneingeschränkten Flexibilität der Mitarbeiter getrieben haben. Es dürfte aber mittlerweile im letzten Winkel des Agenturgeschäfts angekommen sein, dass man dem entschieden entgegenwirken muss. Ansonsten hat man mehr Probleme als „nur“ seine Arbeitgebermarke.

Stichwort Arbeitszeiten: Wir bei wirDesign haben flexible Arbeitszeiten – nicht zuletzt auch wegen unseres hohen Anteils an Müttern und Vätern in der Agentur. Unsere Mitarbeiter planen ihre Projekte in Eigenverantwortung und haben den Feierabend somit selbst in der Hand. Das funktioniert sehr gut. Positiver Nebeneffekt dieser Eigenverantwortung: Unsere Mitarbeiter erziehen nebenbei auch den Kunden ein wenig dahin, dass der Tag endlich ist. Unsere Kunden wissen genau, dass der Feierabend bei uns durchaus zelebriert wird. Natürlich gibt es auch Zeiten, in denen ein extra hohes Maß an Engagement von einzelnen Mitarbeitern in bestimmten Projektabschnitten gefordert ist. So ist das einfach in Agenturen, das muss man nicht schönen. Aber – und genau hier ist wieder der Arbeitgeber gefordert – muss dieses Engagement auch geschätzt und nicht als selbstverständlich abgetan werden. Wir bezahlen Überstunden. Zudem haben unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, angefallene Überstunden zeitnah abzubauen.

Ich bin schon seit einiger Zeit im Agenturgeschäft tätig und habe auch selbst einige Überstunden schieben müssen. Darauf muss man sich einstellen. Mein Tipp an den Bewerber: Wird zu viel mit Benefits und Chichi geworben, so kann er sich sicher sein, dass hier vor allem Mehrarbeit schön geredet wird.

Wie war Ihr Einstand in Ihrem neuen Unternehmen?
Mit einem Wort: Top! Ich fühlte mich vom ersten Moment an willkommen und als HR-Verantwortliche gebraucht. WirDesign sieht Personalmanagement als strategisches Investment und Wettbewerbsvorteil. Im Gegensatz zu vielen Unternehmen der Branche, die HR entweder durch preiswerte Praktikanten abwickeln lassen oder in HR nur ein Lohnbüro sehen.

Sven Pauleweit

Frau Schulz, Sie waren schon für einige Agenturen als Personalerin tätig. Wie umkämpft ist Ihr Arbeitskräftemarkt?

hrm

„Mein“ Arbeitskräftemarkt ist genauso umkämpft wie jeder andere auch. Denn einer Herausforderung müssen sich alle Branchen beziehungsweise Märkte gleichermaßen stellen: Die Bewerber haben heute mehr Auswahl bei der Jobwahl. Entsprechend sind ihre Ansprüche gestiegen – sie sind wählerischer geworden. Deshalb ist es wichtiger denn je, sich ins Bewusstsein zu rufen, dass man sich als Arbeitgeber beim Kandidaten bewirbt.

Aber – und das möchte ich auch betonen – gilt diese größere Auswahl auch für Unternehmen und Agenturen. Es gibt mehr Bewerber. Es ist nichts Neues wenn ich sage, dass die Medienberufe nach wie vor einen regen Zulauf erleben. Deshalb halte ich den Fachkräftemangel, der überall proklamiert wird, für eine Ausrede. Es gibt sehr viele Talente da draußen – sie müssen nur gefunden, gesehen und erhört werden. Und natürlich muss man auch bereit sein, die Young Professionals zu fördern, sich entwickeln zu lassen und auch mal gewähren zu lassen. Das kostet Geld, Zeit und Geduld. Und genau hier liegt der Hund begraben: Das Geld, welches oft für die Abwerbung von High Potentials inklusive professionellem Onboarding ausgegeben wird, wäre sinnvoller in der Personalentwicklung angelegt. WirDesign hat das erkannt und handelt entsprechend. Mein Hauptaugenmerk als  HR-Verantwortliche liegt in diesem Jahr deshalb vor allem in der Personalentwicklung.

Um aber noch einmal auf Ihre Frage zurück zu kommen: Ja, es gibt eine Veränderung im Agenturgeschäft. Mir fällt immer mehr auf, dass sich Designer, Texter und Konzeptioner heute viel früher selbständig machen als noch vor ein paar Jahren. Es ist schwerer geworden, gute Leute für ein Angestelltenverhältnis zu begeistern. Das mag zum einen an den niedrigeren Löhnen liegen, da beißt die Maus keinen Faden ab, und zum anderen lockt die Wirtschaft eben mit größeren Budgets. Dafür hat sie aber keinen Kickerkasten.

Sven Pauleweit

Von Agenturen hört man ja immer wieder, dass sich die Arbeitszeiten nach den Kunden richten. Schadet das der Arbeitgebermarke?

hrm

Wenn dem so ist: definitiv. Aber meiner Meinung nach gehört diese Denke größtenteils schon der Vergangenheit an. Zwar sehen sich Agenturen immer noch mit einem schlechten Ruf konfrontiert. Allerdings wird auch bereits einiges getan, um dem entgegenzutreten. Es ist kein Geheimnis, dass Agenturen sehr lange Zeit Schindluder mit den Arbeitszeiten und  der uneingeschränkten Flexibilität der Mitarbeiter getrieben haben. Es dürfte aber mittlerweile im letzten Winkel des Agenturgeschäfts angekommen sein, dass man dem entschieden entgegenwirken muss. Ansonsten hat man mehr Probleme als „nur“ seine Arbeitgebermarke.

Stichwort Arbeitszeiten: Wir bei wirDesign haben flexible Arbeitszeiten – nicht zuletzt auch wegen unseres hohen Anteils an Müttern und Vätern in der Agentur. Unsere Mitarbeiter planen ihre Projekte in Eigenverantwortung und haben den Feierabend somit selbst in der Hand. Das funktioniert sehr gut. Positiver Nebeneffekt dieser Eigenverantwortung: Unsere Mitarbeiter erziehen nebenbei auch den Kunden ein wenig dahin, dass der Tag endlich ist. Unsere Kunden wissen genau, dass der Feierabend bei uns durchaus zelebriert wird. Natürlich gibt es auch Zeiten, in denen ein extra hohes Maß an Engagement von einzelnen Mitarbeitern in bestimmten Projektabschnitten gefordert ist. So ist das einfach in Agenturen, das muss man nicht schönen. Aber – und genau hier ist wieder der Arbeitgeber gefordert – muss dieses Engagement auch geschätzt und nicht als selbstverständlich abgetan werden. Wir bezahlen Überstunden. Zudem haben unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, angefallene Überstunden zeitnah abzubauen.

Ich bin schon seit einiger Zeit im Agenturgeschäft tätig und habe auch selbst einige Überstunden schieben müssen. Darauf muss man sich einstellen. Mein Tipp an den Bewerber: Wird zu viel mit Benefits und Chichi geworben, so kann er sich sicher sein, dass hier vor allem Mehrarbeit schön geredet wird.

Sven Pauleweit

Wie war Ihr Einstand in Ihrem neuen Unternehmen?

hrm

Mit einem Wort: Top! Ich fühlte mich vom ersten Moment an willkommen und als HR-Verantwortliche gebraucht. WirDesign sieht Personalmanagement als strategisches Investment und Wettbewerbsvorteil. Im Gegensatz zu vielen Unternehmen der Branche, die HR entweder durch preiswerte Praktikanten abwickeln lassen oder in HR nur ein Lohnbüro sehen.