5 Tipps für den Berufseinstieg in HR

26.11.2019  |  Alexander Schwabe
5 Tipps für alle, die in der HR arbeiten wollen.
© gettyimages / jacoblund

Alexander Schwabe baut als Student die HR in einem Unternehmen auf. Er weiß, wie der Sprung aus der Uni in den Beruf klappt. Was rät er Studierenden?

Schon wieder mal Tipps für Berufseinsteiger? Diesmal ist alles anders. Diesmal sind es nicht Berater oder Blogger mit den üblichen Ratschlägen. Unser Autor Alexander Schwabe balanciert erfolgreich zwischen zwei Rollen: Student und Professional. An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) arbeitet er an seiner Masterarbeit. Zudem baut er seit dem Juli 2018 die HR bei einem Unternehmen auf. Was sind seine Erfahrungen, was kann er empfehlen?

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Tipp 1: Lest Bücher

Natürlich gibt es aktuell viele verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung. Das Internet ist voll mit kostenlosen Online-Kursen, White-Papers und Blog-Artikeln. Und diese Quellen sind durchaus sinnvoll und können sehr guten Input zu bestimmten Themen liefern. Besonders wenn es um aktuelle Themen geht, ist das Internet an sich eine sehr gute Anlaufstelle.

Allerdings lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen und sich bestimmtes Wissen aus Büchern anzueignen. Im Gegensatz zu Onlinequellen bieten Bücher ein starkes Fundament an Wissen. Oft bilden Sie die Grundlage für viele Artikel. Wenn man sich in ein neues Thema einarbeiten möchte, lohnt es sich sehr, sich zuerst einen Überblick zu verschaffen und dann ein gutes Standardbuch zu dem Thema zu lesen. Oft sind diese Werke zeitlos und die beschriebenen Grundkonzepte können zu jeder Zeit angepasst werden, auch wenn man sie nicht 1 zu 1 übernehmen möchte.

Wichtig ist dabei nur, dass ihr für euch eine Methode entwickelt, das Wissen auch zu behalten. Sei es durch kurze Zusammenfassungen, eigene Artikel oder einfach notierte Kernaussagen.

Tipp 2: Netzwerken

Gerade als Student habt ihr einen riesigen Vorteil beim Netzwerken, den viele überhaupt nicht wahrnehmen. Zum Thema Netzwerken höre ich immer wieder Bedenken, wie zum Beispiel „Ich habe doch noch gar nichts, worüber ich sprechen kann“. Aber genau da liegt das Problem. Hört auf, euch zu fragen, was ihr erzählen könnt, sondern fangt an, einfach zuzuhören. Die meisten erfolgreichen Personen sprechen sehr gerne darüber, wie sie dort hingekommen sind, wo sie jetzt stehen. Und genau das kann einen immens weiterbringen. Sucht euch Personen heraus, die sich mit spannenden Themen beschäftigen und fangt an Fragen zu stellen und euch Dinge erklären zu lassen.

Irgendwann seid ihr dann auf dem Level, dass ihr selber eure Hilfe beziehungsweise euer Wissen anbieten könnt. Und das allerwichtigste am Netzwerken ist der Spaß. So kitschig sich das auch anhört, wenn ihr nur von Veranstaltung zu Veranstaltung rennt, um den neuen Traumjob zu suchen, werdet ihr vermutlich weder Spaß noch Erfolg haben. Überlegt euch, welche Themen ihr spannend findet und tauscht euch mit Experten darüber aus. Bleibt einfach über Xing und Linkedin in Kontakt und telefoniert ab und zu miteinander. Hört zu, was der andere macht und welche Themen gerade aktuell sind. So bleibt ihr auf dem neusten Stand, bekommt ständig neuen Input aus anderen Perspektiven und führt spannende Gespräche. Alles andere kommt dann von ganz allein.

