Mitarbeiter wollen mehr kreativen Freiraum

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Die meisten deutschen Arbeitnehmer halten sich für kreativ, doch ausleben können sie das am Arbeitsplatz nicht. Laut einer aktuellen Studie glaubt nur eine Minderheit, dass es in ihrem Unternehmen genügend Raum für Kreativität gibt.

Steckt das Land der Dichter und Denker in einer kreativen Krise? Der wachsende Zeitdruck in deutschen Unternehmen führt offenbar dazu, dass der Ideenreichtum der Mitarbeiter zu kurz kommt. Das jedenfalls besagt eine internationale Studie, die die Agentur Jack Morton Worldwide in elf Ländern durchgeführt hat. Nur 37 Prozent der befragten Arbeitnehmer in Deutschland haben demnach das Gefühl, sich bei der Arbeit die nötige Zeit für kreatives Denken nehmen zu können. Drei bis vier Stunden pro Woche würden die meisten Studienteilnehmer dafür gerne aufbringen – und das nicht nur aus eigenem Interesse: Über 94 Prozent sind der Meinung, dass Kreativität wichtig für den Geschäftserfolg sei.

Bei den Unternehmen scheint diese Botschaft noch nicht angekommen zu sein. Ein Viertel der Beschäftigten bemängelte, dass ihr Arbeitgeber Kreativität nicht ausreichend belohne. Weitere 22 Prozent waren sich in dieser Frage unsicher. Nur 25 Prozent sind der Meinung, dass ihr Arbeitsumfeld kreatives Denken tatsächlich befördert. Gleichzeitig glaubt aber immerhin jeder Zweite, dass das Unternehmen es ihm durchaus erlaube, kreative Risiken einzugehen.

Für mehr als die Hälfte der Befragten gibt es einen eindeutigen Grund dafür, dass es an schöpferischen Denkpausen fehlt: Zeitdruck. In keinem anderen Land ist dieser Anteil auch nur annähernd so groß (in Brasilien gaben beispielsweise 36 Prozent den Zeitmangel als Grund an). Jeder Fünfte hätte hierzulande gerne mehr Gelegenheiten für spontane Meetings, um neue Ideen zu entwickeln. Das Potenzial dazu ist offenbar vorhanden: Vier von fünf Beschäftigten halten sich selbst für kreativ. 69 Prozent glauben, dass kreatives Denken keine Frage des Talentes, sondern erlernbar sei.