Keine Sorgen mit dem Älterwerden

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Mit dem HR Excellence Award 2015 sind zahlreiche herausragende HR-Projekte ausgezeichnet worden. Sie wollen wir hier vorstellen. Dieses Mal ist es das Ausstellungskonzept „Ey Alter“ von Mercedes-Benz. Unsere Fragen dazu beantwortet Heino Niederhausen, Leiter Personal im Mercedes-Benz-Werk Bremen.

Der demografische Wandel ist eine Herausforderung die so ziemlich auf jedes Unternehmen zukommt, sofern dessen Auswirkungen nicht schon längst Realität sind. Gerade auch im produzierenden Gewerbe gibt es noch viele offene Fragen. Um hier für mehr Aufklärung und auch ein Umdenken zu sorgen, geht das Merdes-Benz-Werk Bremen besondere Wege. Die interaktive Sonderausstellung „Ey Alter – Du kannst mich mal kennenlernen“ ist in der Kategorie „Konzerne HR Innovation des Jahres“ und „Konzerne Chancengleichheit im Beruf“ausgezeichnet worden.

Können Sie kurz Ihr Projekt beschreiben?
„Ey Alter“ ist eine interaktive Ausstellung von Mercedes-Benz, die gesellschaftliche Altersstereotype in Frage stellt. Unser Ziel ist es, den defizitorientierten Szenarien zum demografischen Wandel einen positiven Blick auf das Alter entgegen zu stellen. Wir setzen auf eine Unternehmenskultur, die den demografischen Wandel als Chance begreift.

So ist zum Beispiel die Erfahrung unserer Beschäftigten ein solides Fundament, auf das wir bauen können. Im demografischen Wandel liegt die Chance, Dinge neu zu denken und anders zu machen. Wir sollten uns von althergebrachten Denkweisen in Kategorien wie „Alt“ und „Jung“ lösen. Es geht vielmehr darum, das Beste in jedem Alter zu fördern und über die verschiedenen Generationen miteinander zu kombinieren. „Ey Alter“ ist Teil der umfangreicheren Demografie-Initiative von Mercedes-Benz namens YES: Young and Experienced together Successful.

Die Ausstellung bietet die hervorragende Möglichkeit, die eigene Einstellung zum Thema Alter zu überdenken und mit überholten Ansichten aufzuräumen. Damit ist sie auch eine wertvolle Plattform, um Führungskräfte zu sensibilisieren. Führungskräfte sind bei diesem Thema besonders gefordert, entsprechend ihrer Verantwortung und Vorbildfunktion zu handeln. „Ey Alter“ zeigt auf kreative und erlebbare Weise, dass Altern ein sehr individueller – und beeinflussbarer – Prozess ist.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere daran?
Abgesehen von der anspruchsvollen Zielsetzung des Paradigmenwechsels liegt das Innovative dieses Projektes sicherlich in seiner Form. Die Ausstellung macht Spaß und setzt auf einen erlebnisbasierten Ansatz. Das war uns bei einem doch eher unpopulären Thema wie dem eigenen Alter(n) wichtig. Anhand von vier Themenbereichen erleben die Besucher, was unser Denken über Alt und Jung bestimmt, wie facettenreich das Alter ist, worin persönliche Potenziale liegen und wie diese in Teams mit unterschiedlichen Generationen eingebracht werden können.


Die Ausstellung „Ey Alter“, Foto: ©GfG / Gruppe für Gestaltung

Man kann also viel über sich selbst erfahren und erhält am Ende des Besuchs eine individuelle Auswertung seiner Potenziale. Auch das ein Grund, mit der Ausstellung vor die Werkstore und an die Öffentlichkeit zu gehen. Wir möchten das Thema auf eine breite gesellschaftliche Basis stellen. Denn unser Ziel erreichen wir nur, wenn wir den öffentlichen Diskurs anregen. Unsere Toraktionen sind ein gutes Beispiel dafür, wie eine erste Begegnung mit dem Thema Demografie aussehen kann.

Worin hat sich vor allem der Erfolg des Projektes gezeigt?
„Ey Alter – Du kannst dich mal kennenlernen“ stößt auf eine sehr positive Resonanz, in den Medien und bei den Besuchern. Vor Ort finden viele Veranstaltungen statt, von und mit unseren Netzwerkpartnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden und natürlich mit unseren eigenen Beschäftigten. Wir nutzen die Ausstellung darüber hinaus als Basis für Führungskräftetrainings.