Personalmangel bei der DB: 68.600 ausgeschriebene Stellen in 2023

Fachkräftemangel

Im Jahr 2023 schaltete die Deutsche Bahn (DB) über 68.000 offene Stellenanzeigen. Das ist eine Steigerung um zehn Prozent zum Vorjahr und im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 mit 36.200 Ausschreibungen fast eine Verdopplung innerhalb von vier Jahren. Nach der Coronapandemie erhöhte sich das Jobangebot allerdings stetig. So stiegen die ausgeschriebenen Stellen 2021 um 39 Prozent und 2022 um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Ergebnisse zeigt eine Stellenmarktanalyse der Berliner Personalmarktforschung Index Research. Aktuell beschäftigt die DB deutschlandweit laut eigenen Angaben 211.000 Mitarbeitende.

Auf diese Fachkräfte zielt die DB 2024 im Recruiting ab

Der Analyse zufolge richteten sich die geschalteten Stellenanzeigen im Januar zu Beginn des Jahres 2024 vor allem an technische Fachkräfte. Dafür schaltete der Mobilitäts- und Transportkonzern rund 5.200 Jobanzeigen. Ziel sei es vor allem Ingenieure, Konstrukteure und Architektinnen zu rekrutieren. Außerdem möchte die DB 4.200 offene Stellen von Bauarbeitern und Handwerkerinnen besetzen, sowie 2.700 neue Mitarbeitende aus den Bereichen Transport und Logistik gewinnen.

Bezüglich Qualifikation und Erfahrung suchte das Unternehmen vor allem gewerbliche Fachkräfte (2.800 Stellen) und Auszubildende (2.700 Stellen). Doch auch Fachkräfte mit bereits abgeschlossenen akademischen Ausbildungen in den Arbeitsfeldern Technik, Verwaltung und Management stehen im Visier der DB (rund 2.400 Stellen). Mit 2.200 Stellen wurde das meiste Personal in Bayern gesucht, dicht gefolgt von Hessen (rund 2.000) und Baden-Württemberg (rund 1.800). Im Städtevergleich sei die Personalsuche in Frankfurt am Main mit rund 1.600 offenen Funktionen und Berlin mit 1.500 Stellen am größten.

Mit Arbeitszeitverkürzung dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Doch nicht nur der Fachkräftemangel macht der Bahn zu schaffen. Das Unternehmen befindet sich in konfliktreichen Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Die Verhandlungen zwischen DB und GDL dauern weiter an. Ein Ausgang ist momentan nicht in Aussicht. Die Gewerkschaft fordert eine verkürzte Wochenarbeitszeit von 35 Stunden. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky sieht in arbeitnehmerfreundlichen Bedingungen auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel der DB.

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Salome Häbe

Salome Häbe ist Volontärin beim Magazin Human Resources Manager. Sie hat im Bachelorstudiengang Internationale Kommunikation in den Niederlanden studiert und nebenbei freiberuflich für Magazine und Start-ups im Bereich der Nachhaltigkeit geschrieben.

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