Die Führungskraft, der Teamplayer

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Die Zeit der Helden und der einsamen Entscheider in Unternehmen ist vorbei. Gefragt sind Teamplayer – von Mitarbeitern wie von den Führungskräften selbst. Doch das hat seinen Preis.

Die Rolle der Führungskräfte in einem Unternehmen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Hiervon sind rund 70 Prozent der Mitarbeiter überzeugt. Doch auch die Führungskräfte selbst sind dieser Meinung. Sogar 80 Prozent von ihnen nehmen diesen Wandel war.

Es ist also vorbei mit dem alten Bild der Führungskraft als heroischer Alleinentscheider. Zu diesem Schluss kommt die Unternehmensberatung osb international, die für ihre repräsentative Studie „Leadership & Leadership Development“ 600 Führungskräfte und 1.500 Mitarbeiter deutscher und österreichischer Unternehmen befragt hat. Nun sind es vor allem soziale Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Konfliktfähigkeit, die die Führungskraft von heute auszeichnen. Mitarbeiter wie Führungskräfte sind den Studienautoren zufolge der Meinung, dass erfolgreiche Führung davon abhängig ist, wie sehr es Führungskräften gelingt, ihre Mitarbeiter zu mobilisieren und zu motivieren.

„Führungskräfte sind mehr denn je als Teamplayer gefragt. Ihnen wird mehr vertrauen entgegengebracht, sie gelten als Vorbild und ihnen wird, ebenso wie den ‚Heroes’ von früher, zugetraut, das Unternehmen durch ökonomisch schwierige Zeiten zu führen“, sagt Margit Oswald von osb international.

Doch dieser Wandel hat auch seine Schattenseiten. Zwar wünschen sich rund die Hälfte der Führungskräfte und auch der Mitarbeiter mehr Zeit für persönliche Gespräche. Und die Bereitschaft, sich mehr Zeit für die Mitarbeiterführung zu nehmen, ist bei 60 Prozent der Führungskräfte vorhanden. Die Studie zeigt jedoch auch, dass dafür kaum Raum bleibt, da der Druck in den Unternehmen beständig steigt und der Rhythmus der Anforderungen bedrohlich anwächst.

Rund die Hälfte der Führungskräfte fühlt sich in der Folge am Ende des Tages ausgebrannt und leer, ohne das anvisierte Tagespensum bewältigt zu haben. Dementsprechend werden sie von ihren Mitarbeitern eher als gehetzte und getriebene Problemlöser denn als Sinnstifter und Orientierungsgeber wahrgenommen.

Interessant ist darüber hinaus auch, dass bei aller Übereinstimmung die Einschätzung von Führungskräften und Mitarbeitern darin auseinandergehen, worin die Führungsverantwortung liegt. Fühlen sich die Führungskräfte mit 41 Prozent zuerst der Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter und dann dem Fortbestand des Unternehmens (39 Prozent) verpflichtet, so glauben die Mitarbeiter, dass im Fokus der Führungskräfte der Fortbestand (39 Prozent) und an zweiter Stelle die Gewinnmaximierung mit 31 Prozent steht. Ihre eigene Zufriedenheit sehen sie nur zu rund 20 Prozent im Fokus der Führungskräfte.