Politische Gespräche am Arbeitsplatz: Ein Tabu?

Für viele Beschäftigte ist Politik am Arbeitsplatz ein Tabuthema.
© unsplash / Jessica Da Rosa

Nur knapp ein Drittel der Beschäftigten spricht am Arbeitsplatz über Politik. Wähler:innen einer bestimmten Partei sind dabei besonders offen.

Politik ist bekanntlich kein gutes Small-Talk-Thema – schnell kommt es zu unangenehmen Meinungsverschiedenheiten. Auch im Arbeitskontext gehen viele Menschen damit vorsichtig um. So sprechen nur 30 Prozent der deutschen Beschäftigten bei der Arbeit regelmäßig über Politik. 44 Prozent halten politische Gespräche am Arbeitsplatz dagegen für ein Tabu. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Online-Umfrage, die Yougov Deutschland im Auftrag von Glassdoor durchgeführt hat. Im Zeitraum von 10. bis 12. März 2020 nahmen 1.066 Berufstätige daran teil.

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Männliche FDP-Wähler reden am meisten über Politik

Mit 38 Prozent sprechen Männer politische Themen sehr viel häufiger an als Frauen mit nur 21 Prozent. Zudem sind Wähler:innen der FDP besonders offen: Ganze 40 Prozent von ihnen sprechen im Arbeitsumfeld regelmäßig über Politik. Bei Wähler:innen der CDU/CSU sind es nur 34 Prozent, gefolgt von der Linken (33 Prozent) und der SPD (32 Prozent). Von Anhänger:innen der AfD sprechen 28 Prozent am Arbeitsplatz über Politik, Grünen-Wähler:innen sind mit nur 25 Prozent verhältnismäßig zurückhaltend. Die Frage, ob offene Gespräche über Politik ihrer Karriere schaden könnten, bejahten 28 Prozent der Teilnehmer:innen. Unter AfD-Wähler:innen glauben mit 57 Prozent überdurchschnittlich viele an eine Beeinträchtigung der Karriere. FDP-Wählerinnen sind hier mit nur 19 Prozent besonders unbesorgt.

Knapp die Hälfte der Befragten gab an, die politische Einstellung ihrer Kolleg:innen zu kennen – doch nur 20 Prozent ist es wichtig, dass diese ihre eigene Ausrichtung teilen. Tendenziell wünschen sich vor allem jüngere Beschäftigte Gleichgesinnte im Team: 29 Prozent der Teilnehmer:innen zwischen 18 und 24 Jahren legen Wert darauf, dass ihre Kolleg:innen eine ähnliche politische Einstellung haben. Dieser Wunsch nimmt mit dem Alter tendenziell ab; bei den über 55-jährigen sind es nur noch 16 Prozent. Dennoch sprachen sich immerhin 48 Prozent der Befragten insgesamt dafür aus, dass sich ihr Arbeitgeber zu gesellschaftlichen Fragestellungen positioniert.

Weitere Studienergebnisse finden Sie hier.