War for Talents: So erreichen Sie Fachkräfte mit Berufsausbildung

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Foto: Getty Images / Westend61
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Es gibt kaum ein Unternehmen, das nicht von Fachkräfteengpässen betroffen ist. Der War for Talents wird dabei längst nicht mehr nur um Ingenieure oder ITler geführt. Für rund zwei Drittel der offenen Stellen werden Fachkräfte mit Berufsausbildung gesucht. Um Handwerker, Altenpfleger oder Mechatroniker zu überzeugen, muss man aber zunächst verstehen, wie Fachkräfte mit Berufsausbildung ticken: Was brauchen sie, um sich im Job wohlzufühlen? Wann sind Unternehmen für sie attraktiv? Was wünschen sich Fachkräfte in der Bewerberansprache?

Sicherheitsbedürfnis berücksichtigen

Sicherheitsfaktoren werden von Fachkräften mit Berufsausbildung bei der Wahl des Arbeitgebers besonders hoch priorisiert. Das macht die Studie „Attraktive Jobs“ vom Stellenmarkt meinestadt.de deutlich. So stufen die Studienteilnehmer einen sicheren Arbeitsplatz und ein gutes Arbeitsklima bei der Wahl eines Arbeitsplatzes mit Abstand am wichtigsten ein – noch weit vor Karrierechancen und Gehalt. Woran machen Nicht-Akademiker Sicherheit im Job aber konkret fest? Ein unbefristeter Vertrag ist für über zwei Drittel der größte Sicherheitsfaktor, dicht gefolgt von der pünktlichen Gehaltszahlung, die 62 Prozent der Befragten Sicherheit vermittelt. Auf Platz drei landet die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens, die rund 40 Prozent ein sicheres Gefühl suggeriert.

Fachkräfte suchen nach Sinn

Auch wenn das Thema Sinnstiftung und Selbstverwirklichung oft mit akademischen Berufen verbunden wird, gibt auch über die Hälfte der nicht-akademischen Befragten an, dass die Arbeit für sie mehr ist als der reine Broterwerb. 56 Prozent würden auch nach einem Lottogewinn weiterarbeiten. Der Job stellt also einen sinnstiftenden Faktor dar – „man wird gebraucht“, erfüllt einen guten Zweck oder erlebt sich als Teil einer Gemeinschaft. Sinnhaftigkeit wird dabei in erster Linie mit „etwas mit der Arbeit bewirken können“ verbunden. Der Job ist damit für Fachkräfte immer weniger Mittel zum Zweck und immer mehr Selbsterfüllung und sinnhaftes Tun. Im Recruiting nicht-akademischer Berufsgruppen sollte dieser Aspekt eine wichtigere Rolle einnehmen.

Per Smartphone zum neuen Job

Neben relevanten Inhalten entscheiden auch die richtigen Kanäle über Erfolg oder Misserfolg im Recruiting. Das heißt, auch die Fragen „wo“ und „wie“ mögliche Bewerber nach passenden Inseraten suchen, sollten mehr in den Blick genommen werden. Derzeit verlieren Unternehmen fast jeden zweiten Bewerber durch unzureichende mobile Angebote. Mehr als zwei Drittel der potenziellen Kandidaten suchen bereits heute über das Smartphone nach Stellenanzeigen. Etwa genauso viele Bewerber würden sich gerne mobil bewerben. Das macht deutlich: Auch der Wunsch nach mobilen Bewerbungsmöglichkeiten wird immer größer. Dieser Erkenntnis hinken Unternehmen allerdings noch zu häufig hinterher.

Auf Formen der Kurzbewerbung setzen

Wollen Unternehmen mobile Bewerbungen ermöglichen, müssen sie aber auch bedenken, dass traditionelle Prozesse nicht 1:1 übernommen werden können. Es ist beispielsweise sehr mühsam und umständlich, mit dem Smartphone ein ausführliches Anschreiben zu erstellen. Bei vielen Jobs stellt sich grundsätzlich die Frage, ob ein solches Anschreiben überhaupt erforderlich ist – zum Beispiel bei Handwerkern oder Logistikern. Es braucht daher neue, abgespeckte Lösungen wie eine Kurzbewerbung. Unternehmen wie Telefonica, eismann oder Henkel haben neue, zeitgemäße Strategien in Form von Kurzbewerbungen eingeführt. Bei der Daimlertochter Daimler TTS sind die sogenannten One-Click-Bewerbungen, beziehungsweise die 15 Sekunden Bewerbung, ausdrücklich erwünscht.

Was jetzt zu tun ist

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Arbeitgeber stärker als bislang auf die Bedürfnisse und Erwartungen nicht-akademischer Bewerberzielgruppen schauen müssen. Unternehmen, die Fachkräfte mit Berufsausbildung suchen, sollten sich in ihre Zielgruppen hineinversetzen und überlegen, welche Argumente für sie überzeugend sind. Zusammenfassend kann man sagen: Sicherheit, gute Kommunikation und Möglichkeiten, etwas zu bewirken – das sind für Fachkräfte die wichtigsten Aspekte, wenn es um einen attraktiven Beruf geht. Außerdem wünschen sie sich mobile und zeitgemäße Bewerbungsprozesse. Diese Faktoren im Recruiting verstärkt zu berücksichtigen, kann im War for Talents entscheidende Wettbewerbsvorteile mit sich bringen.

 

Der Autor Wolfgang Weber referiert zu diesem Thema auch in einer Expert Session auf dem diesjährigen Personalmanagementkongress – Dienstag, 26. Juni, 14:15 bis 15:15 Uhr.

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