HR muss einen nachhaltigen Wertbeitrag leisten

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(c) Quadriga Media
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Wir stellen die Keynote-Speaker des PMK vor. Heute: Gunnar Kilian von Volkswagen über Transformationsprozesse in klassischen Industrieunternehmen.

Herr Kilian, der Volkswagen-Konzern befindet sich derzeit im Umbruch. Welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung?
Gunnar Kilian:
Die gesamte Automobilindustrie befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation. Elektromobilität, Digitalisierung und Vernetzung bedeuten nicht nur neue Techniken zu beherrschen, wir müssen uns auch auf ein völlig neues Wettbewerbsumfeld einstellen. Das betrifft alle Bereiche wie Entwicklung, Produktion und Vertrieb, aber auch das Personalressort.

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Tun sich klassische Industrieunternehmen schwerer damit, Transformationsprozesse voranzutreiben?
Große Schiffe sind naturgemäß nicht so beweglich wie kleine. Bei Unternehmen ist das nicht viel anders. Es sind ungleich mehr Leute, Instanzen oder auch Stakeholder daran beteiligt, den richtigen Kurs auszuloten und Fahrt zu halten. Zumindest bei Volkswagen ist es aber so, dass unsere Organisation enorme Kraft entwickelt, wenn sie einmal Fahrt aufgenommen hat. Ich bin sehr guten Mutes, was die weitere Transformation angeht.

Welche Rolle spielt dabei die HR-Abteilung?
HR ist gut beraten, einen nachhaltigen unternehmerischen Wertbeitrag zu leisten. Das nützt allen, Beschäftigten ebenso wie Aktionären. Personaler, die das Denken ihrer Pendants in den Fachbereichen verstehen, es aus einer People-Perspektive hinterfragen und eigene strategische Beiträge ableiten, erarbeiten sich damit eine Schlüsselrolle. Damit das gelingt, bedarf es wie bei allen Veränderungsprozessen natürlich immer des richtigen „tones from the top“. Das Topmanagement muss also Vorbild sein.

Als Personalvorstand trage ich Verantwortung für die richtige personelle Aufstellung und für eine Vielzahl interner Prozesse. Auch hier kommt es darauf an, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern und ihre Chancen optimal zu nutzen.

Was raten Sie klassischen Industrieunternehmen, die moderne Arbeitsweisen implementieren wollen?
Einfach damit anzufangen. Uns selbst hat es nicht weh getan, im Gegenteil. Im vergangenen Sommer haben wir mit der „HR-Querdenkerfabrik“ binnen kürzester Zeit ein agiles Experiment aus dem Boden gestampft. Rund 100 Personalerinnen und Personaler nahmen daran im Rahmen eines dreiwöchigen Sprints teil, und die Ergebnisse helfen uns bis heute bei der Reorganisation des Personalressorts.

Herr Kilian, warum sind Sie dem BPM beigetreten?
Personalerinnen und Personaler sollten sich organisieren und ihre Interessen als Berufsstand offensiv vertreten. Auf Unternehmensebene sind wir deswegen in der DGFP organisiert, als Privatperson bin ich dem BPM beigetreten. Und unabhängig davon verbindet mich mit der BPM-Präsidentin Elke Eller außerdem eine lange Freundschaft.


Gunnar Kilian ist seit April 2018 Personalvorstand der Volkswagen AG. In seiner Keynote beim PMK am 26. Juni berichtet er, wie man die HR zurück in die Offensive führt.

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