Google will Gespräche unter Kollegen regeln

28.08.2019  |  Deidre Rath
Von Meinungsäußerungen, die nicht mit den Unternehmenswerten übereinstimmten, sollen die Mitarbeiter künftig absehen.
© gettyimages / JHVEPhoto

In einer neuen Richtlinie warnt Google seine Mitarbeiter davor, am Arbeitsplatz politische Debatten anzustoßen.

Google fordert seine Mitarbeiter in einer neuen internen Richtlinie auf, am Arbeitsplatz weniger über Privates oder Politisches zu sprechen. „Während der Austausch von Informationen und Ideen mit Kollegen hilft, eine Gemeinschaft aufzubauen, stört es die Arbeitsabläufe, wenn eine heftige Debatte über Politik oder die neueste Nachrichtenstory geführt wird“, heißt es in der Richtlinie. Von Meinungsäußerungen, die nicht mit den Unternehmenswerten übereinstimmten, sollen die Mitarbeiter künftig absehen. Andernfalls droht der Tech-Konzern mit Konsequenzen. Wie diese genau aussehen, ist in der Richtlinie nicht weiter definiert.

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Google gilt als Unternehmen mit einer besonders offenen Kommunikations- und Diskussionskultur, die maßgeblich zum Erfolg des Silicon-Valley-Giganten beitrug. Im Jahr 2017 kam es in den internen Nachrichtenportalen allerdings zu einem Eklat. Dort erläuterte der damalige Angestellte James Damore, dass Frauen aus biologischen Gründen für den Beruf des Programmierers nicht geeignet seien. Nach heftiger öffentlicher Kritik an den Äußerungen entließ Google den Programmierer wegen Verletzung des Verhaltenskodex des Unternehmens. 2018 reichte James Damore Klage gegen den Konzern ein. Er sah sich als Konservativer, Weißer und Mann diskriminiert.

In der internen Unternehmenskommunikation von Google existieren tausende Nachrichtenthreads. Moderatoren kontrollieren dort täglich, dass die Regeln respektvoller Kommunikation eingehalten werden. Künftig werden diese laut Google von einem „community management team“ trainiert. Dieses wird die Mitarbeiter darin unterstützen, zu erkennen, wann Meinungsäußerungen den Wertekodex des Unternehmens verletzen.