6 Tipps für das grüne Büro

Das Enorm Magazins kennt 6 Tipps für grüne Büros.
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Wie lässt sich der Büroalltag umweltbewusster und gesünder gestalten? Sechs Anregungen für Personaler.

Tipp 1 – Mobilität

Ein entscheidender Faktor, um Emissionen zu vermeiden, ist der Dienst- beziehungsweise Arbeitsweg. Jede Strecke ohne Auto ist eine umweltfreundlichere: Nutzen Sie also Fahrrad, Bus und Bahn. Das ist statistisch betrachtet auch deutlich sicherer, als mit dem Auto zu fahren.

Allerdings ist Bus nicht gleich Bus und Bahn nicht gleich Bahn. Die regionalen Verkehrsbetriebe steigen erst nach und nach auf Elektrofahrzeuge um und verursachen nach dem Auto die meisten Emissionen pro Personenkilometer. Besser schneiden laut Bundesumweltamt hingegen Straßen- und U-Bahnen ab.

Für Dienstreisen sind die Bahn und insbesondere Fernbusse deutlich besser und klimaschonender als das Auto. Leider schafft es auch die Deutsche Bahn nicht, ihren Energiebedarf ausschließlich aus regenerativen Quellen zu decken. Die Eisenbahner sind aber auf einem guten Weg.

Wer unbedingt fliegen muss und will, sollte Zertifikate zur Kompensation kaufen. Via atmosfair.de lassen sich mit einer Spende Klimaschutzprojekte unterstützen und damit die sogenannten Zertifikate erwerben.

Der Arbeitgeber kann mit Jobtickets und Dienstfahrrädern schnell das Bewusstsein seiner Mitarbeiter im Sinne der Nachhaltigkeit schärfen. Es gibt mehr und mehr Sharing-Lösungen, die sich lohnen. Man kann neben den großen Anbietern ruhig auch nach lokalen Anbietern suchen. Der ein oder andere Weg zu Fuß schadet übrigens auch nicht. Wer bewusst auf den Fahrstuhl verzichtet und Treppen steigt, schont die Umwelt und spart nebenbei den Mitgliedsbeitrag für das Fitnessstudio.

Tipp 2 – Wohlbefinden

Nachhaltiges Arbeiten bedeutet auch gesundes Arbeiten. Deswegen sollten Büros keine sterilen Boxen sein, sondern durch den Einsatz von warmen Farben, einer angenehmen Beleuchtung und Zimmerpflanzen bestenfalls vom Team selbst gestaltet werden. Pflanzen spenden außerdem Feuchtigkeit und sorgen für ein besseres Raumklima.

Ständiges Sitzen und Starren auf Computerbildschirme führt zu Müdigkeit und Rückenschmerzen: Durch in der Höhe verstellbare Schreibtische ist schon viel dagegen getan. Außerdem können Büros auch so gestaltet werden, dass man zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen wechseln kann. Das sorgt nicht nur für mehr Bewegung, sondern auch für mehr Abwechslung und eine höhere Konzentration.

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+++ Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Printmagazin Human Resources Manager. (heart) Eine Übersicht der Ausgaben erhalten Sie hier. +++

Der Alltagsstress ist so hoch, dass man vergisst, auf seinen Körper zu achten? Es gibt mehrere Apps wie Water Time, Rückendoc und Atmosphere, die mehrmals täglich daran erinnern, dass man seine Sitzposition verändern, einen kurzen Spaziergang machen oder etwas trinken sollte.

Tipp 3 – Ernährung

Die Sache mit dem Essen ist ein sensibles Thema. Man kann schlecht den eigenen Mitarbeitern vorschreiben, was sie essen sollen. Aber man kann Anreize setzen, es besser zu machen als bisher. Das Kantinenmenü lässt sich entsprechend anpassen: mehr Gemüse, weniger tierische Produkte. Auch eine Liste mit vegetarischen Restaurants und Anbietern sowie zusätzliche Anreize wie Rabattaktionen helfen.

