Onboarding: Aus Filmen und Serien lernen

Der erste Arbeitstag ist ein beliebtes Filmmotiv – was kann sich HR von Szenen aus Mad Men, Haus des Geldes und The Wolf of Wall Street abschauen?
© gettyimages / Vlad Dmytrenko

Der erste Arbeitstag ist ein beliebtes Filmmotiv was kann sich HR von Szenen aus Mad Men, Haus des Geldes und The Wolf of Wall Street abschauen?

Ob in „Der Teufel trägt Prada“ oder „Men in Black“ – der erste Arbeitstag ist ein beliebter Aufhänger in Filmen. Hollywood hat uns schon viele Arten von urkomischen und verrückten Onboarding-Missgeschicken gezeigt. Von knallharten ersten Tagen und seltsamen Mitarbeiter-Einführungen war die Rede, es wurde ebenso von charmanten Teamsituationen erzählt. Abseits der großen Leinwand fühlt sich der Einstieg in einen neuen Job wohl für viele Beschäftigte ähnlich an, vergleichbar mit einer Prüfung. Mit dem Überschreiten der Schwelle in ein unbekanntes Büro, beginnt für Neuankömmlinge auch sinnbildlich ein aufregendes Abenteuer – ihre Heldenreise beginnt. So gestalten Unternehmen einen filmreifen Einstieg für neue Talente.

Ein Mentorenprogramm als Einstiegshilfe

Joan Holloway aus der Serie Mad Men ist Chefsekretärin bei Sterling Cooper und nimmt Protagonistin Peggy sofort unter ihre Fittiche, als diese neu in der New Yorker Werbeagentur anfängt. Mit ihrem allwissenden Charme und Organisationstalent steht sie der jungen Sekretärin von Don Draper mit Rat und Tat zur Seite und erleichtert der unsicheren Peggy den Arbeitsbeginn ungemein. Wie in der Serie übernahmen früher Sekretärinnen den Job der Einweisung. Heute gibt es ausgewählte Mitarbeitende oder Onboarding-Beauftragte, die genau in diese Rolle schlüpfen und sprichwörtlich zur Joan werden.

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Der Schlüssel für ein erfolgreiches Onboarding liegt zum einen in der Erreichbarkeit. Neue Teammitglieder bekommen eine:n feste:n Ansprechpartner:in beziehungsweise ein:e Mentor:in an die Seite, die oder der sich die Zeit nimmt, um in alle wichtigen Prozesse einzuführen und auch über den ersten Tag hinaus stets ein offenes Ohr hat. Ob fachliche Fragen oder technische Herausforderungen, sei es im Büro oder im Remote Office – ein:e Mentor:in nimmt sich allen großen und kleinen Hürden an. Sie beziehungsweise er hat im besten Fall genügend Zeit, um die nötige Offenheit und Hilfsbereitschaft auszustrahlen. Stehen nämlich alle unter Zeitdruck, spüren das auch die Neuankömmlinge und trauen sich unter Umständen nicht, Fragen zu stellen oder Probleme anzusprechen.

Guides und Videos festigen neue Strukturen

In Men in Black muss Agent J, gespielt von Will Smith, gleich an seinem ersten Tag ein Alien-Baby auf die Welt bringen. Die geheime Regierungsorganisation zur Kontrolle von Außerirdischen legt nicht viel Wert darauf, ihre Neulinge gewissenhaft einzuarbeiten. Was im Fall von Agent J mit chaotischem Ergebnis endet. So ein Fiasko gilt es als Unternehmen zu vermeiden. Der Professor in Haus des Geldes macht vor, wie es besser geht: Mit einer strukturierten Anleitung, die Schritt für Schritt alle Tools und Vorgehen näherbringt, werden die Aufgaben verständlich vermittelt, damit die Newcomer ihre Rolle finden und mit dem Team an einem Strang ziehen können.

Die Person im Unternehmen, die sich um die Einarbeitung der Neuzugänge kümmert, mutet den Schützlingen also nicht schon am ersten Tag zu viel zu. Hier bietet sich beispielsweise ein Onboardingplan an, in dem festgehalten wird, welche To-dos in den ersten Tagen auf die Newbies zukommen. Begleitende Video-Tutorials helfen wissensdurstigen Kolleg:innen nicht nur, sich Infos zu Abläufen und Programmen in Ruhe anzuschauen, sondern stellen zugleich die bestehenden Teammitglieder vor. Natürlich werden neue Talente nicht einfach vor dem Bildschirm geparkt. Genau hier steht der oder die Mentor:in zur Seite, um einzelne Tools noch einmal gemeinsam durchzugehen und mögliche Fragen direkt im persönlichen Gespräch zu klären. So finden sich Newcomer einfacher in ihre noch unbekannte Rolle ein und die Onboarding-Beauftragten profitieren von guter Planbarkeit.

Nähe aufbauen abseits des Büroalltags

Gespräche auf der Terrasse eines französischen Cafés wie bei Emily in Paris oder ein gemeinsames Mittagessen wie bei Jordan (Leonardo DiCaprio) und Mark (Matthew McConaughey) in The Wolf of Wall Street tragen dazu bei, dass Neuankömmlinge ihre Kolleg:innen auch im kleinen Kreis kennenlernen können. Denn bei einem Lunch oder einem guten Kaffee zu zweit erzählt es sich viel ungezwungener als bei großen offiziellen Meetings.

Kontakt halten und regelmäßige Check-ins, egal ob digital oder im Büro, stellen sicher, dass Newcomer wirklich gut ankommen. Damit sich neue Mitarbeitende und bestehende Kolleg:innen aus anderen Teams kennenlernen, würfelt ein Lunch-Roulette beispielsweise Personen zusammen, die sich im Daily Business nicht so häufig sehen. Auf diese Weise werden Neuankömmlinge gut ins Team integriert und Nähe aufgebaut. Bei einem persönlichen Austausch fällt die Scheu dann leichter von den Newbies und wer weiß? Vielleicht lieben die zusammengewürfelten Kolleg:innen die gleichen Hollywoodfilme oder Netflix-Serien?

Gutes Onboarding geht nach dem Recruiting weiter

Teamgefühl und Erreichbarkeit sind die Schlüssel, die Neulingen den Einstieg in den ersten Wochen erleichtern. Gerade zu Beginn tauchen viele Fragen zu den routinierten Abläufen auf, die es zu beantworten gilt. Nichts ist schlimmer, als wenn sich neue Mitarbeitende bereits in der kritischen Phase des Ankommens allein gelassen fühlen. Ohne feste Kontaktpersonen trauen sich Neuankömmlinge oftmals nicht, ihre Fragen zu stellen, fühlen sich nicht gesehen oder wertgeschätzt und sind schnell überfordert. Ein ausgewogener Plan mit regelmäßigen Check-ins, Erklärvideos, gemeinsamen Lunches und Guidelines sind die idealen Begleiter für die erste Zeit an Bord. Denn nicht nur in Hollywoodfilmen sind Mentor:innen eine wichtige Stütze an der Seite der Held:innen. Auch für den beruflichen Beginn oder Wechsel brauchen Newbies ein:e Wegbegleiter:in auf ihrer Heldenreise. So wird der aufregende Abschnitt zum Abenteuer mit Happy End.