Bayer streicht 4.500 Stellen in Deutschland

09.04.2019  |  Senta Gekeler
(c) gettyimages / JFsPic
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Der Chemiekonzern will Kosten sparen und baut weltweit Stellen ab. Trotz einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat sind auch deutsche Standorte betroffen.

Bei dem Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer sollen weltweit 12.000 Stellen wegfallen. Grund dafür ist laut Spiegel Online ein Programm zur Effizienzsteigerung, mit dem Produktivität und Ertragskraft erhöht werden sollen. Auch die geplante Kostenersparnis durch die Monsanto-Übernahme ist hier einkalkuliert – obwohl Bayer seitdem mit einer Klagewelle aufgrund des Unkrautvernichters Glyphosat zu kämpfen. Die Prozesskosten und die Höhe der Schadenersatzzahlungen sind bislang kaum absehbar.

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Abfindungen und Frühverrentungen

Zudem hatte Bayer eigentlich mit dem Betriebsrat ein Programm zur Zukunftssicherung vereinbart, das betriebsbedingte Kündigungen an deutschen Standorten bis 2025 ausschließt. Trotzdem will der Konzern auch in Deutschland bis Ende 2021 rund 4.500 Stellen abbauen.

Um diese Vereinbarung zu umgehen, müssen sich Mitarbeiter finden, die das Unternehmen freiwillig verlassen. Deshalb bietet Bayer laut RP Online ihren Beschäftigten unter 57 Jahren eine Abfindung von einem Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr an. Wer den Aufhebungsvertrag innerhalb der nächsten vier Wochen unterschreibt, erhält zusätzlich für jedes Beschäftigungsjahr eine Sprinter-Prämie von 0,8 Monatsgehältern. Für Mitarbeiter über 57 soll es ein gut bezahltes Vorruhestandsprogramm geben.

Der Stellenabbau betrifft vor allem die Verwaltungszentrale in Leverkusen, aber auch andere deutsche Standorte, unter anderem in Berlin und Wuppertal. Ein Großteil der Stellen fällt auf die IT und Verwaltung, aber auch andere Bereiche wie beispielsweise die Forschung sollen künftig mit weniger Personal auskommen.