Arbeitsplatz teilen leicht gemacht

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Der Jobconnector, Foto: Bosch
Der Jobconnector, Foto: Bosch

Mit dem HR Excellence Award 2016 sind zahlreiche herausragende HR-Projekte ausgezeichnet worden. Sie wollen wir hier vorstellen. Dieses Mal ist es der JobConnector von Bosch. Unsere Fragen dazu beantwortet Daniela Karden, Fachreferentin Diversity bei Bosch.

Für Unternehmen wird es immer wichtiger, über Arbeitsmodelle jenseits des Nine-to-Five nachzudenken, um den Lebensrealitäten ihrer Mitarbeiter besser entsprechen zu können. Die Robert Bosch GmbH setzt dafür unter andrem auf Jobsharing und hat dazu den JobConnector auf den Weg gebracht. Unter dem Motto „Arbeitsplatz teilen leicht gemacht“ bietet dieses neue Matching-Tool den Vorteil, zeit- und ortsunabhängig über Standort- und Geschäftsbereichsgrenzen hinweg interessierte Mitarbeiter zu finden. Das Projekt ist in der Kategorie „Konzerne Best Use of Technology“ ausgezeichnet worden.

Können Sie kurz Ihr Projekt beschreiben?
Der JobConnector bietet unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, in unserem Intranet online einen passenden Jobsharing-Partner zu finden. Es ist ein weiterer Baustein in der Weiterentwicklung unserer flexiblen und familienbewussten Arbeitskultur bei Bosch. Sie ist für uns einerseits Impulsgeber für Kreativität und neue Ideen unserer Beschäftigten, um unsere Innovationskraft zu stärken. Andererseits fördert sie die Mitarbeiterzufriedenheit sowie gute Balance von beruflichen und privaten Bedürfnissen.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere daran?
Jobsharing lebt von der Vernetzung der Mitarbeiter. Denn oftmals wissen viele Interessierte gar nicht voneinander – denn sie müssen sich zunächst zusammenfinden. Doch wo und wie finde ich ein einem Unternehmen mit hunderttausenden Beschäftigten den Kollegen oder die Kollegin, die sich mit mir eine Stelle teilen will? Im ersten Schritt konnten sich die Mitarbeiter in Präsenzveranstaltungen informieren, Gleichgesinnte treffen, sich kennen lernen. Das war aber häufig nur auf einen Standort begrenzt. Es galt eine Lösung zu finden, die über Standort- und Bereichsgrenzen hinweg Interessierte zusammenbringt. Da Jobsharing bei anderen Arbeitgebern noch nicht so verbreitet war, konnten wir  mit unserem JobConnector Pionierarbeit leisten und ein neuartiges Matching-Tool ins Leben rufen.

Worin hat sich vor allem der Erfolg des Projektes gezeigt?
Der Erfolg liegt für Bosch ganz klar darin, dass Mitarbeiter jetzt jederzeit online die Möglichkeit haben, dieses Tool zu nutzen, und damit in Kontakt mit anderen Jobsharing-Interessierten zu kommen – egal ob das nun von meinem Arbeitsplatz aus, vom Home Office oder während der Elternzeit von einem privatem Endgerät aus passiert. Das wird sehr gut angenommen – wir haben bereits in den ersten Wochen  über 220 aktive Profile im JobConnector verzeichnet. Erste Tandems haben sich gefunden und gehen jetzt gemeinsam intern auf Jobsuche. Das Tool wird von unseren Mitarbeitern als sehr hilfreich, aber auch als einfach, funktional und bedienerfreundlich beschrieben. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Anonymität des Tools:  Als Personalabteilung können und wollen wir also nicht sehen, welcher Mitarbeiter sich dort angemeldet hat. Wir erhalten nur statistische Angaben, wie etwa die Gesamtzahl an Nutzern. Gleichzeitig erhalten wir aber über unsere Mitarbeiternetzwerke sehr viel positives Feedback dazu. Das nehmen wir als Ansporn, um unser Angebot auch künftig weiterzuentwickeln.