Tipp 3: Ein Umfeld zum Wachsen

Natürlich ist es kein Geheimnis, dass Berufserfahrung neben dem Studium, gerade in wirtschaftlichen Bereichen, den Berufseinstieg sehr erleichtern kann. Allerdings stellt sich hier die Frage, was genau man eigentlich machen soll. In erster Linie ist es wichtig für euch herauszufinden, wo es überhaupt hingehen soll. Daher kann ich euch empfehlen, entweder verschiedene Stationen auszuprobieren oder in einem Umfeld zu starten, indem ihr mehrere Bereiche kennenlernen könnt. Aber auch wenn ihr genau wisst, ob es nun Marketing, HR, Controlling etc. sein soll, ist es wichtig, darauf zu achten, wo ihr genau anfangt.

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich euch empfehlen, sucht euch ein Unternehmen, welches euch unterstützt und in dem ihr selber wachsen könnt. In der Regel findet ihr in kleineren Unternehmen öfter die Möglichkeit, euch auszuprobieren und euch in einer Position wiederzufinden, in der ihr schon als Student einiges an Verantwortung übernehmen könnt. Zu lernen, euch selber zu strukturieren und eure eigenen Projekte zu betreuen, bringt euch sowohl persönlich als auch karrieretechnisch deutlich mehr, als einfach nur delegierte Aufgaben abzuarbeiten.

Tipp 4: Proaktivität

Proaktivität ist mit eine der entscheidendsten Eigenschaften, wenn es um beruflichen Erfolg oder auch direkt ums Gehalt geht. Daher kann ich euch nur empfehlen, so früh wie möglich aktiv auf die Dinge zu zugehen, die euch interessieren. Gerade als Student beziehungsweise als junger Mensch gibt es sehr viele Möglichkeiten, die man einfach mal ausprobieren kann. Wenn ihr auf der Suche nach einem Job seid und ihr nicht genau auf die Stellenausschreibung passt, könnt ihr es trotzdem einfach versuchen. Im schlimmsten Fall hört ihr von dem Unternehmen gar nichts und habt wenigsten etwas Übung im Bewerbungsschreiben bekommen. Aber selbst dann könnt ihr immer noch anrufen und nach Feedback fragen. Natürlich gibt es nicht jedes Mal eine ausführliche Rückmeldung, aber ein richtig qualitatives Feedback zur richtigen Zeit kann schon viel verändern.

Auch wenn ihr merkt, dass ihr bei eurer Arbeit unzufrieden seid, oder es Verbesserungspotential gibt, dann sprecht es an. Wenn ihr glaubt, dass ihr mehr Geld für euren Job verdient, sprecht es direkt an. Überlegt euch im Vorfeld wo ihr gerne hin möchtet, macht euch einen Plan und verfolgt diesen.

Tipp 5: Erfahrungen sammeln

Natürlich ist es auch wichtig, sich eine Art roten Faden in seinem Karriereverlauf aufzubauen. Allerdings kann euch gerade Wissen aus anderen Bereichen sehr dabei helfen, das oft geforderte „out of the box – Denken“ zu entwickeln. Gerade im HR-Bereich sind die Übergänge zu anderen Disziplinen fließend. Wenn ihr ein erstes Bewerbungsgespräch mit einem erfahrenen und vielversprechendem Softwareentwickler führt, können euch ein paar Standardtipps aus dem Vertrieb unter Umständen sehr weiterhelfen. Genauso verhält es sich mit dem gesamten Thema des Social Recruitings beziehungsweise Employer Brandings. Wenn ihr im Bereich Marketing mit klassischen Konzepten wie Buyers Persona, E-mail Kampagnen oder Funnelkonstruktion in Berührung gekommen seid, habt ihr schon einiges an Potential fürs Personalmarketing gesammelt.

Aber auch Erfahrungen aus noch verschiedeneren Bereichen können euch weiterhelfen. Wichtig ist dabei, dass ihr selber euch überlegt, wie ihr andere Erlebnisse in eure eigentliche Arbeit einfließen lassen könnt. Zum Beispiel kann euch ein Job in einem Hotel, in dem ihr regelmäßig mit unfreundlichen Gästen umgehen musstet, dabei helfen, auch in einem Bewerbungsgespräch in jeder Situationen einen freundlichen und professionellen Eindruck zu vermitteln.