Unternehmen setzen im Recruiting nicht auf die richtigen Inhalte

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Foto: Thinkstock / © klaushoffmann.com
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Die Mehrzahl der Unternehmen spricht potenzielle Mitarbeiter falsch an. Das zeigt eine aktuelle internationale Studie. Vor allem bei den Inhalten wird viel Potenzial verschenkt.

Kandidaten, die sich nach einem neuen Arbeitgeber umschauen, erhalten nicht immer die Informationen, für die sie sich am meisten interessieren. Das können schon eigentlich simple Hintergrundinformationen über die jeweilige Firma oder die Unternehmenskultur sein. Unternehmen verschenken hier enormes Recruiting-Potenzial, wie es in der aktuellen Linkedin-Studie „Inside the Mind of Today’s Candidate“ heißt, für die das Karrierenetzwerk 14.000 Arbeitnehmer in mehr als 20 Ländern weltweit befragt hat. Demnach sind zum Beispiel in Deutschland neun von zehn Fach- und Führungskräften (91 Prozent) offen für neue Jobangebote und 57 Prozent fühlen sich von entsprechenden Offerten geschmeichelt.

Eine bloße Stellenbeschreibung reicht hier allerdings nicht aus. 74 Prozent der deutschen Befragten – und damit mehr als der weltweite Durchschnitt – wünschen sich bei der Ansprache durch ein Unternehmen auch detailliertere Informationen über ebenjenes. Für 38 Prozent sind Einblicke in die Unternehmenskultur zudem ein Muss bei der Ansprache durch einen Recruiter. Dass viele Unternehmen dem nicht gerecht werden, zeigt eine andere Zahl. So sagen 68 Prozent der Arbeitnehmer, die vor kurzem ihren Job gewechselt haben, dass sie vor Antritt der Stelle nur sehr wenig oder gar nichts über ihren Arbeitgeber gewusst hätten. 18 Prozent der Personen auf Jobsuche sagen zudem, dass sie bei einer Bewerbung kein klares Bild davon hatten, wie es wäre, bei dem angestrebten Unternehmen zu arbeiten.

Unternehmen könnten demnach, so die Autoren der Studie, aus einem wesentlich größeren Talentpool schöpfen, wenn sie die Unternehmensmarke strategischer bei potenziellen Mitarbeitern aufbauen würden.

Auch die Gründe für den jeweiligen Wechselwunsch spielten in der Studie eine Rolle. Diese sind jedoch inzwischen keine Überraschung mehr. So nannten 62 Prozent schlechte Unternehmensführung beziehungsweise schlechtes Management als Grund. Am zweithäufigsten (53 Prozent) wurde der Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit mit den eigenen Interessen und Werten genannt. Erst auf Platz drei folgt mit 48 Prozent die Aussicht auf ein höheres Gehalt.

Für die Linkedin-Studie wurden im April 2017 14.000 Arbeitnehmer in mehr als  20 Ländern weltweit befragt. Darunter waren auch 7.700, die in den drei Monaten davor eine Stelle in einem neuen Unternehmen angetreten hatten.