Wer Fachkräfte will, muss für Vereinbarkeit sorgen

Mit dem Fortschrittsindex Vereinbarkeit können Unternehmen messen, wie familienfreundlich sie sind.
Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend © Pressefoto CC BY 4.0

Mit dem Fortschrittsindex Vereinbarkeit können Unternehmen messen, wie familienfreundlich sie sind. Ein Gastbeitrag von Familienministerin Franziska Giffey.

Wo finde ich gute Fachkräfte für mein Unternehmen? Diese Frage treibt viele Personalverantwortliche im Land um. Der Arbeitsmarkt ist in vielen Branchen leergefegt. Um in diesem Umfeld Fachkräfte von sich zu überzeugen, ist es wichtig zu wissen, was sie von ihrem zukünftigen Arbeitgeber erwarten. Hoch im Kurs stehen eine angemessene Bezahlung, ein gutes Betriebsklima, sinnvolle Aufgaben – und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das ist wenig überraschend. Die Familie ist für die große Mehrheit der Bevölkerung der wichtigste Lebensbereich. Sogar acht von zehn Beschäftigten, die (noch) keine Familienverantwortung haben, sind familienfreundliche Angebote wichtig. Familienfreundlichkeit ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein wichtiger Wettbewerbs- und Standortfaktor für Unternehmen. Eine familienfreundliche Unternehmenskultur signalisiert: Hier werde ich als Mensch gesehen und ernst genommen.

Personalmanagementkongress

+++ Familienministerin Franziska Giffey tritt im Juni beim Personalmanagementkongress in Berlin als Keynote-Speakerin auf. (heart) Noch für kurze Zeit gibt es Tickets zum Frühbucherpreis.+++

Aber wie kann man Familienfreundlichkeit messen? Wer sagt Ihnen, wie es um die Familienfreundlichkeit in Ihrem Unternehmen tatsächlich bestellt ist? Wo Sie bereits gut aufgestellt sind und wo Ihr Unternehmen noch besser werden kann? Antworten liefert der neue Fortschrittsindex Vereinbarkeit, den wir im Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag und dem Bundesverband der Personalmanager entwickelt haben. Mit dem Index können Unternehmen anhand weniger Kennzahlen messen, wie familienfreundlich sie tatsächlich sind und sich anonym mit anderen Unternehmen gleicher Größe und Branche vergleichen. Zu den zwölf Kennzahlen gehören unter anderem die Anzahl der Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, die Dauer der Elternzeit von Müttern und Vätern oder der Anteil weiblicher Führungskräfte. Für sich allein sind diese Zahlen wertlos. Im Zusammenspiel aber erlauben sie eine Aussage, wie familienfreundlich die jeweilige Unternehmenskultur ist. Von einer Teilnahme haben Unternehmen mehr als nur diesen Erkenntnisgewinn. Sie erhalten passgenaue Empfehlungen, wie und in welchen Bereichen sie ihr Angebot weiter verbessern können. Und sie bekommen ein Teilnahmesiegel, mit dem sie für sich und um zusätzliche Fachkräfte werben können.

Uns allen ist bewusst: Ein Kulturwandel kommt nicht von jetzt auf gleich. Und er ist nie abgeschlossen. Erwartungen und Wünsche von Beschäftigen verändern sich stetig. Daher ist der Index auch keine einmalige Sache, sondern bietet Personalverantwortlichen und ihren Unternehmen die Möglichkeit, jedes Jahr ihre Entwicklung zu verfolgen und sich stetig weiter zu verbessern. Zugleich lebt der Index davon, dass sich möglichst viele Unternehmen beteiligen. Er ist eine Chance – für Sie, Ihr Unternehmen und Ihre Beschäftigten. Machen Sie Ihr Unternehmen fit für die Zukunft und gestalten Sie die moderne, familienbewusste Arbeitswelt von morgen mit!

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+++ Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Printmagazin Human Resources Manager. (heart) Eine Übersicht der Ausgaben erhalten Sie hier. +++