Deutschlands Vorstände werden internationaler

In den DAX-notierten Unternehmen steigt die Anzahl der ausländischen Vorstände. Inzwischen kommt fast jedes dritte Vorstandsmitglied aus einem anderen Land als Deutschland.

Unter den 189 DAX-Vorständen waren Anfang Juli 55 Manager, die nicht aus Deutschland stammen. Diese 29 Prozent sind der höchste Wert, den die Strategieberatung Simon-Kucher & Partners in ihrer jährlichen Erhebung bisher gemessen hat. In den vergangenen Jahren lag der Wert knapp unter 28 Prozent, 2000 lag er sogar noch bei nur 13 Prozent. Unter den in 2013 neu berufenen Vorständen ist ein Viertel aus dem Ausland.

Insgesamt sind aktuell 17 Nationalitäten in den DAX-Vorstandsetagen vertreten. Die USA haben mit 16 Vorständen den größten Anteil, Österreich folgt mit 7 und Großbritannien mit 5. Bei der Betrachtung, welche Unternehmen wie stark auf ausländische Top-Manager setzen, stechen besonders Fresenius Medical Care mit 75 Prozent sowie Linde und SAP mit je 60 Prozent ausländischer Vorstände heraus. Auf der anderen Seite gibt es aktuell sieben Unternehmen, die ausschließlich deutsche Manager in ihrem Vorstand haben: Beiersdorf, Commerzbank, Daimler, Lufthansa, Merck, Münchener Rück, Thyssen Krupp.

Außer der Internationalität der Vorstandsmitglieder steigt auch weiterhin der Anteil der Frauen in den Führungsetagen der DAX-Unternehmen. Lag dieser im letzten Jahr noch bei 6,3 Prozent, so sind aktuell 7,4 Prozent aller Vorstände Frauen. Doch diese Steigerung verlangsamt sich. Denn von 2011 auf 2012 waren 28 Prozent der Neu-Vorstände weiblich, in diesem Jahr waren es nur elf Prozent. Ein Blick auf die Zuständigkeitsbereiche weiblicher Vorstände zeigt außerdem, dass sie meistens die Verantwortung für die Bereiche Personal und Compliance/Recht übertragen bekommen. So gibt es insgesamt 8 Personalvorständinnen und 3 Vorständinnen für Compliance und Recht. Vorstandsvorsitzende ist bisher noch keine Frau.