Mitarbeiter-Engagement in Deutschland sinkt

Überall in Europa gehen die Beschäftigten immer motivierter ihrer Arbeit nach. Nur in Deutschland sinkt die Anzahl derjenigen, die engagiert ihren Job ausüben.

Seit mehr als vier Jahren steckt Europa in der Finanz- und Wirtschaftskrise fest. Das hat Auswirkungen auf das Mitarbeiter-Engagement in den Unternehmen. Im europäischen Schnitt zeigt sich hierbei im Zeitverlauf trotz Krise ein deutlicher Anstieg: Im letzten Jahr lag der Wert, den die Personalberatung Aon Hewitt regelmäßig erhebt, noch bei 52 Prozent, aktuell sind es bereits 57 Prozent aller Beschäftigten, die engagiert ihrer Arbeit nachgehen.

Die große Ausnahme ist Deutschland: Hierzulande sinkt das Engagement-Niveau seit 2010 stetig und beträgt aktuell nur noch 46 Prozent. Diese gegensätzliche Entwicklung führt Wolf-Bertram von Bismarck von Aon Hewitt auf die positive wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zurück.

Als hauptsächliche Motivationsfaktoren für Mitarbeiter insgesamt identifiziert die Studie die Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung, den Ruf des Unternehmens und die Vergütung. Letztere ist zum ersten Mal unter den Top 3 platziert. Und auch bei diesen Faktoren ist Deutschland ein Sonderfall, denn die Vergütung rangiert hier deutlich weiter unten in der Skala. Den deutschen Beschäftigten sind insbesondere der Ruf des Unternehmens und ein sauberes Image wichtig.

Unterschiede im Engagement der Mitarbeiter und deren Wünsche an einen Arbeitgeber zeigen sich aber nicht nur zwischen Ländern, sondern auch zwischen Joblevels und Generationen. Beispielsweise sind Senior Manager deutlich höher engagiert als der Durchschnitt und die Generation der Baby-Boomer ist engagierter als die der so genannten Millenials.

Für die Studie „Trends in Global Employee Engagement“ hat Aon Hewitt Daten von 2.500 Unternehmen weltweit ausgewertet.