Personaler setzen auf Home Office und Mobile

| |

Unternehmen haben nach wie vor Probleme, offene Stellen zu besetzen. Helfen sollen flexiblere Arbeitsmodelle, Social Media und Mobile Recruiting. Doch nicht alle Maßnahmen treffen den Geschmack der Bewerber, wie die Studie „Recruiting Trends 2014“ zeigt.

Das Besetzen von offenen Stellen bleibt für die Unternehmen in Deutschland ein großes Problem. Das ist eines der Hauptergebnisse der aktuellen Studie „Recruiting Trends 2014“, die das Karriereportal Monster zusammen mit dem Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main jährlich vorlegt. So könnten 35,8 Prozent der offenen Stellen demnach nur schwer und knapp sechs Prozent gar nicht besetzt werden, so die Erwartung der befragten Recruiter aus 1.000 Unternehmen.

Diese Werte bewegen sich seit dem Jahr 2009 konstant in diesem relativ hohen Bereich. Gleichzeitig steigt der erwartete Personalbedarf gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent. Dementsprechend, so die Studienverfasser, ist die Besetzbarkeitsproblematik, die sich den Unternehmen stellt, ein von der Konjunktur unabhängiges Phänomen.

Flexible Arbeitszeiten und Home Office

Um diesem Problem zu begegnen, setzen Unternehmen neben eigenen Ausbildungsmaßnahmen verstärkt auf flexible Arbeitszeitmodelle und Home-Office-Angebote. Gerade die Arbeit von zu Hause ist für viele Arbeitnehmer eine attraktive Alternative und für Unternehmen eine Möglichkeit, die eigene Employer-Branding-Strategie zu verbessern. Doch auch hier herrscht in der Umsetzung noch Skepsis. Bei 60 Prozent der Recruiter überwiegt die Befürchtung, Home Office könne zur Belastung für die interne Zusammenarbeit werden.

Bei den beliebtesten Recruiting-Plattformen gibt es eindeutige Ergebnisse: Über 90 Prozent der Unternehmen – und damit so viele wie noch nie – schalten ihre Stellenausschreibungen auf ihrer eigenen Firmenwebseite. Der mit Abstand beliebteste und effizienteste externe Rekrutierungskanal sind die Internet-Stellenbörsen, die von 70 Prozent der Unternehmen genutzt werden. Mit nur 20 Prozent haben die sozialen Medien noch nicht zu den anderen Kanälen aufgeschlossen, obwohl die Mehrheit der Studienteilnehmer den Einsatz von Social Media als positiv bewertet.

Mobile Recruiting noch nicht ausgereift

Für ähnlich sinnvoll halten sie die Nutzung von Smartphones und Tablet-PCs. Seit 2011 ist der Anteil der Recruiter, die Mobile Recruiting befürworten, um zwei Drittel gestiegen. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen gab an, die Darstellung der eigenen Karriere-Webseite für mobile Endgeräte optimiert zu haben. Dass sie mit ihren Angeboten nicht unbedingt die erwartete Zustimmung der Bewerber finden, zeigt die gleichzeitig veröffentlichte Studie „Bewerbungspraxis 2014“. Zwar finden zwei Drittel der befragten Bewerber Mobile Recruiting gut und 40 Prozent nutzen es bei der Stellensuche. Doch jeder Vierte meint, dass die Darstellung der Stellenanzeigen nicht problemlos funktioniert. Für die Erstellung und den Versand der Bewerbung haben Smartphone und Co. weiterhin einen untergeordneten Stellenwert. De facto haben sich gerade einmal neun beziehungsweise vier Prozent der Stellensuchenden schon einmal via Smartphone oder Tablet beworben.