Teamwork: Diese Faktoren zählen

Haufe hat gemeinsam mit der HTF Stuttgart die Erfolgsfaktoren für gute Teamwork identifiziert. Welche sind das und wie können Teams ihre Leistung steigern?
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Haufe hat gemeinsam mit der HFT Stuttgart die Erfolgsfaktoren für gute Teamwork identifiziert. Welche sind das und wie können Teams ihre Leistung steigern?

Teams sind die Kraftzellen in modernen Organisationen. Die Zusammenarbeit im Team entscheidet in nicht unerheblichem Maße über geschäftlichen Erfolg oder Nicht-Erfolg. Es lohnt sich also für Unternehmen, den Fokus auch auf die Performance ihrer Teams zu richten.

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Dies wurde in der Vergangenheit eher selten systematisch gemacht – unter anderem deshalb, weil es keine einheitlichen Parameter für Team-Erfolg gab. Dieses Manko wollte Haufe gemeinsam mit der Hochschule für Technik (HFT) Stuttgart beheben. Auf wissenschaftlicher Basis identifizierten sie zwölf Erfolgsfaktoren, die Teams helfen sollen, ihre volle Leistungsfähigkeit auszuschöpfen und sich nachhaltig zu entwickeln: Accountability, Skills & Competencies, Goal Clarity, Role Clarity, Team Autonomy, Team Purpose, Team Impact, Trust, Playfulness, Communication, Mutual Support und Team Learning.

Erfolgsfaktoren für gute Teamwork
© Teampact

Den Erfolgsfaktoren zugrunde liegt die Überzeugung, dass sich bei der Teamarbeit Rollen, Kompetenzen und Ideen so ideal kombinieren und ergänzen, dass die Summe größer ist als ihre Einzelteile. Doch welchen Nutzen haben die Erfolgsfaktoren in der Praxis? Und wie können Teamleiter:innen ihr Team damit auf Kurs halten – vor allem in der Pandemie, wenn alle im Homeoffice sind? Im folgenden Text werden vier dieser zwölf Erfolgsfaktoren anhand von Reflexions-Ansätzen beleuchtet, mit denen Teams ihre Leistung steigern können:

#Accountability

Die Teammitglieder engagieren sich in hohem Maß für ihre Ziele, erfüllen ihre Aufgaben pflichtbewusst und kennen ihre gegenseitigen Verantwortlichkeiten. Gemeinsam sind sie für den Erfolg verantwortlich. Es geht um aufrichtige Versprechen, die sie sowohl anderen als auch sich selbst gegenüber geben, ähnlich einem Kodex. Diese Versprechen untermauern zwei entscheidende Aspekte von Teams: Vertrauen und Verpflichtung zum Ziel/Zweck.

Tipp: Stellvertretend kann hier die RACI-Matrix, eine Technik zur Analyse und Darstellung von Verantwortlichkeiten, angewendet werden, um im Team über das Thema „Verantwortlichkeiten“ zu sprechen. Dabei wird identifiziert, welche Aufgaben zu erfüllen, welche Rollen beteiligt sind und wer für was verantwortlich ist.

Reflexions-Ansätze:

  • Jedes Teammitglied erfüllt die eigenen Aufgaben gewissenhaft.
  • Wir sind sowohl für unsere Erfolge als auch für unsere Fehler gemeinsam verantwortlich.

#Playfulness

Sie entsteht, wenn die Teammitglieder intrinsisch motiviert sind und mit viel Freude und Energie ihre Aufgaben erledigen. Es gilt als eines der stärksten und wichtigsten Erfolgsfaktoren. Experimentieren und Neugierde stellen den Kern des Spiels dar. Playfulness ist so auch ein mächtiger Treiber für den Geschäftserfolg, denn geteilte Freude verbindet die Teammitglieder und vereint sie in den Bemühungen, Herausforderungen zu erforschen, zu meistern und so Teamziele zu erreichen.

Tipp: Neugierig sein: Neue Formate testen, wie Kudos oder High Five, um die Motivation bei der Arbeit aufrecht zu erhalten.

Reflexions-Ansätze:

  • Ich kann meine Kreativität nutzen, um meine Arbeit zu verbessern
  • Wir lassen uns leicht von unseren Aufgaben motivieren, weil uns unsere Arbeit Spaß macht.

#Trust

Vertrauen ermittelt ein Gefühl der Sicherheit und ermöglicht es den Teammitgliedern, transparent zu sein und Wissen zu teilen. Wenn das Vertrauensniveau hoch ist, fühlen sich die Teammitglieder sicher, neue Ideen einzubringen, für ihre Meinung einzustehen, Unsicherheiten offen zu zeigen sowie schwierige Themen anzusprechen.

Tipp: Kurze Check-In/Ice-Breaker Fragen am Anfang eines Meetings, zum Beispiel „Falls du auf eine einsame Insel gehen würdest, welche drei Gegenstände würdest du mitnehmen?“ „Was ist ein Moment des Erfolgs, den du diese Woche erlebt hast?“ Fragen wie diese regen die Teammitglieder dazu an, sich zu öffnen und helfen ihnen, eine vertrauensvolle Beziehung im Team aufzubauen.

Reflexions-Ansätze:

  • Ich kann offen über Probleme in unserem Team sprechen.
  • Ich kann meinen Teammitgliedern vertrauen, dass sie sensible Informationen für sich behalten.

#Team Learning

Die Fähigkeit der Teammitglieder, in einem geschützten Rahmen Feedback zu geben und zu erhalten, Erfahrungen zu sammeln, Informationen auszutauschen, unterschiedliche Perspektiven einzuholen, zu diskutieren und zu reflektieren mit dem Ziel, als Team kontinuierlich zu wachsen. Team Learning wird als ein wichtiger Teil des organisationalen Lernens angesehen und wurde als ein wesentlicher Mechanismus identifiziert, durch den Teams ihre Fähigkeiten entwickeln, ihre Teamleistung aufrechterhalten und verbessern.

Tipp: Regelmäßige Reflexionsmeetings (Retrospektiven) sind sehr hilfreich, damit die Teammitglieder ihre Zusammenarbeit und ihre Arbeitsprozesse hinterfragen und diese kontinuierlich verbessern.

Reflexions-Ansätze:

  • Wenn ich meine Teammitglieder um Feedback bitte, hilft mir deren Input mich weiterzuentwickeln.
  • Wir reflektieren unsere Arbeit, um uns zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Remote-Team-Gesundheit

Mit Methoden und Maßnahmen zur Teamentwicklung können Teams ihre Probleme erkennen, reflektieren und lösen beziehungsweise sich verbessern. Es sollte Teamleads allerdings bewusst sein, dass es besonders im virtuellen Raum schwieriger ist, Vertrauen aufzubauen, die Reaktionen sowie die Gruppendynamiken wahrzunehmen und über Emotionen sowie persönliche Themen zu sprechen. Besonders berücksichtigt werden sollten neben Vertrauen, Kommunikation und „persönlichen Beziehungen“, daher folgende Punkte: Eine gute Moderationsfähigkeit des Teamleads, die Nutzung von Online-Tools, die Etablierung von klaren Strukturen (wöchentliche formelle und informelle Meetings) sowie eine klar verankerte Feedbackkultur. So kann sichergestellt werden, dass Mitarbeiter:innen sich wohlfühlen und Teams als „Kraftzelle“ der Organisation erfolgreich sind.