Dabei sollte man auf Zero-Waste-Aktionen achten, denn wer das Mittagessen gleich in der Mehrwegbox bestellt oder seine eigene mitbringt, sorgt für weniger Müll und spart Geschirr. Getränke lassen sich auch von fairen Anbietern wie Charitea, Moema oder Lemonaid beziehen. Ein regelmäßiges „bewusstes“ Teamlunch oder eine gemeinsame Kochaktion – vielleicht sogar mit Ernährungsberater – können ebenfalls viel bewirken.

Selbst bei der Snackbox kann man ansetzen: In Hamburg kann man etwa eine nachhaltige Variante als Alternative zu den ewigen Schokoladenriegeln vom Start-up Bemooky ordern.

Tipp 4 – Material

Verwenden Sie im Büro nur nachhaltige Materialien wie recyceltes Druckerpapier, Toilettenpapier und Briefumschläge ohne Fenster. Das Ziel ist, Einwegplastik, so gut es geht, zu vermeiden.

Auch bei Kosmetik in Bad und Küche der Unternehmen gilt: Sorgen Sie für plastikfreie Handseifen und Spülmittel. Achten Sie auf Mülltrennung und versuchen Sie, so wenig wie möglich zu drucken. Für handschriftliche Notizen sind Alt- oder Fehldrucke das beste Schmierpapier. Schreibt man To-do-Listen mit Bleistift statt Kugelschreiber, lässt sich wieder Plastik vermeiden. Wenn die Anschaffung von neuen Büromöbeln ansteht, unbedingt prüfen, ob man entweder eine gebrauchte Ausstattung kauft, Möbel mietet oder nachhaltig hergestellte Büromöbel anschafft.

Tipp 5 – Energie

1. Grüner Strom: Ökostromanbieter versprechen, ihre Energie nur aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Der Strom wird also etwa aus Biomasse, Fotovoltaik, Wind- und Wasserkraft erzeugt. Dadurch fördern sie aktiv den Ausbau von erneuerbaren Energien. Das verringert langfristig den Anteil von umweltschädlichem Kohle- und Atomstrom. Daher ist es vor dem Wechsel wichtig, darauf zu achten, dass der entsprechende Ökostrom-Tarif nicht eigentlich zu einem der großen Atomkonzerne Vattenfall, Eon, EnBW und RWE gehört. Auch gibt es Anbieter, die den Ökostrom aus dem Ausland beziehen. Besser ist es jedoch, wenn er vor Ort erzeugt wurde.

2. Beleuchtung: LED-Lampen sind die erste Wahl. Energiesparlampen benötigen vergleichsweise viel Strom. Noch dazu leuchten LEDs mit Hilfe winziger Dioden hell und ohne lange Wartezeit.

3. Sonnenenergie: Um technische Geräte wie Handys zu laden, kann Solarenergie genutzt werden. Spezielle Ladegeräte wandeln Sonnenstrahlen direkt in Strom um – kostenlos und nachhaltig.

4. Kühlen ohne Strom: Klimaanlagen und elektrische Ventilatoren verbrauchen Energie. An heißen Tagen können Schalen mit Wasser helfen, den Raum abzukühlen. Auch Thermovorhänge verhindern, dass sich Räume zu stark erhitzen oder zu sehr abkühlen.

Tipp 6 – Digitale Infrastruktur

1. Grünes Internet: Der Betrieb und vor allem die Kühlung von Servern verbrauchen viel Energie. Klimaneutral werden Websites etwa dadurch, dass Emissionen durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten ausgeglichen werden oder Internetseiten so gestaltet werden, dass sie ohne viele Fotos und Videos auskommen. Die Ladezeit kann entsprechend verringert werden, was wiederum Energie spart.

2. Besser suchen: Die umweltfreundliche Suchmaschine Ecosia nutzt Werbeeinnahmen, um Bäume zu pflanzen. Noch dazu handelt es sich weniger um eine Datenkraken-Suchmaschine wie Google. Auch der Anbieter Gexsi unterstützt so soziale und ökologische Projekte.