Ende des Social-Media-Recruiting-Hypes

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Der vermeintliche Siegeszug der sozialen Medien in der Personalsuche scheint vorerst vorbei zu sein. Klassische Kanäle werden hingegen wieder stärker genutzt. Auch bei der direkten Kandidatenansprache spielt bestenfalls Xing eine Rolle, wie eine aktuelle Studie zeigt.

In den deutschen Personalabteilungen ist eine gewisse Ernüchterung eingekehrt, wenn es darum geht, die sozialen Medien zur Personalakquise zu nutzen. So zumindest urteilt die Social Media Recruiting Studie 2014 des Beratungsunternehmens Online-Recruiting.net. Traditionelle Kanäle hingegen, so zeigt sich, werden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wieder stärker eingesetzt. So setzen Unternehmen in Deutschland in erster Linie auf Jobportale, um auf ihre Stellenangebote aufmerksam zu machen. Rund 88 Prozent nutzen diesen Kanal heute. In der Vorgängerstudie waren es noch 84 Prozent. Der am zweithäufigsten genutzte Weg ist mit 82 Prozent die jeweils eigene Karriereseite. Zulegen konnte auch der Einsatz von Dienstleistern. Hier stieg der Wert von 35 auf 44 Prozent.

Social Media werden mit 46 Prozent erst an sechster Stelle genannt – und hier deutlicher mit dem Fokus auf Active Sourcing als dass die sozialen Medien für das Personalmarketing oder die Employer Brand eingesetzt werden. Und ein Heimspiel ist Active Sourcing für Social Media ebenfalls nicht. So werden auch Karrieremessen (50 Prozent), eigene und externe Lebenslaufdatenbanken (23 und 19 Prozent) und das persönliche Netzwerk (45 Prozent) von den Personalern in Deutschland zur Direktansprache genutzt.

Aufgesplittet auf die einzelnen Netzwerke zeigt sich, dass zumindest auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland Xing klar dominiert. Rund 60 Prozent der Personaler nutzen es regelmäßig oder zumindest gelegentlich. Allerdings steht hier das Firmenprofil im Vordergrund. Eine hohe Bedeutung wird auch dem firmeneigenen Intranet zugesprochen. 53 Prozent nutzen es für das Recruiting. Alle anderen sozialen Netzwerke finden faktisch nicht statt. So spielt eine Facebook-Karrierepage für 67 Prozent der befragten Personaler überhaupt keine Rolle bei der Personalgewinnung. Und auch Anzeigenschaltungen auf dem Portal werden von 79 Prozent nicht genutzt. Ähnlich sieht es auch generell bei LinkedIn, Pinterest, Google plus sowie Youtube und Twitter aus. Den vernetzten Kurznachrichtendienst nutzen nur 22 Prozent regelmäßig oder gelegentlich, einen Youtube-Channel immerhin noch 19 Prozent.

Mobile Recruiting wird sich auch in diesem Jahr laut der Studie nicht durchsetzen. Nur 26 Prozent der befragten Unternehmen planen, ihre Karriereseiten für mobile Endgeräte zu optimieren. Der Prozentsatz der bereits optimieren Seiten stagniert seit 2012 auf 30 Prozent.

Die Social Media Recruting Studie wird seit 2011 jährlich von dem Beratungsunternehmen Online-Recruiting.net mit Unterstützung der Jobbörse stellenanzeigen.de und der Agentur Königsteiner sowie der Netigate Deutschland GmbH erhoben. An der Befragung für die aktuelle Ausgabe nahmen 422 Personaler aus Deutschland teil.